Direkt zum Inhalt

Österreicher essen aus Genuss

25.10.2012

Wien. Die Umfrage der Landwirtschaftskammer, durchgeführt von Oekonsult, ergab, dass die Österreicher aus Genuss Essen - am liebsten Lebensmittel aus der Region wobei regional für die Mehrheit auch Bio bedeutet. Gefordert wird eine bessere Kennzeichnung der Lebensmittel.

Nur zwei Prozent der Österreicher essen laut einer Umfrage von Oekonsult im Auftrag der Landwirtschaftskammer bzw. des Agrarischen Informationszentrums unter 1.213 Personen aus "biologischer Notwendigkeit". Im Land des Wiener Schnitzels, der Grammelknödeln, Kärntner Nudeln, Topfengolatschen und des Kaiserschmarrens geht es vielmehr um den Genuss: So assoziierten 92 Prozent der Befragten Essen mit einem positiven Lebensgefühl, Freude und Lustgewinn; grundsätzlich gaben 96 Prozent an, gerne zu essen.

Regionalität steht für Frische und Echtheit
Eine Art "Wir-sind-Wir"-Mentalität zieht sich also offenbar durch die Küchen bzw. über die Gaumen der Österreicher: 86 Prozent gaben an, es sei "besser", Lebensmittel regionaler Herkunft zu beziehen, "denn da weiß man, was man hat". Die Regionen, aus denen das Essen stammt, das auf den Tellern der Österreicher landet, hätten einen hohen emotionalen Stellenwert. Nur zwei Prozent meinten, regionale Herkunftsnachweise beeindruckten sie nicht; für den Rest steht Regionalität vor allem für "Frische", "Echtheit", "Ursprünglichkeit". Einen besonders starken Bezug zu Lebensmitteln aus ihrer Region haben laut Umfrage beispielsweise Steirer, Kärntner und Tiroler, während Wiener einen "flacheren Bezug" zu Produkten aus ihrer Stadt haben. Dadurch seien Erzeugnisse aus diesen Ländern aber wiederum für die Wiener besonders verlocken und markenfähig. Bundesländergrenzen verschwimmen aus Konsumentensicht aber teilweise - als Region wird auch erlebt, was landschaftlich und sozial als ähnlich angesehen wird.

Bessere Lebensmittel-Kennzeichnung gefordert
85 Prozent der Befragten forderten eine bessere Kennzeichnung der Nahrungsmittel. Der Präsident der Landwirtschaftskammer (LK), Gerhard Wlodkowski, kündigte in einer Aussendung an, die Möglichkeiten der noch heuer zu erwartenden EU-Qualitätsverordnung verstärkt nutzen zu wollen. Geschützte Herkunftsbezeichnungen und freiwillige Qualitätsangaben sollen durch diese aufgewertet werden. Auch die Einführung einer neuen Kategorie "Produkt von meinem Bauernhof" werde geprüft. Schwach informiert zeigten sich die Befragten zum Thema Bio: 60 Prozent gaben an, Bio müsse bedeuten, die Ware sei nicht nur biologisch produziert, sondern stamme auch aus der Region. Laut Studienautoren ein "fataler Irrtum", schließlich gebe es in Österreich beispielsweise Bio-Äpfel aus Argentinien, die rund 13.500 Kilometer zurücklegen, bevor sie in den heimischen Mägen landen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Gastronomie
18.08.2020

Wird es durch die Corona-Krise zu einer Insolvenzwelle in der Gastronomie kommen? Und wie lange können Sie die Corona-Krise mit Ihren akuellen finanziellen Mitteln noch überstehen? Bitte nehmen ...

Sind österreichische Produkte per se besser?
Gastronomie
30.07.2020

Sollen mehr regionale Produkte auf den Tellern der Gäste landen? Die ÖGZ lud Vertreter der führenden Gastro-Großmärkte zur Diskussionsrunde: Manfred Kröswang, Christoph Kastner, Lorenz Wedl,  ...

Urlaub in der Natur ist im Kommen. Hier: Kaibling-Runde in Haus im Ennstal.
Tourismus
12.06.2020

63 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher planen heuer einen Urlaub – etwas mehr als die Hälfte davon im Inland. Freizeit und Natur gewinnen an Bedeutung. Zu diesem Ergebnis kam eine ...

Erhebungszeitraum: 16.3.2020 -29.3.2020, n=379,
Gastronomie
09.04.2020

Eine repräsentative Umfrage unter Wiener Gastronomen zeigt: Mehr als 50 Prozent der Betriebe können die Corona-Krise maximal einen Monat aus eigener Kraft überstehen.

Esse zustellen ist okay - unter gewissen Bedingungen. Take-Away bleibt untersagt.
Gastronomie
31.03.2020

Das Anbieten von Take-Away bleibt Gastronomen untersagt. Die Zustellung läuft vielerorts gut. Dort sind aber Regeln zu beachten.

Werbung