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Österreicher haben einen teuren Kaffee-Geschmack

20.07.2009

Insgesamt lagen die Rohkaffeepreise an den internationalen Rohstoffbörsen im Juni unter den Rekordwerten des Vorjahres - bei qualitativ hochwertigen Arabica-Bohnen gab es jedoch einen Preissprung von über 30 Prozent.

"Die Österreicher lieben, trotz des seit Jahren anhaltenden Espresso-Trends, noch immer Kaffee mit besonders mildem Geschmack. In den bei uns verwendeten Kaffeeröstungen sind daher in größerem Umfang hochpreisige und milde Hochland-Arabicas enthalten. Das ist in vielen Regionen Europas, unter anderem auch im "Espressoland" Italien, anders: Dort ist die Akzeptanz für leicht herbere Geschmacksnoten deutlich größer. Die dabei eingesetzten Rohkaffees sind von der derzeitigen Preisentwicklung zum Teil weniger betroffen", sagt Mag. Gerald Steger, Vorsitzender der Geschäftsführung von café+co.

Im Juni 2009 kostete ein Pfund Rohkaffee im Durchschnitt 119,1 US-Cent (Juni 2008: 130,5 US-Cent). Der Preis für Hochland-Arabicas aus Kolumbien - die wegen ihres milden Geschmacks in Österreich sehr beliebt sind - stieg jedoch um 32 Prozent von 149,2 US-Cent im Vorjahr auf mittlerweile 196,3 US-Cent. Für ein Pfund des edlen Hochland-Kaffees muss man demnach derzeit beinahe zwei US-Dollar berappen.

Ursachen für die starke Preissteigerung bei Hochland-Arabicas sind zum einen die schwachen Ernten in den Haupt-Anbaugebieten Kolumbien und Mittel-Amerika, zum anderen die weltweit trotz Krise anhaltende Nachfrage nach hochqualitativen Kaffeespezialitäten. Die Preise für Standard-Kaffeesorten hingegen lagen im Juni 2009 unter den Rekordwerten von 2008, denn in den Haupt-Anbauregionen Brasilien und Vietnam werden gute Ernten erwartet.

Laut Steger sind weitere Rohkaffeepreis-Erhöhungen bei Kaffee-Spezialitäten nicht auszuschließen, einen Puffer gegen die zunehmenden Preisschwankungen sieht der Experte jedoch im nachhaltigen Anbau der schwarzen Bohne: "Die Nachfrage nach Spezialitäten-Kaffees ist bisher ungebrochen stark und Klimaveränderungen bringen immer häufiger Schwankungen der Erntemengen mit sich. Die dadurch entstehenden "Bocksprünge" an den Rohstoffbörsen sind - gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise - für viele Unternehmen am Markt nicht umsetzbar und den Kaffeetrinkern auch nicht zumutbar.

Erfahrungsberichte der Umweltschutz-Organisation Rainforest Alliance zeigen jedoch, dass durch nachhaltigen Anbau nicht nur die Integration der Kaffeeplantagen in eine im großen Umfang naturbelassene Umwelt möglich ist, sondern dass auch Produktionskosten-steigerungen - und durch die verbesserte Bodenbewirtschaftung und Schulung in einigen Fällen sogar Ernteschwankungen - langfristig besser in den Griff zu bekommen sind." Für café+co ist die Preisentwicklung der letzten Monate ein Grund mehr, die mit Rainforest Alliance und Fairtrade begonnenen Schritte in Richtung nachhaltigen bzw. fairen Anbau trotz der Wirtschaftskrise weiter auszubauen. "Unser Motto in wirtschaftlich schwierigen Zeiten lautet: "Sparen ohne Qualitätsverlust". Das bedeutet, dass wir nachhaltig produzierten Kaffee am Arbeitsplatz in Top-Qualität und großer Auswahl zur Verfügung stellen werden - zu einem Bruchteil des Bedienungspreises", resumiert Steger.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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