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Österreichs Tourismus im Krisenjahr optimistisch

23.01.2009

Österreichs Tourismusregionen und -betriebe blickten im Rahmen der Ferienmesse Wien optimistisch in das Krisenjahr 2009. Der bisher gute Verlauf der Wintersaison mit teilweise gesteigerten Besucherzahlen lässt derzeit noch keine trübe Stimmung aufkommen. Dennoch zeichnen sich bereits Gewitterwolken am Tourismushimmel ab: Erste Buchungszahlen für den Sommer 2009 zeigen, dass die Krise auch den österreichischen Tourismus treffen wird.

Ferienmesse in Wien

Strategien sind daher gefragt, die Antwort der Touristiker fällt dabei oft gleich aus: Die Preise zu senken wäre der falsche Weg - lieber mehr Qualität zum gleichen Preis anbieten lautet die Devise. Ein weiterer zentraler Trend ist die Entwicklung hin zu verantwortungsvollem, umwelt- und sozialverträglichem Urlaub.

Auch die Tourismusregion Hohe Tauern, ein Bündnis der drei Nationalparkregionen aus Salzburg, Kärnten und Osttirol, hat sich auf die Krise vorbereitet. "Die Anfragen für den Sommer 2009 gehen in Richtung kostengünstig und kostenüberschaubare Packages", berichten die Tourismusdirektoren der Regionen Salzburg, Kärnten und Osttirol, Christian Wörister, Günter Mussnig und Helmuth Micheler, im Gespräch mit pressetext. Mit Inklusivkarten für Familien, die es für einzelne Regionen bereits gibt, werden Zusatzleistungen wie etwa Mautgebühren, Seilbahnfarten, etc. für die Besucher ohne zusätzliche Kosten für die Besucher abgedeckt. "Eine Familie kann sich so mehrere Hundert Euro ersparen", heißt es auf Nachfrage von pressetext. Dieses Service soll weiter ausgebaut werden.

Ähnlich äußern sich die Marketing-Verantwortlichen der Tourismusregion Tirol: "Das Wintergeschäft war teilweise so gut wie selten zuvor. Auch bei den Sommerbuchungen können wir bis jetzt nicht wirklich Rückgänge verzeichnen. Dennoch merken wir, dass der Trend zur noch kurzfristigeren Buchung und zu einem noch kürzeren Aufenthalt geht", heißt es im Rahmen der Ferienmesse.

Etwas zurückhaltender sind Wiens Tourismus-Betriebe bei den Erwartungen zum Jahr 2009. "Wiens Tourismusbetriebe stehen aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor unerwarteten Herausforderungen", sagt Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien. Laut einer aktuellen Umfrage unter den Wiener Tourismusunternehmen geben 70 Prozent der Befragten an, die Wirtschaftslage zumindest etwas zu spüren. Mehr als die Hälfte erwartet, dass die Touristen im kommenden Jahr sparsamer sein werden und sich günstigere Quartiere suchen werden. Dazu kommt, dass jeder Zweite Probleme beim Zugang zu Krediten sieht. "Die Umsetzung von Investitionsprojekten gestaltet sich nach Auskunft der Betriebe schwieriger, hier muss es eine speziell auf den Tourismus abgestimmte Lösung geben", so Jank.

Reisen wird jedenfalls 2009 zudem verantwortungsvoller, umwelt- und sozialverträglicher. Ein erstarktes Bewusstsein für ökologische Pauschalreisen zeigt eine Online-Umfrage, die im Dezember 2008 vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) und Respect - Institut für Integrativen Tourismus und Entwicklung - durchgeführt wurde: Für jeden zweiten ist das Umweltzeichen ein wichtiges Orientierungsmerkmal bei der Wahl der Unterkunft. Ein Trend, auf den sich Österreichs Tourismusbetriebe zum großen Teil bereits eingestellt haben.

Der Tourismus ist von den Auswirkungen des Klimawandels stark betroffen, trägt aber mit vier bis neun Prozent der Treibhausgasemissionen in Österreich selbst wesentlich zum Klimawandel bei. Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz sind daher in den letzten Jahren auch in der Reisebranche zum Thema geworden. "Österreich kann und muss seine Position als Fremdenverkehrsland festigen, indem wir uns auf unsere Stärken besinnen. Wir haben ein reichhaltiges Angebot aus faszinierenden Landschaften, sauberen Seen und Flüssen und eine Jahrhunderte alte kulinarische Tradition, die unser Land zum Feinkostladen in Europa macht. Wir müssen mit innovativen kulinarischen Urlaubspaketen, aber auch mit umwelt- und klimafreundlichen Angeboten neue Gäste gewinnen und eine nachhaltige Entwicklung im Tourismus unterstützen", erklärte Umweltminister Niki Berlakovich bei der Eröffnung der Wiener Ferienmesse.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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