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Österreichs Winzer am richtigen Weg

14.01.2005

Der österreichische Weinexport konnte im vergangenen Jahr trotz geringerer Menge wertmäßig deutlich zulegen. Auch der Inlandsmarkt hat sich sehr erfreulich entwickelt. Besonders bemerkenswert: Das Weißweinland Österreich punktet jetzt auch in Rot.

Trotz Konjunkturflaute im wichtigsten Exportmarkt Deutschland und des schwachen Dollars konnte die Wertschöpfung beim Weinexport deutlich gesteigert werden.

70 Millionen Liter brachten den Rekordwert von über 80 Millionen Euro. Dem Rückgang beim Fassweinexport steht ein Exportplus von 60% im Flaschenweinbereich gegenüber.
„Damit sind wir am richtigen Weg, denn mengenmäßig wird Österreich am Weltweinmarkt nie eine große Rolle spielen. Unsere Chance liegt in regionaltypischen und unverwechselbaren Spezialitäten“, so Michael Thurner, Geschäftsführer der Österreichischen Weinmarketing (ÖWM).

Weltmarkt unter Druck
Diese Strategie macht vor allem in Hinblick auf die Entwicklungen auf den Weltmarkt Sinn (siehe Newsticker auf dieser Seite). Laut dem Internationalen Weinamt OIV in Paris übersteigt die weltweite Produktion den Konsum um jährlich 10 bis 20%. Für klein strukturierte Weinwirtschaften wie Österreich wird es dadurch immer schwieriger, sich am Weltmarkt zu behaupten.
„Nur einfache Botschaften auf den Etiketten sowie klare, regionaltypische Geschmacksprofile werden unsere Weine langfristig konkurrenzfähig machen. Das Regionaltypische ist unser USP“, so Thurner.
Für Rudolf Schwarzböck, den Vorsitzenden der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern ist vor allem die Ausbildung Basis für den weitergehenden Erfolg der Weinwirtschaft: „Mit der Einrichtung des Bakkalaureatstudiums „Weinbau, Önologie und Weinwirtschaft“ an der Wiener Boku wurde ein weiterer wichtiger Schritt für eine nachhaltig positive Entwicklung des Weinbaus in Österreich gelegt.“

Heimmarkt weiter erfreulich
Doch nicht nur im Ausland, auch zu Hause ist Wein aus Österreich sehr gefragt. Zu Hause trinken die Österreich überwiegend (54%) heimische Weine, die zumeist im Supermarkt (48%) gekauft werden. Der Anteil des Ab-Hof-Verkaufs beträgt knapp 30%.
Im Supermarkt selbst haben österreichische Weine einen Marktanteil von 54%, im Weißweinsegment sogar 72%. „Das ist ein Mitgrund, wieso unser Augenmerk verstärkt dem Rotwein gilt, denn hier bieten sich im Gegensatz zum Weißweinsegment noch große Wachstumschancen“, so Thurner.
Noch „patriotischer“ geht es in der heimischen Gastronomie zu. Hier beträgt der Anteil von österreichischen Weinen sogar 84%. Neben dem mengenmäßigen Absatz ist die Gastronomie aber auch als Präsentationsplattform für heimische Weine besonders wichtig.

Sekt gegen Prosecco
Vor allem im preisgünstigen Segment konnte der nicht sektsteuerpflichtige Prosecco in den letzten Jahren der heimischen Sektwirtschaft gehörig zusetzen.
Mit dem Fall der Sektsteuer per 1. April 2005 wird dieses Markthindernis für heimische Schaumweine endlich beseitigt. „Damit ist in diesem Marktsegment endlich ein fairer Wettbewerb gegeben, der hoffentlich auch zu einer Marktanteilsverschiebung von Perlweinen à la Prosecco zugunsten heimischer Sekte führen wird. Davon würden auch zahlreiche kleinere Hersteller von Sektgrundweinen profitieren“, so Schwarzböck.

www.weinausoesterreich.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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