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ÖW setzt auf Charme-Offensive

14.01.2005

Österrreich konnte 2004 um eine halbe Million mehr Gäste begrüßen und soll in Zukunft zum charmantesten Urlaubsland der Welt werden.

Die Zahlen des vergangenen Touristikjahres, die von der Österreich Werbung kürzlich präsentiert wurden, können durchwegs als positiv bezeichnet werden. Die Ankünfte stiegen um 1,7 Prozent auf 28,6 Millionen, die Nächtigungen blieben mit 118 Millionen auf dem Niveau von 2003 (bedingt durch immer kürzere Aufenthaltszeiten) und die Wertschöpfung stieg um 3,7 Prozent auf 22,4 Millionen Euro. Somit hat sich das von 46,8 Millionen Euro im Jahr 2003 auf 48,7 Millionen Euro erhöhte Budget rentiert. Etwas mehr als 65 Prozent davon wurden für Marketingaktivitäten ausgegeben, die das Urlaubsland und den Standort Österreich stärkten.

Für das Jahr 2005 erwartet das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) weiterhin eine moderate Entwicklung der Tourismusumsätze mit einer geschätzten Wachstumsrate von etwa 4 Prozent. Günstige Entwicklungstendenzen sind laut Wifo punkto Gästezahlen aus den neuen EU-Ländern und den Überseemärkten zu erwarten. Das heißt, der Trend des vorigen Jahres, in dem zwar um 63.000 mehr Amerikaner in Österreich urlaubten, aber 160.000 Deutsche ausblieben, setzt sich fort.

Deutschland rückläufig
Die Österreich Werbung hält daher an den Zielen des Vorjahres fest. Es heißt den Anteil am Quellmarkt Deutschland bestmöglich zu halten, das Potential der übrigen Märkte weiter auszuschöpfen und die Aktivitäten in den Hoffnungsmärkten sowie die Entwicklung von neuen Märkten zu intensivieren. Vor allem der Rückgang am deutschen Markt macht Sorgen, auch wenn das Minus bei uns weit weniger dramatisch ausgefallen ist als in anderen Ländern. Der Marketing-aufwand für Deutschland wurde daher um 10 Prozent auf 4,8 Millionen Euro erhöht. Nichtsdestotrotz gibt es bei unserem nördlichen Nachbarn eine anhaltende Konjunkturschwäche plus dem daraus resultierenden Konsumverzicht und eine ausgeprägte Spar-Haltung. Arthur Oberascher, Chef der Österreich Werbung, ist daher überzeugt, dass sich auch die heimische Tourismuswirtschaft mit der zunehmenden Preis-Leistungssensibilität auseinandersetzen muss. Seiner Meinung nach wird die „Low Cost“-Diskussion vor der österreichischen Hotellerie nicht Halt machen. „Wir sollten für jede Brieftasche das Richtige zur Verfügung haben“, sagte Oberascher. Die ÖW wird daher in allen Bundesländern für ihre Hotelleriepartner ein Symposium zum Thema „Low cost Ferienhotellerie“ organisieren, welches sowohl zukünftige Entwicklungen, aber auch konkrete Lösungsstrategien anbieten wird. Außerdem ist er dafür, dass alle Vetriebskanäle, beispielsweise auch Handelsketten, genützt werden: „Man muss am Markt aktiv tätig sein.“

Charmante Überzeugung
Vor einem Jahr hat die Österreich Werbung begonnen, die Marke Urlaub in Österreich von Themen auf Werte umzustellen. Die Formel „Werte mal Themen“ heißt konkret, dass Österreich jenes Land ist, in dem viele touristischen Produkte in charmanter Vollendung erlebt werden können. Das Ziel der „Charme-Offensive“ ist, Österreich zum charmantesten Urlaubsland der Welt zu machen. Dafür bedarf es natürlich nicht nur der Österreich Werbung sowie Joe und Sally, sondern der aktiven Kommunikation der ganzen Branche. Neben der Betreuung von Veranstaltungen, wird der Hauptaugenmerk der Investitionen aber weiterhin auf dem Aufbau der Marktdatenbanken liegen, mit systematischer Marktforschung, Affinitätsgruppen spezifischen Produktdesigns und einer fokussierten Angebotsentwicklung. Insgesamt wird der Österreich Werbung heuer ein Budget von 49,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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