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Offener Brief ohne Absender

01.07.2010

Die Auseinandersetzung zwischen dem Tiroler Marmelade-Hersteller Darbo und dem deutschen Mitbewerber Zentis geht in die nächste Runde. Auslöser ist ein "offener Brief" an heimische Medien, in denen Darbo einmal mehr vorgeworfen wird, keine - wie in der Werbung behauptet - "naturreine" Marmelade herzustellen.

Martin Darbo weist alle Vorwürfe von Zentis zurück.

Darbo-Chef Martin Darbo wies sämtliche Vorwürfe zurück und betonte, dass es in den vergangenen Jahren weder im In- noch im Ausland behördliche Beanstandungen wegen unerlaubter Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gegeben habe. Er betrachtet die Vorwürfe als kreditschädigend und prüft rechtliche Schritte.

 

Bereits gerichtsanhängig ist eine Klage von Zentis gegen die Tiroler wegen der Bezeichnung "naturrein", Gerichtsstand ist Köln. Darbo rechnet mit einem Urteil in einigen Monaten. Werden Rechtsmittel eingelegt, kann sich das Verfahren auf EU-Ebene weiter verlängern. Erst vor wenigen Wochen wurde von den Deutschen eine zweite Front eröffnet. Sie schickten dem Familienunternehmen ein Mahnschreiben, auf den Etiketten von Darbo Delikatess-Powidl (Pflaumenmus) den Hinweis "vorsichtig erwärmt und gerührt" zu beseitigen. Laut Zentis ist Darbos Powidl nicht vorsichtig erwärmt, sondern zu heiß hergestellt.

 

Der Verfasser des „Offenen Briefes“ ist ein Schweizer Fachjournalist namens Peter Ziegler. Wie er mit Zentis in Verbindung steht, ist bis dato nicht bekannt, auf Rückfrage bei Zentis kam keine Antwort.

Die weiteren Vorwürfe im „Offenen Brief“ sind ebenfalls tendenziös angelegt und haben mit der eigentlichen Sache der darbo-Produkte und Produktion nichts bis wenig zu tun. (Gründung der Firma, Studium des Vorstandsvorsitzenden).

 

Trotz oder gerade wegen all dieser Vorwürfe stellte sich Vorstandsvorsitzender Mag. Martin Darbo ohne Umschweife der gesamten Presse, um alle an ihn gerichteten Fragen zu beantworten. Dieses Verhalten kann man von Zentis nicht behaupten, von Seiten des deutschen Unternehmens kam es trotz mehrmaligen Versuches zu keiner Rückmeldung.

 

Für das heurige Geschäftsjahr zeigte sich Martin Darbo zuversichtlich, nachdem bereits im Vorjahr erstmal die 100-Mio.-Euro-Umsatzgrenze überschritten wurde. Des erste Halbjahr 2010 sei "im Plan" gelaufen, der Umsatz für das Gesamtjahr werde auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

APA, Gabriele Jiresch

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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