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Ohne Tourismus geht wenig

20.07.2005

Das Satellitenkonto gibt Einblick in den volkswirtschaftlichen Stellenwert des Tourismus in Oberösterreich.

Der Tourismus spielt in der oberösterreichischen Volkswirtschaft eine bedeutende Rolle, die bisher allerdings nicht im Detail erfasst werden konnte. So beschränkten sich monetäre Größen auf wenige, wenn auch wichtige Größen wie etwa Ankünfte und Nächtigungen. Zudem finden touristische Aktivitäten in den verschiedensten Wirtschaftsbereichen statt, und die Wertschöpfung wird auch indirekt ausgelöst. Ein Beispiel für diese Umwegrentabilität wäre etwa der Tischler, der für das Hotel im Ort die Möbel anfertigt, oder der Fleischer oder Bio-Bauer, der die Hotelküche beliefert.

Um hier exakte Informationen zu erhalten, hat der OÖ. Tourismus im vergangenen Jahr die Statistik Austria und das WIFO beauftragt, ein „Regionales Tourismus-Satellitenkonto“ für Oberösterreich zu erstellen, mit dem sowohl die direkten wie auch, darauf basierend, die indirekten Effekte oder die Auswirkungen des Tourismus auf die Gesamtwirtschaft des Bundeslandes dargestellt werden. können. Zusätzlich werden Schätzungen zur örtlichen Freizeitwirtschaft durchgeführt.

Unterschieden werden Tagesbesucher oder Touristen (= Besucher mit mindestens einer Übernachtung), deren Reisezwecke sich in unterschiedliche Kategorien unterscheiden lassen:
Fünf Kategorien
• Freizeit-, Erholungs- und Urlaubsreisen
• Verwandten- und Bekanntenbesuche
• Dienst- und Geschäftsreisen
• Kuraufenthalte
• religiös motivierte Reisen (Wallfahrten)
Die Ausgaben der nach Oberösterreich reisenden Inländer sind zu 68% den Tagesbesuchern (Urlaubs- und Geschäftszwecke) zuzurechnen, bei den ausländischen Gästen entfällt fast die Hälfte (46,3%) der Aufwendungen auf den Tagestourismus.

In Oberösterreich erreichten die Gesamtausgaben für Urlaubs- und Geschäftsreisen, Verwandten- und Bekanntenbesuche sowie Aufenthalte in Wochenendhäusern bzw. Zweitwohnungen im Jahr 2003 rund 2,65 Mrd. Euro. 2004 dürften die Gesamtausgaben um etwa 3% gestiegen sein und ein Volumen von rund 2,73 Mrd. Euro erreichen.

Die direkten Wertschöpfungseffekte des Tourismus in Oberösterreich ergaben für 2003 ein Volumen von rund 1,33 Mrd. Euro, was einem Anteil von rund 3,5% am oberösterreichischen Bruttoregionalprodukt entspricht. Die durch den Tourismus ausgelöste indirekte Wertschöpfung ergab rund 2,55 Mrd. Euro. Damit beläuft sich der Beitrag des Tourismus zur gesamtwirtschaftlichen regionalen Bruttowertschöpfung auf 6,8%.

„Betrachtet man die direkten und indirekten Wertschöpfungseffekte in der oberösterreichischen Tourismus- und Freizeitwirtschaft insgesamt, zeigt sich für 2003 ein Volumen von 5,36 Mrd. Euro. Das sind mit 14,3% ein enorm wichtiger Beitrag zum Bruttoregionalprodukt,“ erläutert LR Viktor Sigl.

Da das TSA auch Aufschluss über den Freizeitkonsum der Oberösterreicher am Wohnort gibt, werden erstmals auch quantitative Aussagen über den Tagesausflugstourismus möglich. So zeigt sich klar, dass Oberösterreich speziell bei der heimischen Bevölkerung als beliebtes Tagesausflugsgebiet gilt. „Dass der Ausflugstourismus speziell für Oberösterreich ein wichtiges Standbein ist, wussten wir bereits aus regelmäßigen Marktbefragungen. Mit dem TSA wird uns dies nun mit konkreten Zahlen bestätigt,“ führt Mag. Karl Pramendorfer, Vorstand des OÖ. Tourismus, aus.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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