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Olivenöl – die geografische Herkunft

05.05.2003

Dieter Oberg und Dorothea Brunetto sind Mitglieder des einzigen deutschsprachigen Olivenöl-Panels. Weltweit gibt es rund 35 solcher Panels, Experteninstitutionen, die in der Lage sind, Olivenöl nach den sensorischen Qualitätskriterien der EU zu bewerten.

Im Rahmen der Informationsserie über Olivenöl, die die ÖGZ gemeinsam mit der EU-Information Olivenöl durchführt, haben Oberg und Brunetto ihr sensorisches Know- how bei zwei Events zu Schau gestellt. Im Sporthotel Penz in Innsbruck und im Restaurant Schlossgasse 21 in Wien führten die beiden Experten Sensorikseminare durch, zu denen Vertreter aus Gastronomie, Handel und Medien geladen waren.

Geografische Herkunft

Ein Thema der Veranstaltungen war natürlich auch die geografische Herkunft von Olivenöl. Ihr kommt – neben dem Geschmack – beim Verbraucher eine ständig zunehmende Bedeutung zu. Dabei darf der Verbraucher sich nicht auf die Güteklasse auf dem Etikett alleine verlassen, er sollte vielmehr den Text des Etiketts genauer lesen. Je enger das Anbaugebiet eingegrenzt ist, desto eher kann man sich darauf verlassen, dass diese Olivenöle im Einzugsbereich des Produzenten gewonnen und gepresst werden. Denn ein langer Transportweg würde den Oliven schaden und die Qualität negativ beeinflussen. Eine EU-Verordnung aus dem Jahr 1998 schreibt deshalb vor: Steht auf einem Etikett für natives Olivenöl extra „produziert und abgefüllt in (Name des Ortes)“, so muss das Olivenöl in eben diesem Ort/der Region gewonnen, gepresst und abgefüllt werden.
Derartig etikettierte Olivenöle stammen meist aus kleinen Familienbetrieben, die Ernte und Herstellung mit viel Sorgfalt, Können und Tradition nachgehen. Hinter jeder Flasche steht viel und harte Arbeit. Die dort verarbeitete Qualität hat auch ihren Preis. Das gilt in gleichem Maße für Olivenöle, die aus einem geschützten Ursprungsgebiet (g. U.) oder einem geschützten geografischen Anbaugebiet (g. g. A.) stammen.

Schlüsselbegriff „nativ“

Da Olivenöle generell nur kaltgepresst werden, soll dieser Begriff aus der Herkunfts- und Qualitätsauslobung wegfallen. So wie es beim Wein unterschiedliche Ansprüche gibt, findet man diese auch bei Olivenöl. So kann man Olivenöle der Güteklasse „nativ extra“ oder „nativ“ aus verschiedenen, nicht speziell genannten Ländern zu einem Olivenöl „nativ extra“ oder „nativ“ mischen, das geschmacklich die Ansprüche von vielen Hausfrauen und Hobbyköchen erfüllt. Auch diese Öle können mild fruchtig oder mittel fruchtig nach Olive schmecken.
Da diese Öle aber aus verschiedenen Ländern des gesamten Mittelmeergebietes stammen und nicht den Anspruch einer besonderen regionalen Herkunft haben, wird auf den Etiketten nur der Abfüller genannt. Das Land des Abfüllbetriebes hat natürlich keine Beziehung zum Ursprungsland des Olivenöls. Das wiederum bedeutet aber nicht, dass solche Öle minderwertig sind. Zwangsläufig können sie wesentlich preiswerter sein.
Zwischen diesen beiden Ursprungsextremen gibt es im Rahmen der EU-Verordnung weitere Möglichkeiten der Deklarierung, die insbesondere deutlich machen, dass ein Abfüllort mit dem eigentlichen Ursprungsland des Olivenöls in den meisten Fällen nichts gemein hat. Ist aber die Herkunft aus einem Land auf dem Gebinde deklariert (z. B. aus Spanien), muss das Öl in Spanien gepresst sein und die Oliven in Spanien gewonnen worden sein.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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