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Olympisches Kochfest

18.11.2004

Österreich fand sich bei der Olympiade der Köche in Erfurt mehrfach am Siegertreppchen wieder.

Olympische Spiele sind zweifellos der Höhepunkt in jedem Sportlerleben. Olympia begeisterte heuer allerdings nicht nur die Sportwelt. Nach den Oympics und den Paraolympics in Athen standen heuer auch die Köche dieser Welt am Prüfstand – bei der IKA/ Olympiade der Köche, die vom 17. bis 20. Oktober im deutschen Erfurt über die Bühne ging.
Einer Olympiade angemessen ist der Wettbewerb in eine Vielzahl von Einzelbewertungen unterteilt, wo Dutzende Gold-, Silber- und Bronzemedaillen vergeben werden. Dabei ist die Olympiade der Köche im Wesentlichen nach sechs großen Teilbereichen strukturiert. Kernstück ist der Wettbewerb der Nationalmannschaften, bei dem ganze 32 Nationen um die olympischen Medaillen kämpften. Die Mannschaften hatten hier vier Disziplinen zu absolvieren, für die auch Einzelmedaillen vergeben wurden:
Dazu zählte zweimal „Kochkunst“, zum einen mit der Aufgabe Showplatten unter dem Titel „Fingerfood, Tapas und/oder Snacks“ zu fertigen, zum anderen wurden eine vegetarische Platte, ein dreigängiges Menü sowie vier verschiedene innovative Hauptgerichte verlangt.
Aufgabe Nummer 3 war in
der Kategorie Patisserie/Feinbäckerei zu absolvieren. Und schließlich galt es, das „Restaurant der Nationen“ zu bekochen: 110 Menüs mit warmer Vorspeise, Hauptgang und Süßspeise.
Eigene Wettwerbe gab es zudem in den Kategorien „Jugendnationalmannschaften“, „IKA Militärmannschaften“, „Patissiers“ und „Nationalmannschaften im GV-Bereich“. Ein weiterer Mannschaftsbewerb ist schließlich der „Regionalmannschaften IKA-Cup“, wo 53 Teams an den Start gingen. Und um den Bewerb abzurunden, durften sich auch Einzelaussteller in Wettbewerben präsentieren. Ergibt in Summe ein beeindruckendes Starterfeld von rd. 1.200 Köchen aus 36 Nationen dieser Welt.
Bilanz mit Höhen und Tiefen
Die Bilanz aus österreichischer Sicht war bei dieser Olympiade zwiespaltig.
Im Nationenbewerb konnte das vom Verband der Köche Östereichs entsandte Team um Walter Mayer für die Aufgabe „Restaurant der Nationen“ eine Silbermedaille und bei den kalten Platten zwei Bronzemedaillen erkämpfen. Die komplette Punktezahl in der Nationenwertung reichte dann allerdings nur für den 22. Gesamtrang. Gewonnen hat Schweden vor der Schweiz und den USA.
„Natürlich hätten wir gern besser abgeschnitten, drei Medaillen in Einzeldisziplinen sind freilich durchaus eine ansprechende Leistung“, meint Teamchef Walter Mayer. Das gelte umso mehr, wenn man die unterschiedlichen Rahmenbedingungen betrachte, unter denen die Teams an den Start gingen. Für die deutsche Nationalmannschaft etwa wurde eigens eine Kaserne mit 12 Küchen ausgestattet, um für drei Monate ideale Trainingsmöglichkeiten zu schaffen. Ganze 300 Betreuer unterstützten die deutschen Köche im Wettbewerb. Die neun Österreicher, die Rot-Weiß-Rot in der Nationenwertung vertraten, können von einem solchen Umfeld bislang nur träumen.
„Es gibt Sponsoren, die uns unterstützen, dafür sind wir natürlich auch sehr dankbar, doch ich denke, dass angesichts der Dimension und Tragweite der Kocholympiade das Potenzial hier noch nicht ausgeschöpft ist“, ist Mayer überzeugt.

Östrerreichs kulinarische Qualitäten brachten bei der Olympiade der Köche in Erfurt auch vier Gold-Medaillen ein. Absolut top waren die Österreicher im Bewerb „Nationalmannschaft GV“. Sie erwiesen sich als unschlagbar und wurden Olympiasieger im Catering. Ein zweites österreichisches Team holte sich den dritten Platz in dieser Kategorie.
Auch drei weitere österreichische Kochkünstler standen im Wettbewerbsprogramm der Koch-Olympiade im Rampenlicht: Die Salzburger Kochkünstler Angkana und Alex Neumayer sowie Manfred Höhenwarter gewannen drei Goldmedaillen in der Kategorie „Kochartistik“. Die drei schnitzen Kunstwerke aus Eis, modellieren Skulpturen aus Butter und anderen essbaren Materialien. Erlernt haben sie diese Kunst während ihrer beruflichen Tätigkeit in Asien, wo diesem Gebiet der Kochartistik weltweit die größte Anerkennung geboten wird. Das Trio nimmt jährlich an zwei internationalen Kochkunst-Wettbewerben teil. Und der Erfolg kann sich sehen lassen. Die Medaillensammlung beinhaltet jetzt schon 30 Goldmedaillen sowie zahlreiche andere Awards. In Aktiv-Kursen versuchen die drei ihr Wissen und ihre Techniken an interessierte Köche sowie Hobbyköche weiterzugeben.
Nicht ganz so erfolgreich war das Nationalteam der Patissiers. Dieses (nicht zu verwechseln mit den Patisserie-Aufgaben im Nationalmannschafts-Bewerb) platzierte sich unter sieben Nationen auf Rang fünf.
Im Wettbewerb der Jugendnationalmannschaften war Österreich zwar Titelverteidiger, jedoch dieses Mal gar nicht am Start. Auch unter den Regionalmannschaften fand sich kein österreichisches Team.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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