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The Oscar goes to …

24.03.2006

Seit 13 Jahren zeichnet Wolfgang Puck für das Gala-Diner zur Oscar-Verleihung verantwortlich. Als Lieblingskoch der Hollywood-Berühmtheiten avancierte der Österreicher in L. A. längst selbst zum Star.

Quiet, quiet, quiet!“ Es ist gerade 20.00 Uhr. Die volle Stimme von Küchenchef Lee Hefter fordert zum wiederholten Mal Stille in der Küche ein. Die Crew, die für das Anrichten des Oscar-Menüs verantwortlich zeichnet, wartet angespannt auf das endgültige „Go!“, um die Speisen für die Gäste der 78. Academy Awards auf die Teller zu bringen. Um spätestens 20.30 Uhr werden die rund 1.600 Gäste ihren Weg vom Kodak Theatre in Hollywood über vier Stockwerke nach oben zum „Governors Ballroom“ gefunden haben.
Gold in der Suppe
Für den ersten Hunger sind verschiedene delikate Amuse Geules auf den Tischen eingestellt. Matzes in Oscar-Form mit Lachs und Kaviar belegt werden durchserviert. Und den Menüs vorweg darf den Hollywood-Stars Wolfgang Puck´s berühmte Pizza mit unterschiedlichsten delikaten Auflagen natürlich nicht vor enthalten werden. Und dann fällt der Startschuss für den ersten servierten Gang. An fünf „Lines“ richten insgesamt 40 Personen eine Creme-Suppe mit Sellerie und Spinat an, die zur Veredelung mit Gold gewürzt wird. Die Walkie-Talkies der Service-Chefs laufen heiß, und fast 300 Servicemitarbeiter stürmen die Küche im Laufschritt, um sie mit den auf Silbertabletts angerichteten Suppentassen wieder zu verlassen.
In all dem Getümmel erscheint Wolfgang Puck wie ein Fels in der Brandung. Gerade noch hat er einem TV-Sender ein Interview gegeben, war im Ballroom mit der gesamten Crew zum Fototermin angetreten, um dann in der Küche immer wieder mit Hand anzulegen. Man sieht ihn Pizzas in den Ofen schieben, die eine oder andere Vorspeise anrichten und immer wieder die Speisezutaten verkosten.
Die Ruhe, mit der Wolfgang Puck der Oscar-Nacht begegnet, basiert nicht zuletzt auf einer großen Routine. Immerhin bestreitet er – oder besser gesagt das Wolfgang Puck Catering – zum 13. Mal das Gala-Diner für die Hollywood-Stars. Wolfgang Puck ist damit längst zum fixen Bestandteil und selbst zum Star dieses Mega-Events geworden.

„Quiet, qiuet, quiet!“ Mit voller Stimme übertönt Lee Hefter nochmals den tobenden Küchenlärm und fordert ein letztes Mal Konzentration ein, bevor das Hauptgericht angerichtet wird: gegrilltes
Huhn auf einem Trüffelrisotto, die knusprigen Hühnerstücke nochmals ausgiebig mit schwarzem Trüffel aus Perigord bedeckt. 16 kg dieser teuersten unter den teuren Speisezutaten streuen die Mitarbeiter am Ende der Lines auf die Hauptgerichte.
Die Kosten spielen bei der Umsetzung des Megaevents in Hollywood wohl nur eine untergeordnete Rolle. Der TV-Sender ABC kauft traditionell die exklusiven Übertragungsrechte der Oscar-Nacht. Der Sender und die knapp 40 Millionen Zuseher der Übertragung bescheren damit der Film Academy fürs ganze Jahr einen vollen Geldbeutel.
Partner mit Tradition
Ebenso traditionell wie die Kooperation mit ABC ist die Zusammenarbeit der Academy mit Wolfgang Puck Catering und den Sequoia Productions, die für die Inszenierung des Gala-Diners verantwortlich zeichnen. Dieser Kooperation liegt dabei weder ein langfristiger Vertrag zu Grunde, noch ist sie Ergebnis einer alljährlichen Ausschreibung. Der Auftrag wird schlichtweg jedes Jahr an Wolfgang Puck Catering erteilt. Zum einen, weil die Leistung stimmt. Zum anderen wohl, weil Wolfgang Puck in den 13 Jahren seines Oscar-Engagements längst selbst zum Star avanciert ist. Wenn er am roten Teppich die vergoldeten Schokolade-Oscars präsentiert, brandet der Jubel in gleichem Ausmaß auf wie beim Einmarsch der Holywood-Größen. Das Oscar-Menü wird medial inszeniert. Rund 100 Journalisten aus aller Welt stellen sich ein, wenn Puck einige Wochen vor dem Event die Speisefolge des Gala-Abend vorstellt.
Die Academy kommt am Puck Catering aber auch aus praktischen Gründen nicht vorbei. Das Unternehmen betreibt nämlich den Governors Ballroom ganzjährig als Catering-Location.
Das Zusammenspiel von Catering & Restaurant ist eine der Erfolgssäulen des Unternehmens. Minneapolis, Indianapolis, St. Louis, Chicago, Seattle, San Diego, Dallas und Washington sind neben L. A. weitere Standorte von Puck Restaurant & Catering, und jährlich kommen zwei bis vier weitere dazu. Dementsprechend expansiv sind die Umsatzpläne. 80 Mio. $ bis Ende nächsten Jahres, 150 Mio. $ bis 2009. Und dabei ist das nur einer von drei Unternehmensbereichen des Puck-Imperiums …
Mehr über die Erfolgsgeschichte des Wolfgang Puck in den nächsten Ausgaben der ÖGZ. Aus Los Angeles: Dieter Koffler

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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