Direkt zum Inhalt
v.l.o.: Christine Plüss, Egon Smeral, Pamela Binder, Peter Zellmann

Overtourism – was können wir tun?

30.08.2018

Zu viel an Tourismus wird immer mehr zu einem Problem. Welche Strategien gibt es, um die negativen Seiten des Tourismus einzudämmen? Das wollten wir von folgenden Experten wissen.  

Christine Plüss, Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung, Basel
„Das Phänomen der Überbelastung durch den Tourismus ist ja ein weltweites. Es gibt aber auch den Trend zu mehr Verantwortung beim Reisen. ,Slow Travel‘ ist zwar eine Nische, aber die Verantwortlichen im Tourismus sollten daraus eine Mainstream-Erscheinung machen. Reisen ist ein Konsumgut. Jetzt sind es über 1,2 Milliarden internationale Reisen im Jahr, bis 2030 sollen es 1,8 Milliarden sein. So wie jetzt gereist wird, unterwandert das globale Nachhaltigkeitsziele.“

Egon Smeral, Modul Privatuniversität, Wien
„Massentourismus kann durch Preiserhöhungen oder durch Limitationen eingedämmt werden. In Österreich, wo es im Skitourismus durch weniger Schnee ja auch eine Verknappung gibt, wurden z. B. die Liftpreise erhöht. Auf der anderen Seite gibt es dann die Kritik, dass sich arme Familien keinen Skiurlaub leisten können und der Wintersport zu einem Luxusgut wird. Eine sozial gerechtere Lösung wäre die mengenmäßige Limitierung: Da gewinnen dann die Frühaufsteher.“

Pamela Binder, TVB Inneres Salzkammergut
„Der Ansturm auf Hallstatt ist enorm gestiegen. Beim Tagestourismus haben wir das Limit erreicht. Wir haben vor allem ein logistisches Problem und arbeiten seit einem Jahr an einer Lösung. Dabei sind Touristiker, Spezialisten und die Bevölkerung eingebunden. Es ist wichtig, dass alle Betroffenen mitentscheiden. Für die Einwohner bietet der Tourismus ja auch Vorteile, etwa die Nahversorgung. Das neue Verkehrskonzept wird bis 2019 verwirklicht.“

Peter Zellmann, IFT, Institut für Freizeit- und Tourismusforschung Wien
„Massentourismus ist nichts Neues, aber wenn dieses Phänomen jetzt nicht von der, die Rahmenbedingungen gestaltenden, Politik ernst genommen wird, könnte es sich bis zur Unerträglichkeit steigern. Effektive Maßnahmen kann nur der Gesetzgeber treffen. Von touristischer Seite kann man mit Preissteigerungen gegensteuern oder durch vernünftige Zufahrtsbeschränkungen. Wichtig ist, dass alle Betroffenen in die Entscheidungsfindung eingebunden sind.“

 

Autor/in:
ute.fuith
Werbung

Weiterführende Themen

20.03.2019

Alle Jahre wieder poppt das Thema auf. Die Kammer rät Gastronomen zur Einführung von Stornogebühren. Wir sind gespalten.

Tourismus
16.03.2019

 

Hannes Parth und Theresa Haid haben Vitalpin auf der ITB präsentiert.
Tourismus
07.03.2019

„Vitalpin“ präsentierte sich auf der ITB in Berlin der Öffentlichkeit. Die aus Tirol ausgehende Interessengesellschaft will die Notwendigkeit einer kleinteiligen Tourismuswirtschaft im Alpenraum ...

Hallstatt, wie man es aus dem Prospekt kennt.
Tourismus
07.02.2019

Venedig bittet Tagesgäste demnächst zur Kasse. Hallstatt will Busse reduzieren.

Sara Dolnicar forscht über die Akkzeptanz von nachhaltigem Tourismus beim Gast
Tourismus
17.01.2019

„Re-Think Tourism“ war das Motto des ÖHV-Kongresses 2019 in Kärnten. An zweieinhalb Tagen wurde über Regionalität, Slow Food, Overtourism und Nachhaltigkeit nachgedacht. Hier die wichtigsten ...

Werbung