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Petra und die Pinguine

23.10.2006

Dr. Petra Stolba folgt Arthur Oberascher als Geschäftsführerin der Österreich Werbung nach.

Die Eigentümer der Österreich Werbung (ÖW), die zu 75 Prozent dem Wirtschaftsministerium und zu 25 Prozent der WKÖ gehört, haben vergangene Woche wie erwartet die bisherige Geschäftsführerin der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Petra Stolba (41), zur neuen ÖW-Chefin gekürt.
Stolba folgt Arthur Oberascher, der ab November als Vorstand und Miteigentümer zur Hotelgruppe Arcotel wechselt. Damit wird erstmals eine Frau an der Spitze der größten heimischen Tourismus-Marketingorganisation stehen.
Die Tourismusexpertin Stolba, die früher auch im Wirtschaftsministerium für den Tourismus zuständig war, war bereits im Vorfeld als Favoritin ins Rennen um den begehrten ÖW-Chefposten gegangen und wurde Mitte September nach den Kandidatenhearings auch erstgereiht. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein wollte die Bestellung aber erst nach den Wahlen bekannt geben.
Internationalisierung
vorantreiben
25 Kandidaten hatten sich für diese Top-Position beworben. Stolba hat sich letztendlich Mitte September gegen elf Mitbewerber in einem abschließenden Hearing vor einer Kommission, die sich aus den Vereinsmitgliedern der ÖW – Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer – zusammensetzte, durchgesetzt. Die gebürtige Wienerin ist seit 1990 in den verschiedensten Bereichen des Tourismus in leitenden Positionen tätig, u. a. war sie bei Volksbank Reisen, beim österreichischen Kongressverband Austrian Convention Bureau (ACB) und bei der Niederösterreich Werbung. Leitend tätig war Stolba auch bei beiden Eigentümern der ÖW: Im Wirtschaftsministerium war Stolba Abteilungsleiterin Grundsatzpolitik für Tourismus- und Freizeitwirtschaft, im Juli 2004 übernahm sie die Geschäftsführung der Bundessparte Tourismus in der WKÖ. Sie war damals die erste Frau in der gesamten WKÖ, die eine Sparten-Geschäftsführer-Position besetzte.
Die designierte neue ÖW-Chefin will in ihrer neuen Funktion die Internationalisierung des österreichischen Tourismus vorantreiben, die Kooperationen in der Branche ausbauen und die Marke Österreich stärker positionieren. Zentrale Herausforderungen seien dabei der verschärfte internationale Wettbewerb und die veränderten Gästewünsche.
77 Prozent der Nächtigungen entfallen auf Gäste aus Österreich, Deutschland und den Niederlanden: „Hier ist Handlungsbedarf gegeben“, betonte Stolba. Die Zahl der internationalen Ankünfte sei zwischen 1995 und 2005 jährlich um 1 Prozent gestiegen, in fünf Jahren will Stolba ein Wachstum von drei Prozent erreichen.
Kooperation mit den WKÖ-Außenhandelsstellen
Um die Internationalisierung voranzutreiben, will die Kooperation mit den WKÖ-Außenhandelsstellen ausbauen: Damit habe der Tourismus 130 weltweite Vertretungen, die sinnvoll genutzt werden sollen, so Stolba.
Verstärken will die neue Geschäftsführerin auch die Kooperation mit den Landestourismus­organisationen bzw. den Destinationen sowie mit Touris­musbetrieben „vom Hotel bis zu den Reisebüros“. Für das Problemkind Sommertourismus, der mit stagnierenden bis rückläufigen Nächtigungszahlen kämpft, gebe es „kein einfaches Rezept“, meint Stolba. Das Angebot sei aber definitiv zu witterungsabhängig, Urlaub in Österreich müsse mit Innovationen angereichert werden. Zentral für den österreichischen Tourismus sei auch die Frage der Verkehrsanbindung, bei den Fluganbindungen wäre eine bestmögliche Ausgestaltung wünschenswert, meinte Stolba unter Bezug auf die Austrian Airlines.
Marketingmittel neu
verteilen
Nachdenken will Stolba auch über eine neue Verteilung der Marketingmittel: „Wir können es uns sicher nicht leisten, den deutschen Markt nicht zu bearbeiten, über die Gewichtung der Marktbearbeitung kann man aber diskutieren“, so Stolba. Die ÖW hat für 2007 ein Budget von 50,7 Mio. Euro zur Verfügung, 24 Mio. Euro davon kommen vom Bund und 8 Mio. Euro von der Wirtschaftskammer, der Rest entfällt auf etwa in Kooperation mit den Ländern erwirtschaftete Eigenleistungen.
Bei der unter Arthur Oberascher konzipierten und in der Branche teils heftig umstrittenen Werbelinie plant Stolba keine wesentliche Veränderung: „Ich bin als Tierpflegerin angetreten, die Pinguine bleiben.“ Die Idee, dass die beiden Pinguine als Weltreisende endlich in Österreich ankommen, sei „perfekt“, meinte sie.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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