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Pflaumen sind doch Zwetschken

13.09.2004

Ein Rosengewächs trat vor cirka 3.000 Jahren über Griechenland seinen Siegeszug durch ganz Europa an. Der Pflaumenbaum (Prunus domestica) kann bis zu zehn Meter hoch werden und kam ähnlich wie die Weinrebe aus der Sphäre der Perser.

Er erreichte Italien im 2. Jahrhundert nach Christus. Prunus d. Subspecies italica wird die „Reine Claude“, Königin Claudia, also die Ringlotte noch genannt. Die Ringlotte aber ist in Frankreich erst seit dem 15. Jahrhundert nachgewiesen. Die Mirabelle heißt syriaca, und die Zwetschke wurde ursprünglich Prunus domestica oeconomica genannt. Dann kam man aber darauf, dass das überhaupt keinen Sinn ergibt, weil der Zwetschkenbaum grundsätzlich zur „Bastardisierung“, oder schöner, kulinarischer ausgedrückt, zum genetischen Cross-over neigt. Daher gibt es in nahezu jeder Region Europas eigene Erscheinungsformen – bis auf die Mirabelle, die am ehesten Weinbaugebiete mit südlichem Klima liebt.
Vereinfachend kann man sagen, dass die Pflaume eher klein und rund ist und der Kern sich nicht leicht löst, die Zwetschke (elsässisch Quetsch) länglich oval geformt ist und deren Stein sich gut entfernen lässt.
Eines haben aber alle Zwetschken gemeinsam: Erstens halten sie in getrockneter Form den Weltrekord an so genannten sekundären Pflanzenstoffen, Antioxydantien und Fänger von freien Radikalen, daneben enthalten sie jede Menge Vitamine. Menschen mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt sollten aber nur wenig von ihnen zu sich nehmen, denn Zwetschken haben eine eigene, ausgesprochen anregende Wirkung.
Ein altes Sprichwort sagt: Zwischen Böhmen und Mähren gibt es nur einen Unterschied: Was man aus den Zwetschken macht. Was den einen ihr Powidl, ist den anderen ihr Slivowitz. Aus diesen Regionen stammt also viel Zwetschken-Tradition, wie man spätestens seit dem legendären Wirt Neugröschl aus der Tante Jolesch weiß. Die Steinfrucht mit der pikanten Fruchtsüße ist jedenfalls nicht nur als Zwetschkenröster oder Powidl fixer Bestandteil des kulinarischen Herbsts.

Die Rezepte stammen von Christoph Winkler, „maranello“, Wien (www.maranello.at), die Weinempfehlungen von Joseph M. Schuster, Firma Del Fabro, (www.delfabro.at), der für das „maranello“ ein neuartiges, regionales Weinkonzept entwickelt hat.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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