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Plan-T: mehr regional, mehr digital

03.10.2018

Tourismusstrategie: Bis März 2019 sollen Expertengruppen den neuen Plan erstellen.  

Es ist Welttourismustag und der Blick von der Terrasse des „Haus des Meeres“ bietet einen hervorragenden Blick über die Wiener Innenstadt. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger ist gekommen, um über die Zukunft zu sprechen. Und sie hat durchwegs erhellende Zahlen im Gepäck: Die Nächtigungen gehen weiter nach oben, und überhaupt scheint der Tourismus in unsicheren Zeiten (Stichwort: Digitalisierung, Industrie 4.0) ein letzter Jobgarant zu sein (700.000 Beschäftigte). Dass die Branche aber auch hie und da der Schuh drückt, ist auch bekannt. 

Rahmenbedingungen

Der bereits chronische Fachkräftemangel, Finanzierungsprobleme hemmen die Branche ebenso wie die eine oder andere bürokratische Hürde. Köstingers Ansage ist es, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Dafür hat sie bereits im März einen „Plan-T“ als neue Tourismusstrategie angekündigt. Gemeinsam mit Tirols Landeshauptmann ­Günther Platter (ÖVP) und der Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Petra Nocker-Schwarzenbacher, gab sie nun einen Zwischenbericht ab. 

Für die weitere Vorgangsweise stützt sich Köstinger, die auch als Landwirtschaftsministerin fungiert, auf eine Befragung von 600 Touristikern. Demnach sehen rund 87 Prozent sehr großes und großes Potenzial in der weiteren Kooperation mit der Landwirtschaft. Wichtig dabei sind vor allen die Themen Kulinarik mit 83 Prozent, Urlaub am Bauernhof 71 Prozent und die Erhaltung unserer Landschaft mit 72 Prozent des gesehenen Potenzials. 
Bis März (die Präsentation soll vermutlich auf der ITB in Berlin erfolgen) soll der „Plan T“ als „Masterplan für Tourismus“ stehen. „Wir gestalten die Strategie nicht mit irgendwelchen Agenturen, sondern laden alle ‚Stakeholder‘ und Involvierten mit ein“, betonte Köstinger die Vorgangsweise. In den Arbeitsgruppen soll es um diese neun Kernthemen gehen:

  • Kooperation zwischen Tourismus, Landwirtschaft und Kulinarik
  • Nachhaltiger Tourismus
  • Neue Wege der Tourismusförderung und Finanzierung
  • Die Entwicklung eines zukunftsgerichteten Indikatorensystems
  • Marketing, Werbung und Kommunikation
  • Touristische Rahmenbedingungen
  • Arbeitsmarkt sowie Aus- und Weiterbildung
  • Digitalisierung im Tourismus ­vorantreiben
  • Internationale Trends und He­rausforderungen im Tourismus

Nocker-Schwarzenbacher begrüßte den offenen Innovationsprozess. „Wir kennen die Sorgen und Pro­bleme von 90.000 Unternehmen im Tourismus – wir wissen, wo der touristische Schuh drückt.“ Und der Tiroler Landeshauptmann Platter sieht in der Strategie einen wichtigen Impuls für den ländlichen Raum. „Wir wollen dafür sorgen, dass wir Landflucht vermeiden – wir müssen der Jugend in den Tälern eine Zukunft bieten.“

Mehr zum Thema: Der ÖGZ-Kommentar "Warten auf Köstingers Plan"

 

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