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Positive Signale für den Aufwärtstrend

23.03.2005

Die Internationale Tourismus-Börse ITB in Berlin hat auch heuer der Reisebranche wieder wichtige Impulse gegeben – Auslandsreisen legten im vorigen Jahr weltweit um neun Prozent zu – Nachfrage nach Kreuzfahrten steigt – Internet wird immer wichtiger.

Die Bilanz der 39. ITB, die von 11. bis 15. März in Berlin stattfand, ist äußerst positiv. „Die internationale Tourismus-Branche hat die Talsohle durchschritten: Es geht wieder aufwärts“, sagte Dr. Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin. Alleine die Zahlen der Messe sind mehr als deutlich: Mit 10.409 Ausstellern aus 181 Ländern gab es einen neuen Ausstellerrekord und trotz Kälte und Schnee zu Beginn konnte mit 142.351 Besuchern die hohe Besucherzahl des Vorjahres übertroffen werden.

Auslandsreisen boomen
Den positiven Trend bestätigt auch Klaus Laepple, Präsident des Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verbandes (DRV): „Die Stimmung und die Entwicklung in der Reisebranche sind gut. Die Wende ist geschafft, und zwar nachhaltig.“ In der durch Terror, Krieg und Krisen geschüttelten Branche herrscht Aufbruchstimmung. Die Reiselust ist ungebremst und der Rubel rollt. Weltweit waren laut WTO (Welt-Tourismus-Organisation) letztes Jahr 760 Millionen Touristen unterwegs, während es 2003 nur 694 Millionen waren. Zulegen konnten vor allem die Auslandsreisen, die, nach den Ergebnissen des „World Travel Monitors“, insgesamt um 9 Prozent stiegen. Grund dafür sind die rasche Erholung von der SARS-Epidemie, die Steigerung des Wohlstandes und die rasante Ausbreitung von Low-Cost-Angeboten. Verursacht wurde der Anstieg vor allem durch ein hohes Wachstum in Asien (plus 31 Prozent). Auch der amerikanische Kontinent legte mit 11 Prozent überdurchschnittlich zu. Afrika und Europa waren dagegen mit einer Steigerung von 6 und 5 Prozent schwach unterwegs.

Rundreisen äußerst beliebt
Die dynamischsten Quellmärkte für Auslandsreisen in Europa waren 2004 Großbritannien (+5,3 Millionen), der Mittelmeerraum (+3,5 Millionen), Frankreich (+3,0 Millionen), Deutschland (+1,4 Millionen), Russland (+1,0 Millionen) und die Niederlande (+1,0 Millionen). Am beliebtesten war das Segment „Rundreise“ (+13 Prozent), gefolgt von „Städtereisen“ (+12 Prozent), „Urlaub auf dem Land“ (+11 Prozent) und „Sun & Beach Urlaube“ (+5 Prozent).
Die beliebtesten Reiseziele der Europäer waren 2004 Spanien und Frankreich. Österreich belegte in dieser Statistik den fünften Platz, hinter Italien und Deutschland.

Urlaub hoch im Kurs
Nach Meinung von WTO-Generalsekretär Francesco Frangialli erwies sich der Tourismus somit als widerstandsfähig: „Es zeigt, wie stark das Verlangen nach Reisen und Urlaub in unserer postmodernen Gesellschaft ist.“ Bestätigt wird diese Einschätzung durch eine Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (F.U.R) in Deutschland. Das Ergebniss lässt erkennen, dass sich die Deutschen durch nichts den nächsten Urlaub verderben lassen. Die Urlaubsreise behält daher ihren hohen Stellenwert. Nur Einsparungen bei Lebensmitteln und der Gesundheit fielen den Befragten noch schwerer als der Verzicht auf den wohlverdienten Urlaub.

Internetnutzung steigt
Hoch interessant ist auch das Ergebnis der F.U.R-Analyse in Bezug auf die Informationsquellen. Die Nutzung des Internets hat sich nämlich in den letzten vier Jahren rasant gesteigert. Bereits bei 19 Prozent der Reisen im Jahr 2004 (2000: 6 Prozent) holten sich die Deutschen Informationen aus dem World Wide Web. Die Zahl der „Internetbucher“ liegt deutlich unter der der „Internetinformierer“, die Entwicklung führt aber auch hier steil nach oben. Im Rahmen des ITB-Kongresses „Tourism Technologies“ wies Thomas Helbing, Vorstand der Firma Ray Sono, darauf hin, dass die Unternehmer zwecks Profit bei der Website gezielter auf die spezifischen Zielgruppen eingehen sollten. Weiterer Hinweis für die Aufbereitung von Internetseiten: keep it simple and stupid.

Frische Brise auf hoher See
Viel Bewegung gibt es auch im Seereise-Sektor. Neue Trends und innovative Konzepte brachten eine frische Brise in den Kreuzfahrtmarkt. Statt Steifheit und Abendgarderobe, gibt es jetzt lockere Atmosphäre, Schnuppertouren für Einsteiger, Last-Minute-Buchungen wie bei Pauschalreisen und eine flexiblere Preisgestaltung. Dadurch wurden Kreuzfahrten auch für ein jüngeres Zielpublikum interessant. „AIDA Cruises“ verzeichnet daher 2004 mit vier Schiffen 211.000 Gästen und einem Umsatz von 370 Millionen Euro das erfolgreichste Jahr der Geschichte.

Asien-Buchungen ziehen an
Nach dem teils drastischen Rückgang der Gästeankünfte in Sri Lanka, Malediven, Teilen Thailands und Indonesiens nehmen laut WTO seit einigen Wochen die Buchungen und Reisen wieder zu. Francesco Frangialli, Sekretär der WTO, hob bei seinem ITB-Resümee die gute Stimmung hervor: „Die Botschaft ist, dass der Tsunami den Asien-Tourismus nicht unterkriegen konnte. Dieser befindet sich voll auf Wachstumskurs.“ Er rechnet für 2005 mit einem weiteren weltweiten Aufschwung beim Tourismus, mit Asien als eines der Zugpferde. Die Vermarktungsoffensive der betroffenen Länder und Gebiete war schon auf der ITB zu merken. Erstmals war Asien mit einer zweiten Halle vertreten.

Preispolitik unter Beschuss
Ohne Stand auf der Messe machte der deutsche Reiseveranstalter Alltours auf sich aufmerksam. Bei der Pressekonferenz abseits des Messegeländes kritisierte Geschäftsführer und Inhaber Willi Verhuven die Geschäftsgebarungen der Low-Cost-Carrier und forderte Mindestpreise von 70 bis 90 Euro pro Ticket. Die absurde Preispolitik zerstöre seiner Meinung nach beim Verbraucher das Gefühl für Leistung und sei außerdem kaufmännisch unseriös. Zusätzlich befürwortet er den Plan der EU-Kommission staatliche Beihilfen für Low-Cost-Carrier zu beschneiden. „Es bedarf der Sicherstellung der Gleichbehandlung aller Fluggesellschaften an einem Standort“, mahnte Verhuven. Darüber hinaus forderte er die Einführung einer verbindlichen Konkursversicherung für Airlines wie sie für Reiseveranstalter schon seit Jahren vorgeschrieben ist. Damit reagiert er auf die Expertenthese, dass von derzeit etwas mehr als 50 Low-Cost-Airlines in Europa längerfristig nur vier bis fünf Gesellschaften übrig bleiben würden. Nichtsdestotrotz rechnen die Experten mit weiter ansteigenden Fluggastzahlen: Der Zuwachs bei den Billigfliegern soll 27 Prozent betragen, bei den Linien- und Regionalfluggesellschaften soll es zu einem Zuwachs von 6 Prozent kommen.

Charmantes Österreich
Auch Österreich machte heuer mächtig Wind auf der ITB – mit der Initiative, den österreichischen Charme als Weltkulturerbe schützen zu lassen. Es ist eine Idee der Bundessparte Tourismus und des Veranstalterverbandes Österreich, die auch zu je fünfzig Prozent von diesen finanziert wird. „Musik war schon immer ein wichtiger Teil des typisch österreichischen Charmes“ dazu Senator h.c. KR Ing. Hugo Reinprecht-Wallsee, Präsident des Veranstalterverbandes. Eine Auswahl an signifikanten Charme-Beispielen wurde bei der Ausstellung „endlich österreich“ in Berlin dem breiten Publikum vorgestellt.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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