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Pro & Contra: Skifahren unter der Herbstsonne

31.10.2019

Auf der Resterhöhe in Mittersill (Pinzgau) wird bei plus 15 Grad Ski gefahren. Der WWF schickte uns die Bilder und kritisiert die künstliche Piste scharf. Die Betreiber verteidigen sich: Der ökologische Fußabdruck würde – dank Snowfarming – stimmen.

 

PRO

Ja , weil aufgetaute Aufregung
Natürlich wirkt es skurril, wenn man sich bei spätsommerlichen Temperaturen die Skier anschnallt. Aber bitte, was soll diese alljährlich aufgetaute Aufregung, wenn in Mittersill in den Kitzbüheler Alpen die ersten Pisten des Jahres präpariert werden. Dahinter steckt bekanntlich ein Snowfarming-Projekt, bei dem Schnee aus dem Vorwinter konserviert wird. In diesem Sinne sei das ökologischer, als Kunstschnee zu produzieren, sagen die verantwortlichen Seilbahnen. Und das Schneeband wirkt jetzt auch nicht so einladend, dass Mittersill damit den Ski-Massentourismus bedienen will. Es geht um Rennteams, die sonst weitere Wege auf Gletscher oder nach Übersee in Kauf nehmen würden. Das wäre klimaschädlicher.

CONTRA

Nein, das Zeichen ist falsch
„Die Ersten am Berg sein“, damit sollen in den Kitzbüheler Alpen die Hotels schon Anfang Oktober gefüllt werden. Der Schnee wird rangekarrt und zu einem jämmerlichen Band zusammengeschoben. Daneben versucht man sich hierzulande als Qualitäts-Destination zu positionieren. „Komm nach Österreich und genieße die unberührte Natur“, lautet da das Marketingversprechen. Welch närrische Diskrepanz herrscht aber zwischen Anspruch und Wirklichkeit! Wer seinen Gästen bei spätsommerlichen Temperaturen Skivergnügen verspricht, setzt ein Symbol gegen die laufende Klimadebatte. Es wird die industriegesellschaftliche Botschaft vermittelt, der Mensch stehe über allem. Das ist so was von retro! 

Original erschienen am 31.10.2019: Gast.
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