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Pro & Contra: Stornogebühren beim Wirten?

20.03.2019

Soll man Gäste zahlen lassen, wenn sie reservieren und nicht erscheinen? Ein Für und Wider von No-Show und Stornogebühren in Restaurants

Pro

Simon Taxacher tut es, 200 Euro pro Gast pauschal und bucht das über die Kreditkarte ab. Fabios tut es, zumindest theoretisch: 50 Euro pro Person. Im Ausland ist es eher üblich als bei uns, in der Hotellerie auch. Obwohl bei Letzterer das Gratisstorno gegen einen kleinen Aufpreis wieder üblicher geworden ist. Die Kammer rät den Wirten, bei Reservierungen Stornogebühren zu verlangen. Peter Dobcak (Obmann in Wien) sieht das als Ausdruck von Wertschätzung gegenüber der Branche, Peter Trost in Tirol als Erziehungsmaßnahme. Der Kärntner Stefan Sternard sieht das Problem vor allem an gut gebuchten Tagen: „Nicht nur für den Wirt, der damit Umsatz verliert, sondern auch für die Gäste, die abgewiesen werden müssen.“ Für ihn geht es auch um Fair Play. Auch rechtlich stehen die Wirte eher auf der sicheren Seite: „Eine Tischreservierung ist keine reine Gefälligkeit“, sagt Juristin Constanze Fischer-Czermak. 

Contra

In der Realität sieht es aber anders aus: Selbst pauschale Stornogebühren würden vor Gericht eventuell gemäßigt werden, wenn der Wirt keinen echten Schaden nachweisen kann. Er hätte den Tisch ja weitergeben können. Viele tun das auch: Besonders wenn viel los ist, ist der Tisch nach 30 Minuten weg. Oder man ruft den Gast kurz vorher noch mal an, besonders bei größeren Gruppen. Gastfreundschaft und Stornogebühren vertragen sich nicht, sagen viele Wirte, besonders die, die nicht zu den hochpreisigen gehören. Wenn man bei einer Reservierung gleich mit Gebühren droht, werden viele Gäste abgeschreckt. Auch deshalb kocht diese Diskussion immer wieder hoch und erkaltet auch recht schnell. Am Ende kommt es wohl auf das Fingerspitzengefühl an.

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