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Prosecco: Frizzante, Spumante oder still?

30.06.2004

Prosecco ist die Bezeichnung einer Rebsorte, die ausschließlich in Italien angebaut wird. Produktionsgebiet ist die Region Veneto, vorzugsweise die Provinz Treviso, wobei das Herzstück der Produktion die Hügel um Conegliano-Valdobbiadene sind.

Auf den Hanglagen zwischen Conegliano und Valdobiadene ist Handarbeit gefragt

Prosecco gibt es sowohl als den bekannten Schaumwein, aber auch als stillen Wein. Die weit verbreitete Meinung stimmt daher nicht, dass Prosecco ein Synonym für Schaumwein oder gar der italienische Schaumwein schlechthin ist.
Die verschiedenen Herkunftsbezeichnungen des Prosecco
Alle Weine, die auf dem Etikett als Prosecco bezeichnet sind, werden aus der gleichnamigen Rebsorte erzeugt. Dabei sind folgende Bezeichnungen gestattet:

Prosecco VSAQ (aromatischer Qualitätsschaumwein):
Herkunft der Trauben aus den Regionen Veneto, Friaul Julisch Venetien oder Trentino Südtirol. Höchstertrag 25.000 kg pro Hektar.
Prosecco IGT (Indicazione Geografica Tipica = Landwein):
Je nach Herkunft drei Kategorien, nämlich Prosecco del Veneto, della Marca Trevigiana oder dei Colli Trevigiani; Höchstertrag ebenfalls 25.000 kg pro Hektar.
Prosecco DOC (kontrollierte Ursprungsbezeichnung):
Neben einem kleinen DOC-Gebiet in Montello und den Hügeln um Asolo ist das berühmte Prosecco DOC-Anbaugebiet die Hügellandschaft zwischen den Ortschaften Conegliano und Valdobbiadene. Höchstertrag 12.000 kg pro Hektar sowie strenge Kontrollen der Traubenmenge und organoleptische Prüfung durch eine Kommission von Önologen.
Das Anbaugebiet DOC Conegliano-Valdobbiadene
Eine Reihe von Hügelketten verläuft in Ost-West-Ausrichtung von der Ebene Richtung Voralpen. Der Schutz der Dolomiten im Norden und der Einfluss der Adria im Süden sind prägend für das Klima. Zentrum der Weinproduktion ist die Stadt Valdobbiadene. In 15 Gemeinden bewirtschaften über 3.000 Winzer eine Rebfläche von 3.900 Hektar. Wein wird nur in den sonnigen Hügelzonen zwischen 50 und 500 Meter Seehöhe angebaut, während die Nordlagen meist Waldgebiet sind. 104 Hektar dieser Gesamtrebfläche (knapp 3%) sind als Unterzone „Superiore di Cartizze“ ausgewiesen, wo jährlich eine Million Top-Schaumwein produziert wird. Für den Sorten-Mix des Prosecco DOC Conegliano-Valdobbiadene sind 85% Prosecco zwingend vorgeschrieben; die restlichen 15% dürfen von den Sorten Verdiso, Perera, Bianchetta oder Prosecco lungo, einer Variante des eigentlichen Prosecco, stammen.
Die unterschiedlichen Weintypen des Prosecco
Spumante (Schaumwein):
Im Spumante kommt der Charakter des Prosecco in voller Größe zur Entfaltung. Er wird vorwiegend in zwei Arten ausgebaut: Als „Extra Dry“ und als „Brut“. Bei ersterem wird die Gärung unterbrochen, solange noch etwas Restzucker vorhanden ist (12–20 g/Liter). Dies ist der „klassische“ Prosecco, der die Sortenaromatik mit dem erfrischenden Geschmack der Kohlensäure verbindet. Das Aroma ist reich an Obstnoten von Apfel und Birne sowie ei-ner Spur von Zitrustönen, die auch floralen Charakter annehmen. Am Gaumen weich und dank einer prägnanten Säure zugleich auch trocken (mit 8–10 Grad zu servieren).
Beim „Brut“ wird die Gärung fast zu Ende geführt (Restzucker maximal 15 g/Liter). Er ist sozusagen der „modernere“ Prosecco und ist gekennzeichnet von reichhaltigen Aromen von Zitrusfrüchten und vegetalen Noten, ergänzt vom Duft nach Brotrinde. Er verfügt über einen trockenen frisch-herben Geschmack sowie einer feinen und lebhaften Perlage (mit 7–9 Grad zu servieren). Die besonders edle Variante des Prosecco „Superiore di Cartizze“ wird fast ausschließlich „Dry“ ausgebaut (mit 17–35 g/Liter Restzucker). Seine Aromen sind einladend und vielfältig, vom Apfel über Birnen, Marillen, Zitrusfrüchte und Rosen bis hin zu einem charakteristischen Abgang nach glasierten Mandeln.
Frizzante (Perlwein):
Das ist der einfache und unmittelbare Prosecco, gerne getrunken von jungem Publikum. In der Variante mit Flaschengärung und langem Hefelager, der meist in Tanks vergoren wird, ist er der eigentliche Botschafter der Prosecco-Tradition. In der Nase mit Noten nach Blüten und Obst, wobei grüne Äpfel und Zitrusfrüchte hervorragen, vereint er den zarten Duft der Traube mit dem leichten Prickeln der Kohlensäure
zu leichter und trockener Frische (mit 8–10 Grad zu servieren).
Tranquillo (Stillwein):
Dieser Wein ist außerhalb seines Ursprungsgebietes am wenigsten bekannt. Er wird aus sehr reifem Traubenmaterial gewonnen; die Vinifizierung erfolgt mittels einer kurzen Kaltmazeration auf den Schalen, um dem Wein mehr Aromen und Struktur zu geben. Er zeigt typische Fruchtnoten des Apfels und der Birne, dazu Töne von Mandeln und Blütenhonig, manchmal mit einem aparten leichten Bitterton im Abgang. Da er nicht sehr lagerfähig ist, sollte der stille Prosecco rasch getrunken werden.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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