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Die Lockdowns haben die Bestellungen nach Hause angekurbelt und damit fällt weit mehr Verpackungsmüll an.

Pseudo-Nachhaltigkeit ade

20.05.2021

Expertise: Wie man Gastrobetriebe nicht nur nachhaltig führen, sondern auch gut vermarkten kann. 

Lisa Reichkendler
Zur Autorin

Lisa Reichkendler betreibt eine gleichnamige One-­Woman-Kreativagentur in Wien. Sie unterstützt zahlreiche Gastronomiebetriebe mit einer ganzheitlichen Marketing-Beratung. Sie bietet Konzepte und Ideen, um Firmen nicht nur erfolgreicher, sondern auch „glücklicher und nachhaltiger“ zu machen.
www.lisareichkendler.com 

Die Kraft von Geschichten wird in der Kommunikationsbranche, aber auch in anderen Bereichen der Wirtschaft bereits gewinnbringend eingesetzt. Denn mit sinnstiftenden Aktionen, ehrlichen Produkten und authentischen Unternehmenswerten lassen sich gute Geschichten erzählen. Und mittels Geschichten merken sich Menschen komplexe Inhalte leichter. 

Emotionale Themen können in der Kommunikation gut eingesetzt werden. Dazu gehören auch die Themen Nachhaltigkeit und Regionalität. Authentische Nachhaltigkeitskommunikation kann Vertrauen schaffen und führt idealerweise zu einer Bindung des Empfängers an die jeweilige Marke. 

COVID-19 und die Krux mit dem Müll 

Die Corona-Pandemie hat das kritische Auge vieler Konsumentinnen und Konsumenten noch einmal geschärft. Sie konsumieren bewusster, aber auch sparsamer als vor der Krise. Gleichzeitig haben die vielen Lockdowns auch die Bestellungen nach Hause angekurbelt und damit fällt weit mehr Verpackungsmüll an, als uns lieb wäre. Zeit, sich auch in der Gastronomie nachhaltige Konzepte zu überlegen. Plastikfreie Alternativen, wie etwa Bambus, Palmenblatt und Holz gibt es schon eine ganze Weile. Doch es gibt noch innovativere Ansätze, die Gastronomen ganz leicht in ihr Geschäftsmodell integrieren können. 

Best Practice – sie machen es anders

Das deutsche Start-up Vytal, das in Kürze auch in Wien durchstarten will, bietet ein digitales und pfandfreies Mehrwegsystem an, das es Kunden ermöglicht, ihre Essenslieferungen umweltschonend zu genießen. Mittels App und QR-Code funktioniert die Bestellung und Rückgabe der recycelbaren Kunststoffbehälter über die teilnehmenden Partner-Res­taurants. Ähnlich ist das Prinzip des österreichischen Unternehmens Skoonu. Für den Gast ist das Mehrweggeschirr kostenlos, die Restaurants zahlen eine kleine Gebühr pro Geschirr – weniger, wenn sie es selbst waschen. Um die Behälter an die Lokale zu verteilen, fährt ganz umweltbewusst ein Lastenrad durch die Hauptstadt. Nur zwei Beispiele, die ein ganzheitliches Agieren als Gastronomiebetrieb unterstützen. 

Wie macht man ­nachhaltiges Storytelling richtig?

Es ist ganz einfach: Indem man seine Positionierung schärft, sich bewusst wird, für welche Werte das eigene Unternehmen steht und sie im Betrieb lebt. Ein nachhaltiger Strohhalm ist bereits Normalität geworden, aber eine durchdachte Nachhaltigkeitsstrategie, die bei den Mitarbeitern anfängt und sich bis zum Lieferservice durchzieht, wertet das Unternehmen enorm auf. Die Brisanz des Themas Nachhaltigkeit wird noch länger bestehen und das ist gut so. Wer als Wirt oder Gastronom auf eine ganzheitliche, nachhaltige Unternehmenskultur in all seinen Facetten setzt, wird durch Storytelling im „Außen“ gleich doppelt profitieren. 

Tools für nachhaltiges ­Storytelling

• Vor Ort: Die Speisekarte, kleine Aufsteller auf den Tischen oder auch Sprüche am WC erfreuen sich großer Beliebtheit, wenn es um Storytelling geht. Dabei ist es wichtig, das Personal dementsprechend über die Produkte in Kenntnis zu setzen – etwa, woher die Lebensmittel stammen, mit welchen Produzenten man zusammenarbeitet etc.
• Social-Media-Plattformen: Hier lassen sich Geschichten mittels Fotos, Texten oder Videos erzählen. Der Erfolg von Storytelling kann auf Social Media präzise analysiert werden.
• Podcast oder Clubhouse App: Audio lässt sich hervorragend für Storytelling nutzen, z. B. über Podcasts, die wie eine eigene Radiosendung gestaltet werden oder über die Gespräche-App Clubhouse. 

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