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Qualifikation macht sich doppelt bezahlt

20.04.2011

lohnbenchmark.at: Lohnentwicklung der österreichischen Hotellerie im Winter 2010/11. Auf Initiative der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) wurde 2007 in einem Kooperationsprojekt mit Kohl & Partner Tourismusberatung und dp personal software eine Plattform zur Ermittlung der Lohnbenchmarks in Österreichs Hotellerie geschaffen.

www.lohnbenchmark.at bietet Unternehmern und Managern im Tourismus als professionell aufbereitetes Web-Tool permanent aktuelle, individuelle und detaillierte Abfragen. Die Ergebnisse beruhen auf Lohndaten von 10.400 Mitarbeiter in der Ferienhotellerie und ermöglichen damit den Vergleich der aktuellsten Löhne und Gehälter in der Ferienhotellerie. Die Lohnbenchmarks der vergangenen Wintersaison basieren auf der Auswertung von Februar 2011. Bei den dargestellten Ist-Löhnen handelt es sich um Bruttolöhne exklusiver Arbeitgeber-Abgaben. Festzuhalten ist, dass sich die aktuelle Stichprobe – der Jahreszeit entsprechend – auf die Wintersportdestinationen konzentriert und somit den Schwerpunkt in Vorarlberg, Tirol und Salzburg hat.

 

Mehr offene Stellen

Die Entwicklungen am touristischen Arbeitsmarkt konnte auch in den letzten, wirtschaftlich schwierigeren Zeiten eine positive Bilanz ziehen. Der Aufschwung in der Wirtschaft bildet sich im ersten Quartal 2011 durch einen deutlichen Anstieg (+15%) der offenen Stellen im Bereich der Beherbergung und Gastronomie ab. Somit sind laut den Markt-Daten des AMS (Arbeitsmarktservice) 118.079 freie Stellen in der österreichischen Ferienhotellerie und Gastronomie gemeldet. Hauptfokus der offenen Stellen liegt – wie auch die Jahre zuvor – bei folgenden Berufsgruppen: Servicemitarbeitern (7.334 Küchenfachkräften (4.831) Hilfskräften im Bereich Küche (2.728) (Daten lt. AMS (Arbeitsmarktservice 1. Quartalsbericht 2011 – offene Stellen, bearbeitet von der Kohl & Partner Tourismusberatung)

 

In einer Gegenüberstellung des Winter- und Sommertourismus wird deutlich, dass die Wintersportdestinationen (132 Betriebe mit über 4.700 Mitarbeiterdatensätzen) seit Einführung des Lohnbenchmarks in 2007 über eine aus Mitarbeitersicht sehr attraktive Lohnentwicklung verfügen. Der aktuelle Lohnbenchmark von Februar 2011 zeigt, dass in den Wintersportdestinationen durchschnittlich rund 170,- Euro brutto pro Monat mehr als im Vergleichszeitraum 2007 verdient wird. Zusätzlich zu dem steigenden Lohnniveau kann ein stetiger Rückgang der Arbeitszeit um 0,8 Std. festgestellt werden. Die Saisonarbeit in Winterdestinationen stellt somit für Tourismusmitarbeiter eine lukrative, wenn auch arbeitsintensive Alternative zu einer Jahresanstellung dar.

Auch in den Sommerdestinationen (46 Betriebe mit über 2.200 Mitarbeiterdatensätzen) ist ein ähnliches Bild zu erkennen, wobei die Lohnentwicklungen hinter den Wintersportdestinationen zurück bleiben. Auffallend ist der deutliche Rückgang der wöchentlichen Arbeitszeit in den Sommerdestinationen (Basis für die Sommer-Auswertung: Lohnbenchmark August). Der Lohnanstieg aller Qualifikationsgruppen in den Sommerdestinationen von 2007 auf 2010 liegt bei 60,- Euro (brutto/Monat). Stark rückläufig ist die wöchentliche Arbeitszeit mit einem Minus von 1,4 Stunden. Gewinner am touristischen Arbeitsmarkt Auch in der kurzfristigen Entwicklung der Lohnbenchmarks von Februar 2010 auf 2011 ist ein Anstieg der Brutto-Löhne aller Qualifikationsgruppen um + 2,4% feststellbar – bei stagnierender Arbeitszeit (47,5 Std. pro Woche). Festzuhalten ist, dass sich die realen Löhne besser entwickelt haben als die kollektivvertraglichen Anpassungen. Im Österreich-Durchschnitt konnten folgende Brutto-Lohnzuwächse in den einzelnen Abteilungen erreicht werden (Auszug: Fachmitarbeiter mit Qualifikation und Erfahrung): Koch/in: + 3,3% mehr Lohn als im Vorjahr (+60,- Euro/Monat) Kellner/in: + 5,0% mehr Lohn als im Vorjahr (+ 87,- Euro/Monat) Rezeptionist/in: + 4,0% mehr Lohn als im Vorjahr  (+ 66,- Euro/Monat) Zimmermädchen: + 3,4% mehr Lohn als im Vorjahr (+ € 50,- Euro/Monat)

 

Fachmitarbeiter in Rezeption und Küche liegen deutlich über der Kollektiventlohnung: In den Winterdestinationen liegen die IST-Bruttolöhne für Fachmitarbeiter in den klassischen Abteilungen Küche, Service, Etage und Rezeption weiterhin deutlich über den Kollektivlöhnen. Die Fachmitarbeiter im Bereich Küche und Empfang zählen im direkten Vergleich zu den deutlichsten „Gewinnern“. In der Darstellung wurden die Kollektivlöhne um den Überstundenzuschlag ergänzt und zeigen folgendes Ergebnis: Die aus Mitarbeitersicht interessantesten Stellen im Tourismus bieten neben dem finanziellen auch hohen fachlichen Anreiz. Dies finden die Mitarbeiter derzeit verstärkt in den Abteilungen Küche, Empfang (inkl. Reservierungsmitarbeiter, Sales- und Marketingassistenz) sowie Wellness & Beauty. Die österreichische Hotellerie zeigt sich einmal mehr als attraktiver und krisensicherer Arbeitgeber. Neben den erhöhten Arbeitszeiten – z.B. im Vergleich mit anderen Branchen – kann eine positive Entwicklung innerhalb des touristischen Lohnniveaus festgestellt werden.

 

Zusatzqualifikationen machen sich bezahlt

Die für die Mitarbeiter attraktiven Positionen sind größtenteils dadurch gekennzeichnet, dass es sich um Fachpositionen handelt. Die Mitarbeiter verfügen über eine gute Ausbildung mit hoher fachlicher Kompetenz im jeweiligen Berufsfeld. Dies macht sich aber nicht nur für den Mitarbeiter in Form von höheren Löhnen bemerkbar – auch die Gäste werden durch fachlich geschulte Mitarbeiter betreut und können dadurch ihren Aufenthalt bzw. eine angebotene Dienstleistung noch besser genießen. Daraus kann ein rund um zufriedener Gast, motivierte Mitarbeiter und eine wiederkehrende Urlaubsbuchung aus Unternehmenssicht resultieren! Speziell in der Wellness- und Beautyabteilung machen sich Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen bezahlt.

Der Lohnbenchmark vom Februar 2011 dokumentiert, dass die gut ausgebildeten Mitarbeiter/innen in den Wintersportdestinationen sehr attraktiv entlohnt werden. Die Wellness- und Beautyabteilung konnte bei der Entlohnung der Abteilungsleiter an die übrigen operativen Abteilungen aufschließen und auf eine äußerst positive Performance seit 2007 verweisen. Genereller Anstieg des Lohnniveaus von 2007 auf 2011 um + 186,- Euro (brutto) Durchschnittliche Arbeitszeit von 45,7 Std. pro Woche (Rückgang um – 1,4 Std.) Wellnessleiter/in verdient im Durchschnitt 2.658 Euro brutto

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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