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Mehr Direktbuchungen und höhere Umsätze erhoffen sich die Hoteliers vom Wegfall der Ratenparität.

Ratenparität abgeschafft! Was bringt’s?

11.08.2017

Nach Deutschland, Frankreich und Österreich erklärt nun auch Italien die Meistbegünstigungsklauseln von Buchungsportalen für unrechtens. Die Hotellerie jubelt. Doch ein Blick nach Frankreich zeigt, dass sich dadurch gar nicht viel ändert.

Nun fällt die Ratenparität auch in Italien. In Österreich wurde die Anwendung sogenannter Meistbegünstigungsklauseln von Buchungsportalen (OTA) bereits mit Jänner 2017 vom Gesetzgeber untersagt. Auch in Deutschland und Frankreich gibt es die Regel, dass OTA nicht den besten Preis für sich beanspruchen dürfen.

Zur Erinnerung: Bis 2016 konnten Buchungsplattformen (OTA) im Wege von Bestpreisklauseln Hotels untersagen, auf anderen Vertriebswegen oder auf der eigenen Homepage günstigere Preise als auf den Onlineplattformen anzubieten, wodurch die freie Preisbildung beeinträchtigt wurde.

Wenige Effekte

Die Hoffnung hinter dem Wegfall der Ratenparität ist, dass die Zahl der Direktbuchungen beim Hotel steigt. „Durch die nunmehr in einigen europäischen Staaten geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen, empfehle ich Kunden, immer auch direkt auf den hoteleigenen Homepages zu recherchieren, um wirklich die besten Angebote zu bekommen“, meint Siegfried Egger (Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich).

Ein Blick nach Frankreich – wo der Gesetzgeber die Ratenparität schon 2015 zu Fall brachte – zeigt allerdings:  Der Anteil an Direktbuchungen ist nicht signifikant gestiegen. Die OTA, allen voran Booking.com, haben sich auf die neue Situation eingestellt und veranlassen über „Prefferred“ oder „Genius-Programme“ die freiwillige Akzeptanz der Ratenparität. Wer auf OTA gut gelistet sein will, unterwirft sich dort also freiwillig der Ratenparität.  

Autor/in:
Daniel Nutz
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