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Raucher oder Nichtraucher?

05.02.2010

Eine aktuelle Umfrage des Fachverbandes Gastronomie in der WKÖ zeigt, dass die Umsetzung des Nichtraucherschutzes sehr ernst genommen wird. Der Gastronomie-Fachverband verlangt von Gesundheitsminister Alois Stöger eine Garantie für die Beibehaltung der bestehenden Wahlfreiheit bei Tabakkonsum in Lokalen.

Ein Großteil der Wirte ist laut Umfrage mit dem Nichtraucherschutzgesetz zufrieden

Der Großteil der Wirte ist laut einer Umfrage mit dem Gesetz zufrieden und hält sich auch daran. Die ständige Diskussion über die Regelung sowie ein mögliches EU-weites absolutes Rauchverbot sorge für Verunsicherung, kritisierte Helmut Hinterleitner, Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer. „Wir wollen und fordern vom Minister eine klare Ansage, dass das Gesetz auch in den nächsten Jahren hält.“

Von den rund 70.000 österreichischen Gastronomiebetrieben hat die überwiegende Mehrheit keine Probleme mit der Umsetzung des Nichtraucherschutzes. Insgesamt verfügen fast 2/3 der befragten Betriebe über mehrere Gasträume und setzen auf das Prinzip der Raumtrennung bzw. führen ein Nichtraucherlokal (16 %). Selbst die kleinen Lokale mit nur einem Gastraum, die nach dem Gesetz Wahlfreiheit haben, entscheiden sich zu fast 1/3 für ein reines Nichtraucherlokal. Dies zeigt deutlich, dass dort, wo eine entsprechende Nachfrage besteht, sehr wohl auf den Trend zum rauchfreien Lokalbesuch durch entsprechende Angebote reagiert wird. Nach den Angaben der Betriebe kann davon ausgegangen werden, dass per 1. Juli 2010 immerhin bereits über 15.000 Lokale komplett rauchfrei sein werden.
Dieses Ergebnis zeigt eine vom Fachverband Gastronomie durchgeführte aktuelle Erhebung, die vom Obmann des Fachverbandes, Helmut Hinterleitner, vorgestellt wurde.

Mit Umbauarbeiten wird derzeit noch zugewartet
Von den Betrieben mit nur einem Gastraum, die aufgrund einer rechtzeitigen Antragstellung in die Übergangsfrist bis 30. Juni 2010 fallen, haben rund 73 % noch nicht mit den Umbauarbeiten begonnen, werden das aber laut eigenen Angaben fristgerecht tun. Dieses Abwarten ist für den Fachverband auch nachvollziehbar, denn viele wollen dafür die wärmere Jahreszeit nutzen, wo sich ein Teil des Geschäftsganges nach draußen auf Terrassen und in Gastgärten verlagert. Auch die ständige öffentliche Diskussion über die mögliche Einführung eines generellen Rauchverbots in der Gastronomie wirkt hier alles andere als motivierend.
„Wir erwarten uns von der Politik, dass sie ein klares Bekenntnis zu der im österreichischen Nationalrat beschlossenen Regelung ablegt und nicht versucht, den Ball nach Brüssel zu spielen“ meint Hinterleitner, „unsere Betriebe stehen vor schwierigen Investitionsentscheidungen und brauchen in diesem Punkt auf absehbare Zukunft Rechtssicherheit.“

Und im Übrigen geben 93,3 % der Befragten an, dass sie die im Gesetz vorgeschriebene sichtbare Kennzeichnung am Lokaleingang bzw. im Lokal mit den dafür vorgeschriebenen Schildern bzw. Aufklebern bereits durchgeführt haben.

Ein totales Rauchverbot wird klar abgelehnt
Fast 2/3 der österreichischen Gastronomen lehnen nach wie vor ein totales Rauchverbot als Alternative zur derzeit geltenden Regelung ab. Das Argument, ein generelles Rauchverbot wäre gerechter, weil dann für alle Lokale die gleichen Bedingungen herrschen würden, durchschauen die meisten Gastronomen als nicht fertig gedacht. Im Falle eines absoluten Rauchverbotes wären die Lokale mit einem Gastgarten bevorzugt – laut der Erhebung verfügt etwa in Wien jedes dritte Lokal (35,5 %) über keine Freiflächen, die zum Lokal gehören. Sie müssten ihre Gäste vor das Lokal schicken, während andere ihnen das (in der wärmeren Jahreszeit) in einem gemütlichen Gastgarten erlauben könnten.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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