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Ohne den massiven Einsatz von Schneekanonen würde die Tourismus-Winterbilanz in Österreich schlimm aussehen

Raue Zeiten befürchtet

27.10.2011

Bei Kaiserwetter fand vergangenes Wochenende der Skiweltcup in Sölden gerade seinen strahlenden Beginn. Die Bilder, die dabei ausgestrahlt wurden, sollten Touristen im In- und Ausland Gusto auf Winterurlaub machen. Und darauf ist die Branche auch angewiesen.

Denn auch wenn man angesichts des Weltcup-Spektakels keine Krisenstimmung vermuten würde, werden die Zeiten im Tourismus wieder rauer. Schon in der vergangenen Saison sind die Umsätze zurückgegangen, eine Entwicklung, die sich nächstes Jahr fortsetzen dürfte. „Leichter wird’s nicht, aber der Tourismus hat die letzte Krise auch überstanden", schöpft die Geschäftsführerin der Österreich Werbung (ÖW), Petra Stolba, Hoffnung.

Eine konkrete Prognose für den Winter 2011/2012 wagt sie noch nicht abzugeben. „Die große Unbekannte ist die Aussicht auf eine mögliche Konjunkturabschwächung", sagte die Chefin der obersten Tourismuswerber bei einem Pressegespräch in Sölden. Eines zeichne sich aber bereits ab: Auch heuer werden die Gäste kürzer bleiben und weniger ausgeben.

Im Schnitt lässt ein Nächtigungsgast im Winter 122 Euro (ohne Anreise) springen, ein Tagestourist 65 Euro. Eine Veränderung erwartet Stolba bei den Herkunftsländern. In der vergangenen Wintersaison hat es Russland erstmals unter die Top-10-Märkte geschafft. „Russ­land wird weiter wachsen. Wir haben heuer 20 Prozent mehr Buchungen."

Auch die Seilbahnwirtschaft hatte schon Besseres zu berichten. „Der vergangene Winter war einer der schneeärmsten – zumindest im Wes­ten. Einer Katastrophe sind wir nur dank unserer Beschneiungstechnik entgangen", räumte der Obmann des Fachverbandes der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer, Franz Hörl, ein. Zudem seien Winterurlauber nicht mehr ausschließlich auf der Piste anzutreffen, sondern gehen anderen Aktivitäten nach, was sich freilich in den Zahlen widerspiegelt.

Skifahrertage gehen zurück

Die Skifahrertage (Ersteintritte) gingen im Winter 2010/11 auf 51,2 Mio. (nach 53 Mio.) zurück, die Zahl der beförderten Personen schrumpfte um 2,3 Prozent auf 588 Mio. Die Investitionen ließen aufgrund einer gewissen Sättigung bei den Beschneiungen deutlich nach und machten 494 Mio. Euro (nach 562 Mio. Euro) aus. Der Kassenumsatz stieg zwar um 1,1 Prozent auf 1,15 Mrd. Euro, was aber teilweise auf Preiserhöhungen zurückzuführen ist. Übrigens werden die Liftkarten auch heuer wieder teurer – im Schnitt um 2,5 bis 3 Prozent. Für den Winter 2011/12 geht Hörl von einem gleichbleibenden Niveau bei den Beförderungen und Skifahrertagen aus. Angaben über die Höhe der Investitionen machte er nicht. In Summe erwartet der Fachverbandsobmann eine bessere Saison als im Vorjahr – vorausgesetzt die Staatsschuldenkrise eskaliert nicht endgültig.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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