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Regionaler Pitztalburger

10.09.2020

Mit einem gemeinsamen Burger (samt Einheitspreis) fördern die Pitztaler Wirte die regionale Landwirtschaft. Ihre Erfahrungen widerlegen auch die Mär, dass für höhere Qualität niemand zahlen will.

Mit vollem Namen heißt die Kreation aus Rindfleisch, Speck, Bergkäse und Zwiebeln „Pitztal Burger“, wird aber gerne „Pitzburger“ genannt und stammt zur Gänze von Erzeugern im bekannten Tiroler Tal. Die Brot-Laibchen aus Dinkel-, Roggen- und Weizenmehl kommen von der Traditionsbäckerei Schranz, die Schlachterei in Wenns wiederum verarbeitet die Rinder von den Almweiden des Pitztals. „Das Vieh ernährt sich von frischen Gebirgskräutern, besser kann die Fleischqualität einfach nicht sein“, ist Bernd Matschnig vom Pitztaler Gletscher-Restaurant von der regio-
nalen Kooperation überzeugt. 

Entsprechend wenig wird das Burger-Patty in der Gastronomie auch gewürzt. Salz, Pfeffer und ein weiteres (nicht näher kommuniziertes) Gewürz reichen den Wirten. Denn von Experimenten mit Koriander oder Basilikum kam der Trägerverein „Pitztal regional“ bei seinen ersten Testessen schnell wieder ab. Der „Pitztal Burger“ sollte schließlich durch den Eigengeschmack des hochwertigen Rindfleischs überzeugen. Angeboten wird er übrigens um einheitliche 12,90 Euro mit Beilagen – egal auf welcher Hütte oder in welchem Restaurant die Gäste den Burger bestellen. 

Jeder Dritte greift zum ­Burger

Die Regionalität macht sich auch durchaus bezahlt, wie Gerhard Haid der ÖGZ bestätigt. „Wenn der Burger auf unserer Tageskarte steht, verkaufen wir im Schnitt ca. 20 Burger pro Tag bei insgesamt 60 Essen“, so der Inhaber des Hotels Alpenhof (St. Leonhard). Haid bietet den Burger bewusst auf der Tageskarte mit den Empfehlungen an und nicht auf der normalen Speisekarte, „da wir der Meinung sind, solche Gerichte sollen ein Highlight bleiben“. Bisher jedenfalls habe man im „Alpenhof“ nur Lob für den 100 % lokalen Burger bekommen.
Ebenfalls prominent platziert ist das neue, regionale Angebot mit Foto und Beschreibung in der Speisekarte des „Zeigerrestaurants“ bei der Hochzeiger-Mittelstation und im „Pitz Park-Café“. Gastronomieleiter Benedikt Lederle bestätigt, dass der Pitztal Burger in beiden Betrieben „sensationell gut ankommt. Der Gedanke ,Aus der Region – für die Region‘ wird von den Gästen sehr honoriert.“ Die Kooperation mit den Bauern im Rahmen des 150 Mitglieder(!) zählenden Vereins „Pitztal regional“ geht übrigens weiter: Ein zentraler Hofladen in der Ortschaft Wenns soll den Touristen dann auch Preiselbeermarmelade, Honig und Zirbenöl anbieten. Oder anders gesagt: alle Köstlichkeiten, die nicht in den „Pitztal Burger“ passten.

Autor/in:
Roland Graf
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