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Regionalisierung der Mangelberufsliste kommt (hoffentlich, endlich)

28.11.2018

Da der Fachkräftemangel im Tourismus immer alarmierender wird und immer mehr Betriebe Ruhetage einlegen müssen, einfach weil sie keine Leute finden, hat sich die Regierung dazu durchgerungen, die österreichweite Mangelberufsliste zu regionalisieren.

Das heißt, ab 2019 soll gelten: Die Quote von 1,5 (für jede offene Stelle gibt es höchstens 1,5 inländische Arbeitssuchende) soll nicht mehr bundesweit gelten, sondern für jedes Bundesland einzeln, um so die bestehenden großen regionalen Unterschiede auszugleichen. Ist die Quote erfüllt, können Arbeitskräfte aus dem Nicht-EU-Ausland angeworben werden. Das würde viele Probleme der Branche lösen. Andere Länder, die vor ähnlichen Problemen stehen wie wir, machen das auch: In Deutschland wurde ein „Fachkräfteeinwanderungsgesetz“ auf den Weg gebracht, dass es künftig qualifizierten Nicht-EU-Bürgern, die einen Arbeitsvertrag vorweisen können, die unbeschränkte Einwanderung ermöglicht. Deutschland hat verstanden, dass es ein Einwanderungsland ist und dass es das aus demografischen Gründen auch sein möchte und geht damit produktiv um.

Die Branche wächst

Der Fachkräftemangel entsteht nicht, weil die Leute den Arbeitgebern im Tourismus davonlaufen, sondern weil die Branche ganz einfach wächst und in harter Konkurrenz zu anderen Branchen steht: Im Oktober waren laut AMS 9.000 Stellen in der Gastronomie und in der Hotellerie offen - davon 1.650 Lehrstellen. Allein heuer sind jeden Monat 5.000 Beschäftigte hinzugekommen - im Juli hat der Beschäftigtenstand 238.000 erreicht. "Sie sehen, uns laufen die Fachkräfte nicht davon, sondern der Bedarf steigt", sagte Petra Nocker-Schwarzenbacher, die Obfrau der Bundessparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer, auf einer Pressekonferenz diese Woche. „Seit 2009 haben wir 40.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.“

Nocker-Schwarzenbacher hofft, dass sich die Regierung auch bei der Fachkräfteverordnung bis Anfang Dezember einigen kann, dass Köche auf die Mangelberufsliste gesetzt werden und man dann wisse, ob und wen man ab Jänner beschäftigen könne.

Es gibt noch Widerstand

Bei uns bremsen noch die Bedenkenträger: Die FPÖ setzt bekanntlich auf eine restriktive Migrationspolitik, SPÖ und die Gewerkschaft Vida fürchten Lohndumping. Eine Lösung für das Mitarbeiterproblem haben sie alle drei nicht. Vor allem keine, die akut helfen könnte. Darum ist eine Erweiterung der Mangelberufsliste aus Sicht des Tourismus nur zu begrüßen. Eine Aufstockung des Saisonnierskontingents wäre ein ebenfalls sehr willkommener Schritt. Das hat uns Kroatien jüngst vorgemacht, die ihr Kontingent verdoppelt haben.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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