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V. l. n. r.:  Mario Pulker (WKO), Erich Mayrhofer (Bärenwirt), Christian Grünwald („A la Carte“), Josef Donhauser (Spitz Event Catering).

Registrierkassenpflicht? Stört nicht!

04.05.2016

In Linz begann’s: Hier wurde vor 60 Jahren die BÖG gegründet. Ein Zusammenschluss von Gastronomen aus ganz Österreich, ein Zusammenschluss, um Regionalität und Qualität der österreichischen Küche zu fördern.

Am Gründungsort, genauer gesagt im Linzer Restaurant „Das Anton“, feierte BÖG – mittlerweile steht die Abkürzung für „Beste Österreichische Gastlichkeit“ – am 26. 4.2016 den 60. Geburtstag mit einer Generalversammlung. Auf der wurde Toni Mörwald als Präsident wiedergewählt. 
 „Ich bin der 13. Präsident in der langen BÖG-Geschichte“, sagte Mörwald. Ein schlechtes Omen? Nein. „13 ist meine Glückszahl“, so Mörwald. Die lange Tradition unterscheide BÖG von anderen Gastronomie-Siegeln. „Wir haben langjährige Mitglieder, wo eine Familie dahintersteht“, nannte BÖG-Finanzvorstand Martin Weiler den Unique Selling Proposition von „Beste Österreichische Gastlichkeit“. 

Mörwald steht BÖG bereits seit 1999 als Präsident vor. Er geht davon aus, dass der Strukturbereinigungsprozess in der Gastronomie, anders als in anderen Branchen, erst am Anfang stehe. Bäcker, Metzger oder der Lebensmittelhandel hätten diesen Prozess bereits hinter sich, viele Betriebe schlossen – oder schlossen sich zusammen. 

Das blühe auch der Gastronomie. Barrierefreiheit, Nichtraucherschutzgesetz und Registrierkassenpflicht werden in den nächsten Jahren viele kleine Wirtshäuser in die Knie zwingen, vermutet Mörwald. „Die Registrierkassenpflicht stört mich aber überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil“, sagte Mörwald anlässlich des BÖG-Jubiläums, „die Registrierkassenpflicht sorgt für Transparenz.“ Mit einem Augenzwinkern merkte er an, dass das Jammern in der österreichischen Gastronomie einfach dazugehöre. So sah die BÖG-Generalversammlung im Jahr 1969 den Weiterbestand der Gastronomie in Gefahr, falls die Regierung keine steuerlichen Erleichterungen für Wirte schaffe. 

Mehr Gäste

Staatliche Förderungen bekommt BÖG keine, der Verein finanziert sich nur durch Mitgliedsbeiträge. Die momentan gut 200 Mitglieder bezahlen eine jährliche Gebühr zwischen 650 und 1.250 Euro, je nach Betriebsgröße. Was bringt die BÖG-Mitgliedschaft? „Im Idealfall mehr Gäste“, sagte BÖG-Finanzvorstand Weiler. „Wir sind eine Marketingorganisation für österreichische Gastronomen, wir vermarkten sie über unser Magazin ‚Beste Österreichische Gastlichkeit‘, über eine App, über unsere Homepage und über Facebook.“ Die Mitglieder werden in die drei Kategorien „exklusiv“, „klassisch“ und „bürgerlich“ eingeteilt. Laut Geschäftsordnung darf nur BÖG-Mitglied werden, wer „den Ansprüchen eines internationalen Publikums gerecht werden kann“.

Was plant BÖG als Nächstes? Eine Verwaltungsreform. Die verschiedenen gastronomischen Siegel, Logos und Guides überfordern den Konsumenten, ist Mörwald überzeugt. Aktuell führt die „Beste Österreichische Gastlichkeit“ Gespräche mit dem „Kuratorium Kulinarisches Erbe Österreich“ über eine Zusammenarbeit bis hin zur Fusion. 

Text von Josef Schmidt, Linz

www.boeg.at
www.kulinarisches-erbe.at

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