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Rehabilitationskur für Gemüse

17.06.2011

Mit einer Informationskampagne will das Landwirtschaftsministerium das Vertrauen in österreichisches Gemüse zurückgewinnen, erzählt Bundesminister Niki Berlakovich im ÖGZ-Interview

AGM setzt auf regionale Kooperationen mit Österreichs Genussregionen

ÖGZ: Die EHEC-Epedemie in Deutschland beeinflusst die Konsumenten in Österreich, sie kaufen deutlich weniger Gemüse. Lässt sich der Schaden für Österreichs Gemüsebauern bis dato beziffern?

Berlakovich: Allein in der ersten Woche Anfang Juni nach Warnungen aus Deutschland über die gehäuften EHEC-Fälle bezifferte sich der Schaden für die heimische Gemüsebauern mit rund einer halben Million Euro. Anfangs waren in erster Linie Gurken von den Absatzrückgängen betroffen. Erst dann hat sich die ungünstige Marktentwicklung auch auf andere Gemüsesorten erstreckt. Vor allem die Preisrückgänge von bis zu 50 Prozent bringen viele Erzeuger in eine wirtschaftlich bedrohliche Situation. Wenn keine rasche Verbesserung der Marktsituation erfolgt, ist mit weiteren massiven Verlusten zu rechnen.

 

ÖGZ: Wie gedenken Sie den hauptbetroffenen Gemüsebauern zu helfen?

Berlakovich: Mein Ressort hat bereits in den ersten Tagen der Krise gemeinsam mit der AMA Marketing und den Erzeugerorganisationen Informationsmaßnahmen zur Absatzförderung von Gemüse im Ausmaß von rund einer Million gestartet. Außerdem haben wir in der EU eine Soforthilfepaket von 210 Millionen Euro zur Entschädigung für unsere Bauern aufgestellt.

 

ÖGZ: Welche Maßnahmen leiten Sie gegenüber den Konsumenten ein, insbesondere im Hinblick auf eine mittelfristige Zukunft?

Berlakovich: Ich möchte wieder Vertrauen in unsere Produkte herstellen. Daher setzen wir Maßnahmen, die über die hohe Qualität von heimischem Gemüse und über die strengen Produktionsauflagen für die Gemüsebaubetriebe informieren. Wir wollen den Konsumentinnen und Konsumenten noch besser erklären, dass schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen, strenge hygienische Anforderungen oder eine lückenlose Dokumentation aller Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen für österreichische Betriebe eine Selbstverständlichkeit sind. Das AMA-Gütesiegel und das AMA-Biozeichen garantieren das.

 

So nahe bei den Kunden wie kein zweiter Anbieter AGM setzt konsequent auf eine Strategie: die Regionalität – vom Standort bis zu den Lieferanten

 

Wenn es hart auf hart geht, dann zählt beim Essen das persönliche Vertrauen. Eben dieses Vertrauensverhältnis wird besonders strapaziert, wenn in der Nahrungsmittelwelt Krankheitserreger auftreten.

Die Konsumenten reagieren darauf meist mit Kaufzurückhaltung. Der globalen Vernetzung, dem oft anonymen Charakter der Nahrungsmittelerzeugung, wird dann mit erhöhter Skepsis begegnet.

In Zeiten wie diesen punkten vor allem regionale Partnerschaften, persönlich bekannte Erzeuger und Lieferanten mit kurzen Wegen vom Produzenten zum Konsumenten. Das Großhandels­unternehmen AGM setzt seit jeher mit aller strategischer Konsequenz auf diese Regionalität. „Mit 21 Standorten in ganz Österreich sind wir so nahe bei unseren Kunden wie kein anderer Anbieter“, ist AGM-Geschäftsführer Mag. Robert Kogler überzeugt.

Zugleich prägt die Regionalität auch in großem Ausmaß das Sortiment. Vorzeigebeispiel daüfr ist die Kooperation, die AGM 2010 mit der Genuss Region Österreich vereinbart. Sie sorgt dafür, dass AGM-Kunden auf ein umfassendes Programm von Spezialitäten aus den 113 österreichischen Genussregionen zurückgreifen können. Gestartet wurde mit dem Alpenvorlandrind. Unsere Erwartungen wurden damals bei Weitem übetroffen. Die Nachfrage ist vom Fleck weg geradezu explodiert“, erinnert sich AGM-Geschäftsführer Josef Pirker mit Freude. Bis heute ist das Alpenvorlandrind ein Bestseller geblieben. Insgesamt führt AGM rund 160 regionale Erzeugnisse aus den diversen Genussregionen im Programm, je nach Standort im Schnitt 70 Artikel pro Markt, die sich durch ihre authentische Produktion regionaler landwirtschaftlicher Betriebe auszeichnen.

Regionalität, Nähe und persönliche Beziehung zu Kunden und Lieferanten prägen auch ein anderes Versprechen von AGM, nämlich der „frischeste Lebensmittelgroßhändler Österreichs“ zu sein. Der Großhändler garantiert damit, hochwertige Frischware in kürzester Zeit zum Gastronomen zu liefern, wobei auch dabei namentlich bekannte Lieferanten, die für die Qualität ihrer Produkte einstehen, Standard sind.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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