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Reinhard Gerer, bald 63 Jahre alt

Reinhard Gerer komplett pleite

31.03.2016

Gegen den Spitzenkoch-Koch wurde in Wien ein Insolvenzantrag gestellt. Vergeblich: „Das Schuldenregulierungsverfahren wird mangels Kostendeckung nicht eröffnet“, heißt es im Edikt des Wiener Bezirksgerichts. „Der Schuldner ist zahlungsunfähig.“ Damit kann ein Privatkonkurs nicht eröffnet werden. Gerer kann seine Schulden nicht abbauen und die Gläubiger schauen durch die Finger. So etwas kommt laut Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform „sehr selten“ vor, sagte er dem „Kurier“.

Schon vor fünf Jahren lief gegen Gerer ein Insolvenzverfahren. Damals betrieb er noch den Edelheurigen  Magdalenenhof am Bisamberg. Gerer zahlte damals 20 einen Teil seiner Schulden und die Gläubiger akzeptierten seinen Sanierungsplan. Im damaligen Bericht des Insolvenzverwalters hieß es, Gerer übe keine klassische selbstständige Tätigkeit aus. Es bestünden keine Engagements für Kochkurse und dergleichen. Gerer hatte als „freischaffender Künstler“ firmiert. Es existierten damals nur Einnahmen aus Tantiemen seiner Kochbücher. Fünf Jahre später gab Gerer als seinen Geschäftszweig „Gastgewerbe“ an. Eingebracht hat es ihm wohl immer noch nichts.

Berühmt mit dem Corso

Gerer wurde vor rund 20 Jahren mit dem Nobel-Restaurant Corso im Wiener Hotel Bristol berühmt, das jahrelang höchste Auszeichnungen von Gault Millau (vier Hauben) und dem Guide Michelin (ein Stern) erhielt. Vor acht Jahren verließ Gerer das Korso. Danach kochte und betrieb er mit seiner Frau den Magdalenenhof. Seit 2014 kochte er im Restaurant O in der Wiener Sonnenfelsgasse 5, im Herzen der Wiener Altstadt, und veranstaltete eine Dinner-Show im mittelalterlichen Restaurant Camelot am Wiener Naschmarkt. Mit einer ähnlichen Show ist er mit „Reinhard Gerer’s Teatro“ 2013 bereits gescheitert. Trauriges Ende eines Top-Kochs.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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