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Reisen leicht rückläufig

04.02.2009

Laut der Prognose für 2009 des ITB World Travel Trend Report sind die Reisen von und nach Europa leicht rückläufig. Der Grund dafür ist die "teure" Eurozone.

Für den Europatourismus wird 2009 ein leichter Rückgang erwartet, und dieser Trend könnte sich, angesichts der aktuellen Wirtschaftslage, noch verschärfen. Wer in Europa sein Gehalt in Euro bezieht, und trotz der Krise seinen Arbeitsplatz behält, sieht dagegen in den Destinationen außerhalb der Eurozone eine preislich interessantere Alternative.

Spitzenwerte erst wieder ab 2011

Soweit die ersten Ergebnisse und Prognosen des im März erscheinenden ITB World Travel Trends Report 2009, der anlässlich der weltweit führenden Reisemesse ITB Berlin auf dem ITB Kongress Future Day
am 11. März vorgestellt werden wird. In dem von IPK International erstellten Report heißt es, dass bei den Ankünften erst ab 2011/2012 wieder mit neuen Spitzenwerten zu rechnen sei. Dazu erklärt IPK Präsident und CEO Rolf Freitag: "Die mittel- und langfristigen Perspektiven für den europäischen Inbound- und Outbound-Tourismus sind gut. Allerdings gleicht keine Rezession der anderen. Niemand weiß, wie weit die Talfahrt der Wirtschaft gehen wird und wann der Aufschwung kommt. Ebenso wenig lässt sich vorhersagen, ob die Menschen sofort wieder reisen werden, wenn die Wirtschaft anzieht, oder ob sich der positive Trend erst mit Verzögerung auf den Tourismus niederschlagen wird."

Die schwache Wirtschaft hinterlässt Spuren

Noch liegen IPK nicht alle Ergebnisse vor, doch nach dem für viele Destinationen positiven Rekordjahr 2007 wird der Gesamtzuwachs beim europäischen Inbound 2008 vermutlich nur noch knapp ein Prozent erreichen. Die schwache Wirtschaft in Europa und der Vertrauensschwund im dritten und vierten Quartal hinterlassen deutliche Spuren. Einige populäre Destinationen des Vorjahres werden sich allerdings auch 2009 relativ gut gegenüber der Konkurrenz behaupten können. Die Daten der European Travel Commission zeigen für 2008 fast durchweg zweistellige Steigerungsraten bei den Ankünften in Bulgarien, Türkei, Lettland und der Slowakei. Auch Österreich, Kroatien, Estland, Deutschland, Irland, Malta, Montenegro, Schweden und die Schweiz lagen bis November mit ihren Ergebnissen über dem Durchschnitt.
Dagegen verloren die Langstrecken-Quellmärkte mit dem Einsetzen der globalen Wirtschaftskrise rapide das Interesse an Europa. Die ETC erwartet für 2008 Einbrüche bei den Ankünften aus den USA, Japan, China und Südkorea. Die Zahl indischer Europabesucher blieb demgegenüber stabil; einige Destinationen melden in diesem Segment sogar ein zweistelliges Plus.
Detaillierte Angaben zu den europäischen Perspektiven können erst gemacht werden, wenn der ITB World Travel Trends Report 2009 mit den Gesamtjahreszahlen 2008 vorliegt. Ungeachtet dessen erweist sich bereits heute der Wechselkurs als wichtiger Faktor der Reiseplanung.
"Wir müssen davon ausgehen, dass die Destinationen in der Eurozone weiter unter der starken Währung leiden werden", erklärt Dr. Martin Buck, Direktor KompetenzCenter Travel & Logistics bei der Messe Berlin, die den IPK-Report regelmäßig in Auftrag gibt.

Nähere Ziele stärker gefragt

"Europäische Touristen entscheiden sich immer häufiger für preiswertere Destinationen außerhalb der Eurozone. Die Türkei meldet für 2008 Zuwächse von rund 13Prozent und wird auch 2009 zu den Gewinnern des neuen Trends gehören", so Buck weiter. Erste Ergebnisse des World Travel Trends Report 2009 deuten darauf hin, dass die Europäer künftig auch nähere Ziele wählen werden. "Da die Europäer über 50 Prozent aller Ankünfte weltweit ausmachen, ist das keine gute Nachricht für die Fernziele in Asien, Amerika und Afrika", erklärt Freitag. "Drei Prozent Wachstum beim europäischen Outbound in den ersten drei Quartalen 2008 ist ein Ergebnis, das sich 2009 kaum wiederholen wird. Insgesamt rechnen wir eher mit negativen Zahlen."
Deutschland und Großbritannien stehen für 35 Prozent der europäischen Auslandsreisen. Beide Länder durchleben derzeit eine Rezession, die mit steigender Arbeitslosigkeit einhergeht. Die Destinationen der Welt werden sich daher auf neue europäische Quellmärkte orientieren müssen: Länder wie Russland, Finnland, Norwegen und Schweden meldeten bereits für den größten Teil des Jahres 2008 überdurchschnittliches Wachstum beim Outbound.
"Der ITB World Travel Trends Report 2009 mit den kompletten Zahlen für 2008 und den aktuellen Wirtschaftstrends für das erste Quartal des laufenden Jahres wird bei der ITB Berlin im März vorliegen", teilt Dr. Buck mit. "Die Reisebranche wird dann genauer wissen, was sie 2009 und danach erwarten darf. Destinationen, die ihre Marketingstrategien den jüngsten Daten anpassen, werden diese schwierige Phase sicher besser überstehen."
Im Rahmen einer Erhebung zu den Reiseabsichten für die kommenden zwölf Monate befragt IPK International derzeit Outbound-Reisende in ganz Europa. Die Branche erhofft sich von dieser Studie Prognosen über die Auswirkungen der aktuellen Krise auf das Reiseverhalten. Rolf Freitag wird einige Highlights dieser Umfrageergebnisse auf dem ITB Future Day vorstellen

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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