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Rekordjahr für Wiener Kongresstourismus 2005

02.03.2006

"Für den Wiener Kongresstourismus war das Jahr 2005 ein besonders erfolgreiches. 1.748 Kongresse und Firmenevents haben im Vorjahr stattgefunden. Und das bedeutet bereits das dritte Rekordjahr in Serie. Noch nie waren so viele Kongresstouristen in Wien wie im Jahr 2005. Besonders erfreulich ist, dass wir bei der Anzahl der Nächtigungen erstmals die Schallmauer von 1 Million überschritten haben. Die damit verbundene Wertschöpfung liegt mittlerweile bei mehr als 500 Millionen Euro.

Dieses Rekordergebnis zeigt, dass sich unsere Investitionen in Wiens Kongress-Infrastruktur, wie zum Beispiel in die MesseWienNeu rentieren, und das nicht nur für die Stadt Wien selbst, sondern für ganz Österreich", erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder am Mittwoch, 1.3.06, in der Medienkonferenz, bei der er mit Tourismusdirektor Mag. Karl Seitlinger und Christian Mutschlechner, dem Leiter des Vienna Convention Bureau im WienTourismus, Wiens Kongressbilanz 2005 präsentierte.

"Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2004 konnte die
Gesamtzahl der Veranstaltungen von 1.633 um 7 % auf 1.748 erhöht
werden. Die damit bewirkten Nächtigungen sind von 887.666 im Jahr
2004 um 17 % auf 1.033.996 gestiegen. Jeder Teilnehmer gibt
durchschnittlich 360 Euro pro Tag in Wien aus. Der Beitrag, des
Kongresstourismus zum gesamtösterreichischen Bruttoinlandsprodukt ist
um 10 % von 456 Millionen Euro auf 503 Millionen Euro gewachsen. Das
Steueraufkommen daraus erhöhte sich um 11 % auf 138,3 Millionen Euro,
davon kamen dem Bund 89,8 Millionen zugute und Wien 16,8 Millionen,
der Rest den Ländern und Gemeinden. Auch die Auswirkungen auf den
Arbeitsmarkt sind beträchtlich - Wiens Kongresse und Firmentagungen
haben 2005 mehr als 10.600 Ganzjahresarbeitsplätze gesichert", so
Rieder zu den Details der erfolgreichen Kongressbilanz.

Tourismusdirektor Seitlinger wies darauf hin, dass auch der
Anteil des Kongresstourismus am Gesamttourismus 2005 wiederum
gewachsen ist: "Wien verzeichnete voriges Jahr insgesamt um 4 % mehr
Nächtigungen als 2004, doch bei den Nächtigungen aus dem Kongress-
und Firmengeschäft war die Zuwachsrate mit 17 % mehr als viermal so
hoch. Der Beitrag dieses Sektors zu Wiens Gesamtnächtigungsergebnis
hat sich damit von 10,5 % auf 11,8 % vergrößert. - Ein wichtiger
Aspekt für Wiens Ziel, bis 2010 seine Gästenächtigungen auf 10
Millionen zu steigern, denn zu den Voraussetzungen dafür gehört, dass
sich der Beitrag des Businesstourismus zum Gesamtaufkommen verstärkt.
Der Kongresstourismus, zu dem Kongresse im engeren Sinn,
Firmentagungen und Incentives zählen, spielt dabei eine dominante
Rolle.", betonte er.

Wiens gesamtes Kongressgeschehen 2005 hat Dr. Martina
Stoff-Hochreiner (Unternehmensberaterin und Lehrbeauftragte an der
Wirtschaftsuniversität Wien) im Auftrag des WienTourismus analysiert.
Allein die 512 Kongresse im engeren Sinn (146 nationale und 366
internationale) bewirkten laut ihrer Studie eine landesweite
Wertschöpfung von 415,3 Millionen Euro. Dies umfasst alle
inlandswirksamen Ausgaben der Teilnehmer und des Veranstalters -
nicht nur die direkten Ausgaben, sondern auch Umsätze, die in
"vorgelagerten" Wirtschaftszweigen verursacht wurden (z.B. bei
Nahrungs- und Genussmittelproduzenten, Banken, Versicherungen, im
Baugewerbe usw.). Die Tagesausgaben von Kongressteilnehmern sind
deutlich höher als bei Freizeittouristen: Sie geben in Wien pro Kopf
und Tag durchschnittlich 360 Euro aus, während die Gesamtheit aller
Wien-Besucher einen Vergleichswert von rund 240 Euro ausweist. Der
zweite große Bereich des Kongressgeschäfts sind Firmenveranstaltungen
(Tagungen, Produktpräsentationen, Incentive-Reisen), von denen Wien
im Vorjahr 1.236 zu verzeichnen hatte (448 nationale, 788
internationale). Die landesweite Wertschöpfung aus diesem Bereich
belief sich auf 87,8 Millionen Euro.

Besonders hohen Stellenwert haben die internationalen Kongresse,
denn sie sind nicht nur der wichtigste Indikator für die weltweite
Anziehungskraft einer Kongressdestination, sie wirken sich auch am
stärksten auf das Nächtigungsergebnis aus und sind außerdem die
ertragreichste aller Formen des Tourismus. Die durchschnittlichen
Tagesausgaben ihrer Teilnehmer in Wien betragen rund 375 Euro pro
Kopf. Außerdem fallen bei ihnen neben den Ausgaben von Teilnehmern
und Veranstaltern noch zusätzlich beträchtliche Ausgaben von im
Rahmen der Kongresse ausstellenden Firmen an (von
Sonderpräsentationen über Symposien bis zu gesellschaftlichen
Events). Daraus ergeben sich nochmals erhebliche Einnahmen für die
Destination.

Kein Wunder, dass internationale Kongresse Christian
Mutschlechner, dem Leiter des Vienna Convention Bureau im
WienTourismus, am stärksten am Herzen liegen: "Sie sind eben die
Königsdisziplin im Tourismus" erklärte er, "und das exzellente
Jahresergebnis 2005 ist vor allem auf sie zurückzuführen: Die
Teilnehmernächtigungen bei internationalen Kongressen sind im Vorjahr
um satte 21 % gestiegen. Zu einer ganzen Reihe großer Veranstaltungen
sind wesentlich mehr Teilnehmer angereist als von den Veranstaltern
erwartet. Man darf - ohne überheblich zu sein - durchaus davon
ausgehen, dass die Attraktivität Wiens als Veranstaltungsort dabei
eine nicht unerhebliche Rolle gespielt hat." Die nächtigungsstärksten
internationalen Kongresse 2005 hatten humanmedizinische Themen. 40 %
der Teilnehmernächtigungen fielen in diesem Bereich an, danach
folgten Veranstaltungen zum Themenkreis Naturwissenschaft und
Kongresse zu Wirtschaft und Politik. 13 % der internationalen
Kongresse wurden in den großen Kongresszentren Wiens (RX Messe Wien
Congress Center, Austria Center Vienna und Hofburg Kongresszentrum
Wien) abgehalten, 23 % an Universitäten und 20 % in Hotels.

Auch das Jahr 2006 läuft für Wiens Kongresstourismus
ausgezeichnet an. Unter den vielen renommierten Veranstaltungen im
heurigen Kongresskalender ist der unmittelbar bevorstehende
Europäische Radiologen-Kongress besonders hervorzuheben, denn er ist
Wiens "treuester" Großkongress: Er tagt seit 1991 ausschließlich in
Wien, seit 2000 jährlich. Heuer ist es das 12. Mal, und das
entsprechende Abkommen ist derzeit bis 2009 fixiert. Abgesehen von
seinem wirtschaftlichen Impact ist er auch eine erstklassige
Referenzveranstaltung. Aufgrund seiner ständigen Entwicklung von
Innovationen in Kongresstechnik und -didaktik gilt er als Trendsetter
im europäischen Kongressgeschehen, und Wien hat als sein exklusiver
Veranstaltungsort einen starken Vorteil bei der Akquisition von
medizinischen Großkongressen.

Zwtl.: Top Veranstaltungen 2006

o Euro Attractions Show 2006, 8.000 Teilnehmer, wo: Reed Messe
von 3. - 5.2;
o Europäischer Radiologie-Kongress, 15.000 Teilnehmer, wo: ACV
von 3. - 7.3.
o Europäischer Kongress zu Osteoporose & Osteoarthritis,
4.000 Teilnehmer, wo: ACV von 15. - 18.4.;
o GV Europäische Geowissenschaftliche Gesellschaft,
8.000 Teilnehmer, wo: ACV von 2. - 7.4.;
o Tagung der Europäischen Gesellschaft für Leberforschung,
3.000 Teilnehmer, wo: ACV von 26. - 29.4.;
o Europäischer Kongress zu Allergologie & Immunologie,
5.000 Teilnehmer, wo: ACV von 10. - 14.6.;
o Europ. Vereinig. d. Geowissenschaftler und Ingenieure
4.500 Teilnehmer, wo: Reed Messe von 12. - 15.6.;
o Europäischer Kieferorthopädie-Kongress, 2.000 Teilnehmer,
wo: Hofburg von 4. - 8.7.:
o Europäisches Forum für Neurowissenschaft, 6.000 Teilnehmer,
wo: ACV von 8. - 12.7.;
o Europäischer Anti-Aging-Kongress, 2.500
Teilnehmer,
wo: Hofburg von 18. - 21.10.:
o Europäischer Sexualmedizin-Kongress, 2.200 Teilnehmer,
wo: Hofburg von 3. - 6 12.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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