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Revolution in Bad Bleiberg

21.11.2008

Zum ersten Mal überhaupt in der ein halbes Jahrhundert währenden Firmengeschichte der Falkensteiner Hotels haben am Montag dieser Woche die noch in Ausbildung befindlichen Schülerinnen und Schüler einer Tourismusschule für fünf Tage ein vier-Sterne-Wellnesshotel in Österreich komplett übernommen. Mit der Führung des Bleibergerhofs können die Jugendlichen ihr Können unter Beweis stellen und an diesen fünf Tagen zeigen, was sie gelernt haben und was ihrer Ansicht nach nötig ist, um ein so anspruchsvolles Haus zu führen.

v.l.n.r.: Sarah Stegfellner, René Sulzberger, Verena Hafner

Um diese "Übernahme" zu ermöglichen hat sich der Generalmanager des Bleibergerhofs, René Sulzberger, mit dem Direktor der Kärntner Tourismusschule, Prof. Gerfried Pirker, zusammengetan und das ungewöhnliche Projekt vorbereitet. Sämtliche Hotelfunktionen, von der Direktion über die Rezeption bis zur Zimmerreinigung, dem Service und Teilen der Küche, werden von genau den jungen Menschen geführt, die auch nach dem Ende ihrer Schulzeit in diesen Jobs arbeiten wollen. Natürlich halten sich die Verantwortlichen des Bleibergerhofs, ebenso wie die Leitung der Tourismusschule, im Hintergrund bereit, um in brenzligen Situationen zu unterstützen. Aber eben nur dann, denn das Grundprinzip dieser besonderen Initiative ist es, den jungen Leuten die Möglichkeit zum Arbeiten unter professionellen Bedingungen zu geben.

"Wir haben," so René Sulzberger, der auch im Bereich der Tourismusausbildung seit vielen Jahren aktiv ist, "natürlich in dieser Woche auch eine große Zahl von regulär eingebuchten Gästen bei uns. Diese Gäste erwarten und bekommen den gewohnt guten Service und genau die gute Leistung, wegen der sie sich für ein Falkensteiner Hotel wie den Bleibergerhof entschieden haben. Aber wir werden aus dieser lokalen "Revolution" auch gegenüber unseren Gästen keinen Hehl machen. Wir müssen die jungen Leute aus der Glasglocke "Unterricht" schon während ihrer Ausbildung rausholen in die Arbeits- und Lebensrealität, denn sie sollen später solche Klasse-Hotels wie den Bleibergerhof ja auch selbständig leiten können." "Außerdem," so Sulzberger weiter, "haben wir die gleichen Herausforderungen bzgl. des Nachwuchses wie viele andere Hotel- und Gastronomiebetriebe. Was kann uns also besseres passieren, als diesen Burschen und Mädels die Möglichkeit zu geben, sich hier auszuprobieren. Wir hoffen natürlich, dass danach alle am Ball bleiben. Deshalb freuen wir uns auch über die ideelle Unterstützung seitens des Fachverbandes Hotellerie der Wirtschaftskammer Österreich bei diesem ambitionierten Vorhaben. Von dort wurden ja in den letzten Jahren auch die verschiedensten Lehrlingsinitiativen, wie beispielsweise die Aktion "Schnupperlehre", gestartet. Vielleicht gelingt es uns ja nach einem erfolgreichen ersten Mal eine zweite gemeinsame Aktion zu starten."

Für Mag. Matthias Koch, Geschäftsführer des Fachverbandes Hotellerie war es keine Frage, dass diese Idee Unterstützung finden muss: "Die Initiative der Falkensteiner Michaeler Tourism Group ist beispielgebend für unternehmerische Verantwortung. Gerade in der Hotelbranche steht der Mensch im Mittelpunkt - als Kunde wie als Mitarbeiter. Dies ist nicht nur eine Frage der Motivation, sondern auch der Ausbildung. Mit der Bad Bleiberger Initiative geht beides Hand in Hand." Auf die Gefahr angesprochen, dass vielleicht Gäste vergrault würden, falls doch etwas nicht ganz glatt laufen sollte, reagiert Edgar van Ommen, Managing Director der Falkensteiner Hotels & Residences, mit entspannter Zurückhaltung: "Wenn wir nicht ein so immenses Vertrauen in die Schülerinnen und Schüler hätten, würden wir ein solches Experiment nicht wagen. Das eventuell vorhandene ‚Restrisiko' nehmen wir gerne in Kauf, denn wir wollen in unseren Häusern gute, selbstbewusste und kreative Mitarbeiter, die auch mal etwas wagen und die wissen: ohne den erfolgreichen Umgang mit Menschen ist dieses Business keinen Pfifferling wert. Und wir wissen alle, dass kein Mensch seine Lieblingszeitung abbestellt, weil mal ein paar Druckfehler darin gewesen sind." Prof. Gerfried Pirker, Direktor der Tourismusschule Kärnten, sieht in dem Projekt eine große Chance: "Auf unsere Schüler prasseln im Unterricht verschiedenste Anforderungen ein. Vieles wird erlernt, kann aber nur schwer direkt in der Praxis erprobt werden. Im ersten Augenblick war ich skeptisch, ob ein so bekanntes Unternehmen wie die Falkensteiner Michaeler Tourism Group das wirklich wagen würde. Aber Herr Sulzberger hat mich schnell mit guten Argumenten überzeugt und seitdem sind die beteiligten Schülerinnen und Schüler mit unglaublicher Begeisterung und extremem Einsatz am Vorbereiten. Ich glaube, das ist eine richtig tolle Sache." Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group (FMTG) ist eine 2006 gegründete Holding mit Zentrale in Wien. Unter ihrem Dach vereinen sich zwei Bereiche. Zum einen 50 Jahre Hotelerfahrung im Bereich "FMTG Services" mit derzeit 23 Hotels in vier Ländern. Die "FMTG Services" bietet Rundum-Dienstleistungen, von der Führung von Hotels und Residences über die touristische Unternehmensberatung bis zur Organisation und Vermittlung von Reisen und dem zentralen Einkauf. Zum anderen die "FMTG Development", die sich mit der gesamten Bandbreite der Entwicklung und Realisierung von touristischen Immobilienprojekten beschäftigt, von der Auswahl geeigneter Standorte über die Entwicklung von Nutzungskonzepten bis zur konkreten Verwertung.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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