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Lobby, Rezeption, Bar und Frühstücksraum im Sofie Ruby.

Rockin’ Ruby

23.07.2014

Der Hotelquereinsteiger Michael Struck möchte mit Lean Luxury den Markt der Budgethotels neu aufrollen. In Wien eröffnete das erste seiner Ruby Hotels, wir haben uns umgesehen

Text: Thomas Askan Vierich

Ruby steht für eine schöne, sinnliche, kluge und fröhliche Frau, die weiß was sie will und polarisiert", sagt ihr Erfinder Michael Struck. Betritt man die Lobby des Ruby Sofie in Wien, fühlt man sich wie Hemingway auf dem Weg in seine Lieblingsbar. Das soll ein Hotel sein? Die Lobby ist keine Rezeption, sondern eine Bar, Frühstücksraum und Kommunikationszentrum. An den Wänden hängen alte Blechblasinstrumente, es läuft leise gute Musik. Man checkt sich ein, indem man seinen Namen auf einen Bildschirm tippt, der einen mit „Hello sunshine, where have you been so long?" begrüßt. Buchen kann man eh nur online. Die Schlüsselkarte ist aus Pappe, und man darf sie als Souvenir mit nach Hause nehmen, auschecken ist überflüssig, wird alles abgebucht. Die Damen hinter dem Tresen agieren sehr lässig, lächeln authentisch, und man wird von ihnen nicht zwangsgeduzt, obwohl man von ihnen geduzt werden möchte. Dreht man sich um, blickt man in den Festsaal der benachbarten Sofiensäle, die nach dem Brand 2001 und endlosen Diskussionen endlich renoviert wurden. In dem Zusammenhang wurde ein Gebäudeteil als Hotel adaptiert.
 

Cosy, wow, Loft
Die 77 Zimmer zwischen 69 und 110 Euro gibt es in drei Kategorien: „cosy", „wow" und „Loft". Es gibt keinen Wellnessbereich, kein Fitness-Studio, keine Konferenzräume, keinen Roomservice, keine Minibar, kein Restaurant und keine klassische Rezeption. Dafür eine gute Lage nicht weit vom Bahnhof Mitte, kleine, topausgestattete Zimmer, in denen jedes Detail stimmt, und eine konsequentes Bio-Frühstück für 9,90 Aufpreis, für das man sich jeden Morgen spontan entscheiden kann, je nachdem, wie die Nacht war. „Wir haben uns bei der effizienten Raumnutzung an Luxusyachten orientiert", sagt Vizedirektor Jens Gmiat. Möbel hat man aus dem 20. Jahrhundert eingekauft, alles ausgewählte Einzelstücke mit Charakter. „Unser Angebot ist sehr urban, aber auf keine Altersgruppe beschränkt", sagt Gmiat. Im ganzen Hotel arbeiten nur neun Menschen, die Flächen- und Investitionseffizienz ist überdurschnittlich hoch. „Wir haben auf öffentliche Flächen weitestgehend verzichtet", sagt Gmiat, der zuvor für das extrem lässige Soho House in Berlin gewirkt hat.

Auf jedem Gang gibt es eine Gallerykitchen, wo man sich Tee brühen kann, seine Bluse bügelt und aus einem Automaten ein kaltes Getränk bekommt. Das Frontoffice steht in München, von dort werden das Hotel und alle weiteren geplanten Rubys in Europa zentral verwaltet. Was das Ruby durch Zentralisierung und Weglassen spart, holt es durch gelebte Individualität und stimmige Details mehr als auf: Man konzentriert sich auf das Schlaferlebnis und dass sich der Gast im Zimmer wohlfühlt. Dazu zählt ein ausgeklügeltes Lichtkonzept, eine überdurchschnittlich gute Matratze und der kleine Marschall-Kofferverstärker, der neben jedem Bett steht. Hier kann man seinen iPod oder sein Handy anschließen. Oder auch eine E-Gitarre. Hat man gerade keine dabei, kann man sie in der Bar/Rezeption ausleihen – wie auch ein Fahrrad. Im Ruby kann wirklich gerockt werden. Abends legen hin und wieder DJs auf oder ein Singer/Songwriter gibt Einblick in sein zerrüttetes Seelenleben.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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