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Rohkaffeepreis explodiert

04.11.2010

Missernten ließen Rohkaffeepreis um 20 Prozent steigen – neue Rekordpreise vor allem bei Arabica-Bohnen

Im ersten Halbjahr 2010 erzielte Kaffee an den internationalen Rohstoffbörsen Rekordpreise: Der von der International Coffee Organization (ICO) berechnete Durchschnittspreis für Rohkaffee stieg im Juni 2010 auf 142,2 US-Cent/Pfund – das ist der höchste Wert seit 1997. Verglichen mit Juni 2009 (119,1 US-Cent/Pfund) bedeutet dies eine Steigerung von 20 Prozent. Vor allem hochwertige Arabica-Bohnen erzielten Rekordpreise: Mit 224,5 US-Cent musste man im Juni 2010 für ein Pfund Arabicas mehr als doppelt so viel berappen wie noch vor vier Jahren (2006: 105,8 US-Cent/Pfund). Als besonderer Kostentreiber für die europäische Kaffeebranche kommt der im Vergleich zum Dollar schwache Euro hinzu. Da Rohkaffee in US-Dollar gehandelt wird, kam es zu einer relativen Verteuerung.

Mag. Gerald Steger, Vorsitzender der Geschäftsführung der café+co International Holding, sagt: „Vor allem bei Arabica-Bohnen gab es auf Grund schlechter Witterungsbedingungen Missernten, die sich natürlich preistreibend auswirken. Nicht nur die Erntemengen sind zurückgegangen, auch die Qualität der Bohnen leidet unter den Wetterextremen.“ Gleichzeitig steigt der weltweite Kaffeeverbrauch kontinuierlich an. Laut Daten der ICO wurden 2009 132 Mio Sack Kaffee (á 60 kg) verbraucht – um 25 Prozent mehr als noch 2000. Für 2010 rechnen die Experten trotz Wirtschaftskrise mit einem weiteren Zuwachs auf 134 Mio Sack. „Kaffee ist das Trendgetränk des 21. Jahrhunderts. In der westlichen Welt geht der Trend eindeutig zu exklusiveren Kaffees: Kaffeewissen gilt als „chic“, ergänzt Steger.

Stabile Preispolitik
Die auf den Markt kommende neue Ernte aus Brasilien sollte in den nächsten Monaten jedoch für eine leichte Entspannung – wenngleich auf hohem Niveau – sorgen. café+co setzt alles daran, um eventuell nötige Preiskorrekturen für seine Kunden so gering wie möglich zu halten: Neben laufenden Verbesserungen bei Logistik- und Transportkosten hat man bereits frühzeitig auf die Kaffeepreisschwankungen reagiert und langfristige Lieferkontrakte zu stabilen Bedingungen abgeschlossen. Darüber hinaus forciert café+co, einer der größten Kaffee-Einkäufer Österreichs, seit kurzem im Rahmen eines „Single Estate“ genannten Projekts den Direkt-Kaffeeeinkauf von ausgewählten nachhaltig produzierenden Plantagen. „So können wir nicht nur langfristig stabilere Preisvereinbarungen treffen, sondern vor allem auch für unsere Kunden gleichbleibend hohe Qualität sicherstellen. Wir wollen auch mehr Wissen über die Menschen und die Regionen vermitteln, die für unsere Qualitäts-Kaffees verantwortlich zeichnen“, erklärt café+co-Chef Steger.

Zusätzlich zum postiven Effekt für die Kaffeebauern und die Umwelt in den kaffeeproduzierenden Ländern wirkt diese Strategie auch stabilisierend auf die Einkaufspreise: Nachhaltig bewirtschaftete Kaffeeplantagen kommen mit Witterungsschwankungen besser zurecht und liefern daher kontinuierlichere Erträge und gleichbleibend gute Qualität.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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