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Rohkaffeepreise: keine Entspannung in Sicht

24.07.2007

Rohkaffeepreise lagen im Juni 2007 um 20 Prozent über dem Vorjahr - Verdoppelung des Preises seit 2003 - höchster Robusta-Preis seit 10 Jahren - Brasilien erwartet für Erntejahr 2007/08 deutlich geringere Erntemengen - starke Preissteigerungen auch bei Kakaoprodukten und Kaffeemilch.

Bei den Rohkaffeepreisen ist nach wie vor keine Entspannung in Sicht. Im Juni 2007 kletterte der Durchschnittspreis* für Rohkaffee laut International Coffee Organisation (ICO) auf 107,03 US-Cent je Pfund. Er lag damit um mehr als 20 Prozent über dem Preis des Vorjahres-Vergleichsmonats. Innerhalb der vergangenen vier Jahr haben sich die Rohkaffeepreise somit verdoppelt.

Bereits seit Jahresbeginn 2007 lagen die Rohkaffeepreise Monat für Monat kontinuierlich über einem US-Dollar je Pfund. Vor allem die Preise für die Sorte Robusta zogen im ersten Halbjahr 2006 stark an: von 79,1 US-Cent je Pfund im Jänner 2007 auf 92,7 US-Cent im Juni 2007. Das ist der höchste Preis seit zehn Jahren. Der weltgrößte Robusta-Produzent Vietnam kann die steigende Nachfrage nicht decken, zumal die Qualität zu wünschen übrig lässt: Kaffeeladungen aus Vietnam mussten in den vergangen Monaten immer wieder zurückgewiesen werden, weil die Exporteure, im Bestreben die boomende Nachfrage zu befriedigen, Tranchen mit unterdurchschnittlicher Qualität lieferten.

Mag. Gerald Steger, Geschäftsführer von café+co International, des größten Kaffeeautomaten-betreibers in Österreich sowie Zentral- und Osteuropa: "Die Situation am Welt-Kaffeemarkt bleibt angespannt. Nach wie vor wächst die globale Nachfrage stärker als das Angebot. Dazu trägt der steigende Kaffeekonsum in den osteuropäischen Staaten sowie in China und Indien ebenso bei wie die kontinuierlich hohe Nachfrage in den USA bzw. in Westeuropa. Auch die erwarteten Ernteausfälle in Brasilien, dem größten Kaffeeproduzenten-Land der Welt, könnten die Preise weiter nach oben treiben." Im Mai 2006 kündigten die brasilianischen Behörden für das gerade beginnende Erntejahr 2007/08 eine Produktionsmenge von rund 32 Millionen Sack Kaffee an. Das entspricht einem Rückgang von 25 Prozent im Vergleich zur Vorjahresernte. Weltweit rechnet die International Coffee Organization für das Erntejahr 2007/08 mit einer Produktionsmenge von 112 Millionen Sack á 60 Kilo. Dem steht ein geschätzter Welt-Kaffeeverbrauch von rund 120 Millionen Sack gegenüber.

* ICO Composit Indicator Price; ein nach Kaffeesorten und Kaffeehandelsplätzen gewichteter Durchschnittspreis, der von der International Coffee Organization täglich berechnet wird. Detail-Informationen zur Berechnungsmethode: www.ico.org/coffee_prices.asp

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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