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Rohkaffeepreise leicht rückläufig

11.12.2008

Rohkaffeepreise sanken im November 2008 mit 107,9 US-Cent/Pfund leicht unter den Vorjahreswert (114,4 US-Cent/Pfund) - Dollar-Anstieg kompensiert die Entspannung bei den Preisen - Mittelfristig muss weiterhin von einem sehr hohen Preisniveau ausgegangen werden.

Die weltweite Finanzkrise hat auch Auswirkungen auf den Rohkaffeepreis. Erstmals im laufenden Jahr bewegt sich der von der International Coffee Organization berechnete Durchschnittspreis für ein Pfund Rohkaffee wieder auf die Ein-Dollar-Marke zu. Konkret kostete ein Pfund Rohkaffee im November 2008 107,9 US-Cent. Damit ist das Preisniveau für die schwarzen Bohnen immer noch sehr hoch - um 59 Prozent über dem Wert von November 2004 (67,7 US-Cent/Pfund). Verglichen mit November 2007 (114,4 US-Cent/Pfund), und den Rekordwerten der ersten neun Monaten 2008, als die Preise zum Teil über 130 US-Cent kletterten, ist jedoch ein Rückgang erkennbar.

Grund dafür sind die in Folge der Finanzmarktkrise angespannte Liquiditätssituation und die damit einhergehende sinkende Handelstätigkeit an den Rohstoffbörsen. Auch Fonds, deren spekulative Investments in Kaffee zum enormen Preisanstieg Anfang 2008 beigetragen hatten, ziehen sich nun im Zuge der Krise wieder zurück. Für Kaffeeabnehmer außerhalb der USA wurde die Entspannung bei den Preisen jedoch durch den erstarkten US-Dollar zum Teil wieder ausgegelichen.

Robusta-Kaffee wird nur "optisch" billiger

In den ersten Dezember-Tagen bewegten sich die Rohkaffeepreise auf gleichem Niveau wie im November (3. Dezember 2008: 104,0 US-Cent/Pfund). Lediglich bei Bohnen der Sorte Robusta, die wegen ihres kräftigen Geschmackes vor allem in Espresso-Mischungen verwendet werden, zeigte sich jüngst ein deutlicher Preisrückgang von 90,8 US-Cent/Pfund im November auf 85,0 US-Cent am 3. Dezember 2008. Diese Reduktion ist jedoch auf eine Änderung der Klassifikation an der Londoner Kaffeebörse zurückzuführen. Die tatsächlichen Kosten bei gleicher Qualität ändern sich dadurch nicht.
Die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf den weltweiten Kaffeeverbrauch sind derzeit nicht wirklich abschätzbar. "Aktuelle Studien bescheinigen dem Kaffee jedenfalls hohe "Krisenresistenz"." bleibt Mag. Gerald Steger, Geschäftsführer des größten heimischen Kaffeeautomaten-Betreibers café+co, optimistisch. "Besonders im Kaffee-Land Österreich ist er fester Bestandteil des täglichen Rituals, die Änderungen im Verbraucher-Verhalten werden daher relativ gering ausfallen. Ähnliches dürfte auch für andere traditionsreiche Verbraucherländer gelten. In Zentral- und Osteuropa, aber auch in China, Brasilien oder Mexiko, nahm der Kaffeekonsum zuletzt deutlich zu. Ob die Krise in diesen Staaten Auswirkungen auf den Verbrauch haben wird, bleibt abzuwarten.", so Steger.

Gestiegene Produktionskosten

Die Experten von der International Coffee Organization gehen jedenfalls in ihrem aktuellen Marktreport von einer weiteren Steigerung des Welt-Kaffeeverbrauches 2008 auf 128 Millionen Sack aus (2007: 124,6 Millionen Sack). Mittelfristig sieht Kaffee-Experte Steger aber - auch ohne diverse "Spekulationsblasen" - besonders wegen der steigenden Produktionskosten eine Stabilisierung auf hohem Niveau: "2009 dürfte sich der Rohkaffeepreis knapp über dem Niveau von 2007 einpendeln - und damals zahlte man mit einem Jahres-Durchschnittspreis von 107,7 US-Cent fast doppelt so viel für ein Pfund wie 2004 mit nur 62,2 US-Cent. Das höhere Preisniveau schafft jedoch mehr Spielraum für nachhaltige Produktion und bessere Arbeitsbedingungen".

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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