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Die ÖHV weiß, wie der Mehraufwand gedeckelt werden könnte: Die Beiträge zum ÖW-Budget könnten an die USt-Einnahmen gekoppelt werden.

Ruf nach höherem ÖW-Budget wird lauter

15.11.2016

ÖHV und Landestourismusorganisationen fordern eine Aufstockung des Budgets der Österreich Werbung.

„1990 bekam die Österreich Werbung von ihren Mitgliedern Beiträge umgerechnet 32,6 Mio. Euro. Nun ist in den 27 Jahren der Werbeaufwand massiv gestiegen, ganz zu schweigen von den Löhnen. Trotzdem wird die ÖW 2017 nur 32,1 Mio. dafür bekommen. Das ist natürlich zu wenig“, fordert Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), ein Umdenken bei den Shareholdern oder eine neue Struktur der Österreich Werbung sei gefordert.

Mehr Nächtigungen, geringere Einnahmen

Die als Gegenargument ins Treffen geführten Nächtigungsrekorde lässt Gratzer als Gegenargument nicht gelten: „Wir nehmen bei mehr Nächtigungen weniger ein, die Kosten steigen kontinuierlich.“ Das lasse sich aus dem Tourismusbericht des Wirtschaftsministeriums ablesen: „Es kommen jedes Jahr mehr Gäste, und am Ende bleibt jedes Jahr weniger Geld in der Kasse als 2008. Und davon müssen mehr Investitionen, höhere Löhne und die um 30 Prozent gestiegene USt bezahlt werden.“ Eine klare Folge des Aushungerns der ÖW, so Gratzer. Notwendig wäre eine Werbeoffensive. Gerade jetzt in Zeiten von guter Nachfrage müsse für die Zukunft und den Aufbau neuer Märkte wie China investiert werden. 

Nicht ausruhen

Ähnlich sieht das auch der Geschäftsführer der Landestourismusorganisationen (LTO9), Christian Kresse: "Auf den guten Ergebnissen des laufenden Jahres darf man sich nicht ausruhen und alle sind gefordert, zumindest die Marketingaktivitäten des heurigen Jahres auch 2017 wieder bereitzustellen." Den Rückenwind für den österreichischen Tourismus gelte es nun zu nutzen und das heuer erbrachte Engagement auf allen Ebenen weiter fortzusetzen, betont Kresse. „Eine Reduktion des Österreich Werbung Budgets auf ein Niveau von 2015 darf nicht das Signal an die Tourismusbranche und die Bundesländer sein. Die gute Zusammenarbeit der Landestourismusorganisationen mit der Österreich Werbung und die Bündelung der Mittel ist auf einem sehr guten Weg." 

ÖHV-General Gratzer schlägt ein konkretes Modell vor, das den Mehraufwand deckelt: Die Beiträge zum ÖW-Budget könnten an die USt-Einnahmen gekoppelt werden oder an die Summen, die die Wirtschaftskammer als KU1 oder KU2 von den Tourismusbetrieben einnimmt: „Das gewährleistet, dass die ÖW nicht ausgehungert wird. Gleichzeitig gäben Bund und Kammern nur einen Anteil der Mehreinnahmen weiter, die ihnen von den Betrieben überwiesen werden“, erklärt Gratzer und schlägt als Basiswert für den Index die Einnahmen von 2015 vor. Vorschläge, die Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer im Interesse der Hotellerie unterstützen müssten. Für die Österreich Werbung würde es mehr Planungssicherheit bringen und jährliche Budgetdiskussionen vereinfachen.

Autor/in:
Alexander Grübling
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