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Ruhe statt Rummel

05.12.2003

Am Sonntag beginnt der Advent. Vier Gemeinden setzen unter der Dachmarke „Advent Austria“ auf traditionelle und besinnliche Adventmärkte statt auf hektisches Treiben und Punschexzesse.

Die Vorweihnachtszeit ist für den österreichischen Handel die wichtigste Zeit des Jahres. Doch auch die Gastronomie rittert um das Weihnachtsgeld der Österreicher und macht mit diversen Weihnachtsfeiern zusätzliche Umsätze.
Die Gastronomie blickt jedoch mit gemischten Gefühlen auf den alljährlichen Weihnachtsrummel an den Punschständen.
Einerseits ist ein attraktiv gestalteter Weihnachtsmarkt zwar ein Magnet, der Menschen aus ihren warmen Stuben in die Ortskerne lockt.
Belebung des Geschäfts oder unlautere Konkurrenz?
Wenn andererseits jedoch bis zum Abwinken an den Punschständen getrunken wird, ist das für viele Wirte – ähnlich wie bei den sommerlichen Zeltfesten – eine unlautere Konkurrenz.
Schließlich handelt es sich bei den meisten Punschstand-Betreibern um mehr oder weniger karitative Vereine, die außer der Standmiete keine der üblichen Abgaben zahlen müssen. Von den Gemeinden wird das toleriert, weil sie für die begehrtesten Plätze Standmieten bekommen.
Gleichzeitig locken attraktive Weihnachtsmärkte wie etwa der Christkindlmarkt am Wiener Rathaus und am Salzburger Dom- und Residenzplatz auch zahlreiche ausländische Touristen an und besorgen der Hotellerie in einer sonst eher schwierigen Jahreszeit eine zufriedenstellende Buchungslage.
Der Wiener Christkindlmarkt, (der bereits zwei Wochen vor dem ersten Adventsonntag aufsperrte, lockt alljährlich rund drei Millionen Gäste an, davon etwa 500.000 aus dem Ausland. Seit 1986 konnten die Nächtigungszahlen im Novemver und Dezember in der Bundeshauptsadt auf 1,17 Millionen verdoppelt werden.
Mit 850.000 bis 900.000 Besuchern ist auch der Christkindlmarkt am Salzburger Dom- und Residenzplatz ein Publikumsmagnet. Rund 36 Millionen Euro werden hier in den fünf Wochen vor Weihnachten umgesetzt. Heuer soll das Gedränge in Salzburg trotz Besucherzuwachs weniger werden, weil der Markt auf den Residenzplatz erweitert wird.

Im Gegensatz zu den beiden „Großveranstaltungen“ in Salzburg und Wien setzen die vier Gemeinden Mariazell, Seelfeld, St. Wolfgang und Velden auf besinnlichen Adventzauber ohne „ho, ho, ho“-tönende Weihnachtsmänner mit roten Zipfelmützen und Rauschebärten.
In den vier geschichtsträchtigen Orten steht vor den historischen Kulissen Sinnlich-Besinnliches im Vordergrund.
Der ursprünglichen Bedeutung des Advents folgend wird ausschließlich auf authentische Elemente weihnachtlicher Bräuche und regionale Kostbarkeiten gesetzt.
Und im Gegensatz zu den konsumlastigen Großveranstaltungen in den Städten dauern die vier besinnlichen Adventmärkte nur so lange wie der Advent. Beginn ist also jeweils der kommende erste Adventsonntag.
An Holzstandln werden echte und authentische Produkte angeboten. Bei weihnachtlicher Musik und Düften – Reisig und Wachs, Nelken und Zimt, Bratäpfeln und frischen Backwaren – fühlen sich die Gäste zum Verweilen und Innehalten eingeladen, abseits von Einkaufsstress und lautem Weihnachtsrummel.
An jedem der vier Adventwochenenden wird ein Programm mit Lesungen, Adventsingen, Gospelkonzerten, Adventkabarett, Krippenspiele, Märchen-theater, regionale Chöre, Adventspaziergänge, romantische Schiffahrten, Fackelwanderungen und vielem anderen mehr geboten. Das genaue Programm aller vier Adventmärkte gibt es unter www.advent-austria.at im Internet.

In dieser Form sind Adventmärkte rundum zu begrüßen. So werden Besucher zum Besuch der Orte motiviert und über kurz oder lang ist eine authentische Inszenierung wie beim Advent-Austria eine optimale Fremdenverkehrswerbung. Schließlich wird gerade im Qualitätstourismus Authentizität immer wichtiger.
Und auch die Hotellerie und Gastronomie kann sich über diese Form des Adventfeiern eigentlich nur freuen.
Schließlich wollen sich die Gäste nach dem Besuch eines Adventmarkts gerne bei einem Getränk aufwärmen. Und dafür ist ein gepflegtes Wirtshaus doch ein unvergleichlich besserer Platz als ein nasskalter Punschstand.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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