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Run auf ÖW-Leitung

07.09.2006

25 Kandidaten haben sich als Oberascher-Nachfolger beworben – zehn von ihnen werden zum Hearing Mitte September für den Posten des neuen Österreich-Werbung-Chefs eingeladen.

Es wird ein heißer Herbst: Nicht nur, dass am 1. Oktober ein neuer Nationalrat gewählt wird, exakt ein Monat darauf, am 1. November wird auch der Posten des Chefs der Österreich Werbung (ÖW) neu besetzt.
Und der ist offenbar heiß begehrt: 25 Kandidaten haben sich für den Job beworben, wurde dieser Tage beim Öffnen der Bewerbungskuverts ersichtlich. Bis zu zehn Kandidaten davon werden nun auf eine Shortlist genommen und zu einem Gespräch eingeladen. Die Vorausscheidung ist jedenfalls schon im Laufen. Die Hearings sind für Mitte September geplant. „Wir sind begeistert von der Qualität der Bewerbungen, es sind ausgezeichnete Kandidaten darunter“, sagte die Leiterin der Tourismussektion im Wirtschaftsministerium, Elisabeth Udolf-Strobl.
Der Posten soll ab 1. November neu besetzt werden, zumal der scheidende ÖW-Chef Arthur Oberascher ab Herbst als Vorstand und Mitgesellschafter zur Hotelgruppe Arcotel wechselt.
Die ÖW gehört zu 75 Prozent dem Wirtschaftsministerium und zu 25 Prozent der Wirtschaftskammer Österreich. Die ÖW verfügt über 200 Mitarbeiter und ein Budget von 50 Mio. Euro und hat mehr als 25 Vertretungen im In- und Ausland.
Was erwartet die Branche?
Dr. Peter Trost, Spartengeschäftsführer Wirtschaftskammer Tirol, erwartet sich von der neuen Führung nicht viel Neues: „Die ÖW sollte weiterhin ihre Stellung als Speerspitze des österreichischen Tourismus-Marketings ausbauen. Die Vielfältigkeit unseres Landes muss ins Ausland transportiert und die vielen Aktivitäten gebündelt werden.
Was wir uns in Tirol schon immer wünschen ist, dass das Thema Berg noch stärker kommuniziert wird, denn wie heißt es schon am Anfang unserer Bundeshymne so schön: ‚Land der Berge, …‘ “.
Für Dr. Simon Gspan von der Edinger Tourismusberatung muss der neue ÖW-Chef fast schon ein Wunderwuzzi mit nationaler und internationaler Marktkenntnis sowie politischem Gespür sein. Trotzdem ist Gspan zuversichtlich, dass sich ein passender Kandidat finden lässt. Allerdings muss die Politik dem neuen ÖW-Chef dann auch die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellen.

Mit der Leistung des derzeitigen ÖW-Chefs ist Gspan zwar durchaus zufrieden, trotzdem kann er dem – eigentlich ja ungeplanten – Wechsel an der Spitz der ÖW viel abgewinnen: „Oberascher hat seinen Job sehr gut gemacht, doch dass jetzt nach fünf Jahren ein neuer ÖW-Chef mit frischen Ideen kommt, ist sicher kein Fehler.“
Und wie sehen die Wünsche der Ländervertretungen an einen neuen ÖW-Chef aus? Gerhard Gucher, oberster Tourismus-Werber des Burgenlandes, sieht den neuen ÖW-Chef vor großen Herausforderungen: „Vor allem beim Sommertourismus haben wir Handlungsbedarf.“ Speziell die Aufenthaltsdauer der Gäste müsse man zu verlängern trachten. Und als – allerdings eher politischen – Wunsch formuliert er: „Es wäre schön, wenn die Länder wieder in die ÖW eingebunden wären. Ich bin einfach ein Anhänger der alten Regelung, das ergab ein geschlosseneres Bild der heimischen Tourismuswirtschaft.“
„Wunschkandidaten habe ich keinen“, erklärt indes Wien Tourismus-Direktor Mag. Karl Seitlinger. „Die wichtigste Aufgabe für den oder die neue Chefin wird aber sein, mehr Geld von den Eigentümern zu lukrieren. Für die Internationalisierung der Werbung – speziell in Deutschland und den neuen Hoffungsmärkten – bräuchten wir mindestens zehn Millionen Euro zusätzlich. Seit 2000 ist das Budget ja gleich geblieben“. Weiters erwartet sich Seitlinger, dass die drei Hauptmotive für einen Österreich-Urlaub – Bergerlebnis, Kultur und Wellness – nicht weiter in Frage gestellt, sondern in den Kampagnen durchgezogen werden. „Und dass die Zusammenarbeit auch weiter so gut klappt wie bisher.“
Turbulenzen beruhigt
„Das Schiff Österreich Werbung, das sich in ziemlichen Turbulenzen befunden hatte, wurde durch Oberascher in ruhigere Gewässer gelenkt“, ist Dr. Wolfgang Dörfler, Spartengeschäftsführer Wirtschaftskammer Kärnten, überzeugt: „Wünschen würde ich mir eine stärkere Kooperation mit der Kärnten Werbung, was übrigens für alle anderen Landestourismusorganisationen auch gelten sollte. Das Geld ist endlich. Die Märkte riesig. Daher sollte ein bestmöglicher Einklang gefunden werden.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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