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Russische Gäste im „Einkaufsrausch“

23.02.2006

Global Refund sieht positive Entwicklung im Shopping-Tourismus mit außereuropäischen Touristen.

Über positive Trends im Shopping-Tourismus freut sich Global Refund Austria im ersten Jahr nach der EU-Erweiterung. Bereinigt um die Umsätze, die durch die EU-Erweiterung weggefallen sind, ist das Global-Refund-Gesamtvolumen von 169,5 Mio. Euro im Jahr 2004 auf 190,2 Mio. Euro 2005 gestiegen. Mag. Thomas Bundschuh, Geschäftsführer von Global Refund Austria, ist mit dem Shoppingumsatz zufrieden: „Wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen haben die Steigerungsraten der Touristen aus Russland, der Schweiz und Rumänien, Hauptumsatzbringer ohne große Veränderungen waren mit 26,7 Mio. Euro auch 2005 die Gäste aus Kroatien.“ Der erwartete China-Boom hat sich leider noch nicht realisiert, auch zeigten sich die Ausgaben der USA- und Japan-Touristen leicht rückläufig, was nicht zuletzt auf die Entwicklung des USDollars zurückzuführen ist.
Sprunghafter Anstieg russischer Shopping-Ausgaben
Hat sich der Umsatz mit den russischen Touristen bereits in den vergangenen Jahren als kontinuierlich steigend erwiesen, so ist er 2005 fast sprunghaft nochmals um knapp 19 Prozent auf 23,9 Mio. Euro angestiegen. Was steht hinter diesem signifikanten Wachstum? 7 Prozent der 143 Millionen Staatsbürger zählen zur Elite oder oberen Mittelschicht, zwischen 1,5 und 2 Prozent gehören zur reichen Elite. Alleine in Moskau gibt es zig-tausende Dollar-Millionäre. Die Wirtschaft ist zwischen 6 und 7 Prozent gewachsen, die Einkommen um ca. 8 Prozent gestiegen. Aufgrund dieser Wirtschaftsdaten ist eine zweistellige Wachstumsrate beim Auslandsreisevolumen relativ leicht nachzuvollziehen – verstärkt durch die Tatsache, dass „Shopping“ zu den Lieblingsaktivitäten der Russen auf Auslandsreisen gehört.
Dieser „Einkaufsrausch“ schlägt sich auch in den Durchschnittsausgaben nieder: 429 Euro wechseln pro Einkauf den Besitzer (2004 lag dieser Betrag bei 420 Euro). Überholt werden die russischen Gäste dabei nur mehr von den Touristen aus der Ukraine, sie geben durchschnittlich 510,– Euro pro Einkauf aus.
Noch nicht wirklich von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen wurde die Tourismusentwicklung aus Südkorea und Taiwan, dennoch hat sich ihr Shopping-Umsatz im vergangenen Jahr überdurchschnittlich entwickelt: 63,2 Prozent (4,2 Mio. Euro) Wachstum mit Südkorea, 125,2 Prozent mit Taiwan (7,2 Mio. Euro).
China, Japan, USA: Umsatzerwartungen nicht erfüllt
Der noch zu Beginn des Vorjahres erwartete China-Boom hat sich nicht realisiert, der Shopping-Umsatz ist um 1,4 Prozent auf 12,9 Mio. Euro zurückgefallen. Begründet wird diese Entwicklung mit der eher restriktiven Visa-Vergabe als Teil eines Einpendelns der Prozeduren zum ADS Agreement mit der EU. Nicht den Erwartungen entsprochen haben auch die Shoppingausgaben der Japaner, sie sind 2005 um 3,1 Prozent auf 17,7 Mio. Euro zurückgefallen. Ein leichtes Minus wiesen die Umsätze mit den US-Touristen auf, sie gaben 2005 mit 10,8 Mio. Euro um 1,1 Prozent weniger aus als 2004.
Der „Mozart-Effekt“
Ob und wie sich das Mozart-Jahr 2006 auf den Shopping Tourismus auswirken könnte, formuliert Thomas Bundschuh so: „Mozart dient in erster Linie als Sympathieträger für Österreich. Direkte Auswirkungen des Mozart-Jahres im internationalen Shopping-Tourismus werden voraussichtlich nur in Wien und Salzburg spürbar werden, die indirekten und schwer messbaren natürlich weit darüber hinaus. Versucht man, eine Größenordnung nur für den Nicht-EU-Tourismus hochzurechnen, so gehe ich von einem Zusatzumsatz von rd. 4 Mio. Euro aus, von denen wiederum 1,6 Mio. Euro in Global-Refund-Umsatz umzumünzen sein müsste.“ Vor allem durch das kulturelle Interesse der Japaner erhofft sich Thomas Bundschuh in Verbindung mit dem Mozart-Jahr eine Erholung des japanischen Shopping-Umsatzes.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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