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Elisabeth Steinleitner in ihrem „Saftladen“ Eliment für biologische Smoothies.

Saftläden!

12.11.2015

Smoothies und kaltgepresste Säfte sind die Drinks der Stunde. Doch wie sehr lohnt sich das Angebot dieser aufwändigen Produkte in der Gastronomie?

Text: Natalie Oberhollenzer

Cleanse your body, cleanse your soul“, „Urban Health“ oder „Detox Delight“: Solche Slogans und Schlagwörter sind nicht nur in einschlägigen Magazinen immer öfter zu lesen. Auch das Stadtbild wird mittlerweile davon geprägt. Denn während uns vor ein paar Jahren die Frozen-Joghurt-Welle und später der Bubble-Tea-Boom eine Unzahl an Lokalen mit auf dergleichen spezialisiertem Angebot bescherten, sind es aktuell die Smoothie- und Saftbars, die überall in Wien ihre Pforten öffnen. Die dickflüssigen Smoothies und die kaltgepressten Säfte sind meistens mit sogenannten Superfoods angereichert. In Knallgelb, Feuerrot und Giftgrün kommen sie daher und versprechen dem Verbraucher ob der enthaltenen Chia-Samen, Gojibeeren, dem Grünkohl oder Weizengras verschiedenste gesundheitliche Zuträglichkeiten. Die eine Sorte soll für einen Energiekick, die andere für eine strahlende Haut und wieder eine andere für bessere Laune sorgen. Und obwohl das Ganze seinen Preis hat (mit sechs bis neun Euro für 500 ml ist in der Regel zu rechnen), verkaufen sich die Drinks wie warme Semmeln. Eine Goldgrube für die Gastronomie?

Lohnt sich das?

Ja und nein, meint Matthias Szilagyi, Geschäftsführer der Malgrede GmbH. Seine Firma verkauft kaltgepresste Edelsäfte unter der Marke Slim Tim. Zu seinen Abnehmern zählen auch Gastro-Betreiber wie das Café Français, die Marina Wien, die Jausenstation Landtmann oder das Donauturm-Restaurant. Die Säfte kosten den Restaurantbetreiber acht Euro netto pro Liter. Der wiederum verkauft sie zu unterschiedlich hohen Preisen weiter; gängig sind 4,80 Euro für ein Vierterl. Eine schöne Spanne, möchte man meinen, doch den Gastronomen sind die guten 100 Prozent bei weitem nicht genug. „Ich höre oft, dass man mit 300 Prozent rechnet, damit sich die Aufnahme in die Getränkekarte wirklich auszahlt“, erklärt Szilagyi. Dennoch tue es dem Lokal gut, diese Säfte auf der Karte zu führen „einfach weil es ein wahnsinniges Trendgetränk ist“. Im Herbst gehen besonders die roten Sorten, beispielsweise mit Roter Rübe, da man von den sommerlichen Ananas-Mango-Varianten weggeht. Verkaufsspitzen erreicht das Sortiment aber von Jänner bis Mai. „Zuerst wegen des Neujahrsvorsatzes, sich gesund ernähren zu wollen, dann kommt die Fastenzeit.“ Dann gehe das ganze fließend in den Willen zur Bikinifigur über. Im Herbst gehe es den Konsumenten schließlich eher ums Stärken der Abwehrkräfte und um Energiekicks. Bezogen auf die Tageszeit gehen die Produkte zur Frühstücks- und Brunchzeit am besten.

Komplett auf Smoothies spezialisiert hat sich Elisabeth Steinleitner. Sie hat im August ihr Organic Smoothie Lab Eliment in der Wiener Innenstadt aufgesperrt und offeriert dort sieben verschiedene Smoothie-Kombis, alle biologisch und aus Obst und Gemüse von ausgewählten Landwirten. Ihre Kunden, vornehmlich Büromenschen und Besucher eines Fitnessstudios nebenan, kommen vor allem vormittags und zur Mittagszeit vorbei. Doch auf die Umsätze in ihrem Lokal alleine möchte sich Steinleitner nicht verlassen – sie hat in ihrem Businessplan von Anfang an auch andere Vertriebskanäle vorgesehen. Etwa den Verkauf an Firmenkunden, Zustellung und die Belieferung eines Fitnessstudios, die es in Zukunft geben wird. „Das Lokal hier ist der Flagship-Store, der Verkauf aber läuft auf breiteren Beinen“, erklärt sie und merkt an, dass ein reiner Absatz im Shop wohl zu wenig wäre. 
slimtim.at

www.eliment.at

 

 

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