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Saisonierskontingent schlägt Wellen

16.09.2005

Minister Bartensteins Vorschlag zur Senkung stößt auf wenig Gegenliebe.

Das Saisonierskontingent soll weiter gekürzt werden – das hat Wirtschaftsminister Martin Bartenstein vor einigen Tagen in Aussicht gestellt, jedoch ohne konkrete Zahlen zu nennen. Die Zahl der Saiso-niers und Erntehelfer sei zuletzt um rund zehn Prozent unter den Höchstwerten der letzten Jahre gelegen, und in diese Richtung soll es seiner Meinung nach weitergehen. Die erwarteten Reaktionen blieben nicht aus. Für Sepp Schellhorn, Co-Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung ist klar, dass sich Österreich eine Reduktion der Saisonierskontingente nicht leisten kann. Und gibt gleichzeitig zu bedenken, dass die Saisoniers nicht zum „Schwarzen Peter“ des Arbeitsmarktes werden dürfen.

„Internationale Mitarbeiter nehmen den Österreichern keine Arbeitsplätze weg“, sagt Sepp Schellhorn. Sie würden jene Stellen besetzen, die österreichischen Arbeitnehmern zu wenig attraktiv erscheinen oder die von Österreichern aufgrund mangelnder Mobilität abgelehnt werden. Für Schellhorn wäre es daher zu einfach, anzunehmen, dass durch eine Reduktion des Saisonierskontingents arbeitslose Österreicher eine Beschäftigung fänden. Die Branche sei auf internationale Mitarbeiter angewiesen. „Wenn uns die Mitarbeiter fehlen und wir unsere Gäste nicht mehr bedienen können, wird das niemanden nutzen“, gibt Schellhorn zu bedenken. Auch Johann Schenner, Obmann der Sparte Tourimus der WKÖ, ist davon überzeugt, dass eine Reduktion ein schwerer Schlag wäre und die Konkurrenzfähigkeit dieser wichtigen Branche untergraben würde. „Erfolgreich sind wir nur, wenn wir uns um unsere Gäste perfekt kümmern können. Um auch in der kommenden Saison dem Gast wieder eine gute Qualität bieten zu können, sind inländische Arbeitskräfte natürlich die erste Wahl. Können Stellen aber auf diese Weise nicht besetzt werden, müssen wir auf Saisonarbeitskräfte zurückgreifen. Schon jetzt mangelt es während der Saisonspitzen in den westlichen Bundesländern immer wieder an Mitabeitern“, lehnt Schenner die jüngsten Überlegungen ab. Zusätzlichen Zündstoff gab es dann noch durch den Vorschlag von SP-Geschäftsführerin Doris Bures zur Halbierung der Saisonierquote. „Wer auch immer dies fordert, versteht nicht, wie der Wirtschaftszweig Tourismus funktioniert“, erklärt Schenner. „Man wird auch in Zukunft, so wie in der Vergangenheit, seriös und unter Beachtung der wirtschaftlichen Notwendigkeit vorgehen müssen.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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