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Saisonkontingente: Vorarlberg macht mobil

30.08.2016

Für die laufende Sommersaison mussten in Vorarlberg aufgrund der unglücklich gewählten Formulierung in der neuen Saisonkontingentverordnung knapp 40 Mitarbeiter aus Drittstaaten vom AMS abgelehnt werden – darunter Fälle, die bereits seit über 15 Saisonen in Tourismusbetrieben tätig waren. Jetzt schrieben das Land Vorarlberg, der Vorarlberger Arbeitsmarktservice, die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, der Vorarlberger Wirtschaftsverband sowie die Landesvertreter der Gewerkschaften ÖGB und Vida einen offenen Brief an den zuständigen Sozialminister Alois Stöger.

Saisonkontingente für die Tourismusbranche werden zweimal jährlich vom Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz festgesetzt. Einerseits wurden die Kontingente heuer gekürzt, andererseits auf Saisonniers eingeschränkt, die bereits in zwei aufeinanderfolgenden Sommersaisonen im Land beschäftigt waren. Das stellte jene Hoteliers vor Probleme, die bewährte Kräfte bereits seit vielen Wintersaisonen beschäftigt haben und diese auch in der Sommersaison einsetzen möchten.

Brief ans Bundesministerium

Das Land Vorarlberg, der Vorarlberger Arbeitsmarktservice, die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, der Vorarlberger Wirtschaftsverband sowie die Landesvertreter der Gewerkschaften ÖGB und Vida wenden sich nun in einem offenen Brief an Bundesminister Alois Stöger und ersuchen für künftige Saisonkontingentverordnungen für Vorarlberg neue Voraussetzungen. In drei Punkten werden insbesondere Rechtssicherheit und Planbarkeit, Vergabekriterien und -stellen sowie ein separates Kontingent für Asylwerber angesprochen. Die künftig zur Verfügung stehenden Kontingentplätze sollen mittelfristig - fünf Jahre lang - auf dem Stand 2016 (Sommer) bzw. 2015/16 (Winter) „eingefroren“ werden, um die Planbarkeit zu erhöhen. Nach dieser Zeitspanne gälte es, die Arbeitsmarktsituation neu zu bewerten und nach Erfordernis zu regeln.

Regionale Bedürfnisse berücksichtigen

Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser wünscht sich insbesondere die Berücksichtigung regionaler Bedürfnisse: „Die Umsetzung auf Landesebene soll den sozialpartnerschaftlich besetzten Regionalbeiräten der örtlich zuständigen AMS-Geschäftsstellen überlassen werden“. Dem schließt sich Spartenobmann Hans-Peter Metzler an: „Die heimischen Experten verfügen über Wissen über die regionalen Betriebe und Fingerspitzengefühl in Bezug auf die aktuelle Arbeitsmarktlage vor Ort.“ Zudem soll es seitens des Ministeriums keine zwingenden Vorgaben hinsichtlich bereits geleisteter Vorsaisonen, einer bevorzugten Behandlung von Asylwerbern oder von Berg- und Schutzhütten etc. geben.

Kontingent für Asylbewerber

Für die Beschäftigung von Asylwerbern soll im Vorarlberger Tourismus ein separates Kontingent geschaffen werden, damit Betriebe einen Anreiz erhalten, Asylwerber zu beschäftigen. Aktuell besteht kaum Interesse an deren Saisonanstellung, da die Gefahr besteht, dass bei Beschäftigung von Asylwerbern womöglich eine Fachkraft verweigert wird. Sämtliche Unterzeichnenden appellieren an Bundesminister Alois Stöger, schon in den nächsten Wochen eine Entscheidung über die weitere Vorgehensweise in Sachen Saisonkontingente zu treffen. Aufgrund der großen Verunsicherung durch die neue Verordnung bestehe sonst die Gefahr, dass sich Mitarbeiter für die kommende Wintersaison alternative Arbeitsplätze im Ausland suchen. (red/OTS)

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