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Salone del Gusto 2006 - Von Förderkreisen bis zu Büchern

25.09.2006

Zum ersten Mal widmet sich der Pavillon 3 des Salone del Gusto (Turin, 26./30. Oktober 2006) vollständig den Förderkreisen und der Slow Food Stiftung für Biodiversität Onlus. Teilnehmer sind die Erzeuger von 200 italienischen Förderkreisen, nach Regionen geordnet, und von 85 internationalen Förderkreisen, die nach ihren Herkunftskontinenten aufgeteilt sind.

Neben den geschichtsträchtigen italienischen Förderkreisen, wie dem der Bottarga (luftgetrockneter Meeräschenkaviar) aus Orbetello (Toskana) und dem Graukäse aus dem Aurina Tal (Südtirol) gibt es zahlreiche Neuheiten: Pestad (Friaul Julisch Venetien), Papacella-Paprika aus Neapel, weiße Zwetschgen aus Monreale (Sizilien) bis hin zum Parmigiano Reggiano der weißen Kuh von Modena.

Die europäische Delegation ist mit 45 Förderkreisen größenmäßig am umfangreichsten. Zu diesen gehören u.a. der Serpa-Käse aus Portugal (ein Schafskäse, der mit Distellab hergestellt wird), die Mangalica Wurst (eine Schweinrasse aus Ungarn) und der spanische Safran aus Jiloca.

Die afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Förderkreise sind wie auf einem Markt eingerichtet, die Stände sind kreisförmig aufgestellt und bieten lokale Handwerkserzeugnissen an. Hinter den Ständen stehen wie immer die Erzeuger, mit denen man sich unterhalten kann, um die Geschichte und die zum Verkauf stehenden Lebensmittel besser kennen zu lernen. Erstmals der Kardamom aus Ixcan in Guatemala, der Kakao aus Barlovento in Venezuela, die Montenegrinische Mandarine aus Brasilien und der luftgetrocknete Kaviar des Fischervolks Imraguen aus Mauretanien vertreten sind unter anderem.

In der Mitte des Pavillons befindet sich eine Fläche, die der Slow Food Stiftung für Biodiversität Onlus gewidmet ist. Hier sind Informationen über bereits laufende und zukünftige Projekte aus aller Welt erhältlich. An gleicher Stelle gibt es auch eine Caffetteria, in der zu den Pralinen und Süßwaren von Federico Molinari von dem Laboratorio di resistenza dolciaria aus Alba (Cn) ein Kaffee aus dem Hochland von Huehuetenango (Förderkreis aus Guatemala) serviert wird, den die Häftlinge der Strafvollzugsanstalten Lo Russo und Cutugno in Turin rösten. Federico verwendet die Zutaten der Förderkreise, um Pralinen aus den in Trockenschuppen getrockneten Kastanien, Schokolade mit malaysischen Rimbas-Pfeffer, Torten mit der Dottato-Feige aus Cosenza, aus der Sfusato Zitrone aus Amalfi, mit Kardamom aus Ixcan in Guatemala und Mürbteigkuchen mit Marmeladen aus den siebenbürgischen Dörfern in Transsylvanien zu fertigen. Außerdem bereitet er Wurst- und Käseteller für den Aperitif. Nicht wegzudenken ist natürlich auch das Eis von Menodiciotto, das mit Mananara-Vanille aus Madagaskar, Pistazien aus Bronte, Pfirsichen aus Leonforte und dem Cacao nacional aus Ecuador zubereitet wird.
Im Pavillon finden auch viele Institutionen und Betriebe Platz, die an die Förderkreisprojekte glauben und die mit Slow Food zusammenarbeiten, um sie zu fördern und aufzuwerten.

Ein Ort zum Lesen
Die Bücherei für Biodiversität ist in Pavillon 3 untergebracht. Sie umfasst Texte zu nachhaltiger Landwirtschaft, gerechtem Handel, verantwortungsbewusstem Tourismus, Umwelt, Erhaltung der Biodiversität aber auch über Önogastronomie und Aspekte oder Problematiken in Zusammenhang mit der Globalisierung: sie ist die absolute Neuheit bei Terra Madre und dem Salone del Gusto 2006.
Gefördert und geführt von der Buchmesse in Zusammenarbeit mit den Buchläden aus Turin führt und verkauft der Buchstand Titel aus den unterschiedlichen Teilen der Welt und in verschiedenen Sprachen. Aber der interessanteste Aspekt ist der Beitrag der Erzeugergemeinschaften von Terra Madre, die Ausgaben aus ihren Herkunftsländern, von Frankreich bis Gabun, den Vereinigten Staaten bis Australien, anbieten.

http://www.salonedelgusto.it/

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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