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Sauteuer, aber es wirkt

19.02.2007

Bis zu 20 m2 Spa-Fläche oder gar mehr pro Zimmer und Millionen von Euro betragen die Kosten, die ein Hotel in seinen Status als Wellness-Hotel investiert. Das muss erst einmal zurückverdient werden.

Wenn auch der eine oder andere das Wort Wellness nicht mehr hören mag, der Wellness-Boom ist längst zu einem wahren Megatrend im Tourismus geworden, der ungebrochen fortschreitet. Die Größenordnungen sind beachtlich: Rund 50 Mrd. € schätzen Experten den Umsatz, der im Wellnessmarkt derzeit weltweit erwirtschaftet wird.
Zahlen wie diese und einen Überblick über aktuelle Wellness-Trends präsentierte der deutsche Wellness-Experte Karl-Heinz Linderich im Rahmen des Österreichischen Bäderkongress, der heuer erstmals mit einem eigenen Hoteltag unter der Patenschaft der ÖGZ aufwartete. 752 Wellness-Hotels weist etwa der Relax-Guide allein für Österreich aus. In Deutschland sind es derzeit mehr als 500 Hotels, die der Deutsche Wellnessverband als seriöse Wellness-Betriebe bezeichnen würde. Die Maßstäbe, die dafür angelegt werden, sind höchst anspruchsvoll. Demnach versteht man als Wellness-Hotel einen Betrieb, der bei 80 bis 120 Betten mit einem Spa-Bereich von mindestens 600 bis 800 m2, im Regelfall aber eher mit 1.500 bis 2.000 m2 aufwartet.
Um dem Begriff Wellness inhaltlich gerecht zu werden, sollte dieser Spa-Bereich laut Linderich mit fünf Leistungsebenen aufwarten:
– dem aktiven Trainingsbereich, mit dem eventuell auch eine Leistungsdiagnostik offeriert wird
– dem Bereich der Behandlungen mit Massagen, Kosmetik, Fusspflege etc.
– der Saunawelt, im Regelfall mit mehreren Sauna-Typen, Dampfbad, Infrarotkabinen
– der Wasserwelt
– dem Ruhebereich und Entspannungszonen.
Schon diese von den Gästen mittlerweile als ziemlich selbstverständlich erwartete Ausstattung erfordert einen hohen Hardware-Aufwand und eröffnet die Frage, wie die Investition zurückverdient werden kann.
Indirekte Refinanzierung
Die Erfahrungen zeigen, dass das Spa aus sich heraus das im Regelfall nicht annähernd schaffen kann. „80 Prozent der getätigten Investitionen in den Wellness-Bereich sind nicht direkt über das Spa-Angebot zu erwirtschaften“, gab sich Dr. Ivo Pezzei vom Beratungsunternehmen „Michaeler & Partner“ beim Bäderkongress überzeugt.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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