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Schani trag´ den Garten raus

16.04.2010

Mit den ersten Sonnenstrahlen eröffneten WKW-Präsidentin KR Brigitte Jank und Wiens Bürgermeister Michael Häupl die Schanigartensaison 2010.

Auf Einladung der Fachgruppe Wiener Kaffeehäuser eröffneten WKW-Präsidentin KR Brigitte Jank und Wiens Bürgermeister Michael Häupl (r.) gemeinsam mit FG Obmann Günter Ferstl die Schanigartensaison 2010

Mit Frühlingsbeginn werden Tische, Stühle und Blumen wieder vor das Kaffeehaus gestellt. Besser hätten die Wiener Kaffeesieder die Schanigartensaison-Eröffnung 2010 nicht planen können: Am ersten frühlingshaften Tag des Jahres 2010 hieß es für die Kaffeesieder wieder „Schani trag´ den Garten raus". WKW-Präsidentin Brigitte Jank und Wiens Bürgermeister Michael Häupl genossen im Café Mokador auf der Mariahilferstraße ihre erste Melange im Freien.

„Der Schanigarten ist ein Ort der Kommunikation. Obwohl Wien Sigmund Freud-Stadt ist, braucht es keine Psychiater – wir haben doch unsere Kaffeehäuser", ist Michael Häupl überzeugt. „Neben der therapeutischen Funktion sind die Schanigärten auch ein wirtschaftlicher Faktor", ergänzt Brigitte Jank und spricht auch gleichzeitig den Nichtraucherschutz an, der derzeit die Branche besonders beschäftigt. „Das Gesundheitsthema ist nicht zu unterschätzen, und wir werden eine bestmögliche Lösung in der Causa für alle Betriebe finden. Wir werden den Rauchern den Aufenthalt vor dem Lokal im Winter angenehmer gestalten und Lösungen dafür finden", meint Brigitte Jank.

Sorge bereitet den Wiener Kaffeesiedern eine EU-Ratsempfehlung vom 30. November vergangenen Jahres, mit der eine 100 Prozent rauchfreie Umgebung angestrebt wird. „Sollte die Ratsempfehlung so in nationales Recht gegossen werden, wäre dies das Aus für den Genuss einer Zigarette bei einer Schale Kaffee auch im Freien", so der scheidende Fachgruppenobmann Günter Ferstl.

Nach dem österreichischen Tabakgesetz müssen Einraumlokale bei einer Größe ab 50 Quadratmetern eine räumliche Trennung für Raucher und Nichtraucher vornehmen. Eine solche Investition bewegt sich zwischen 10.000 und 150.000 Euro, die ein Kaffeehaus in fünf bis sieben Jahren zurückverdient. Setzt Österreich die EU-Ratsempfehlung früher um, wären die Kosten für die Raumtrennung umsonst. Daher fordern die Kaffeesieder von Gesundheitsminister Alois Stöger Rechtssicherheit dahingehend, dass die derzeitige Raucher-/Nichtraucherregelung in den kommenden fünf bis sieben Jahren hält oder die Übergangsfrist für die verpflichtende Raumtrennung über den 30. Juni dieses Jahres hinaus verlängert wird.

Irene Stelzmüller

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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