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Schenner: Der Tourismus ist und bleibt ein saisonales Geschäft

03.03.2005

Der Tourismus ist ein Beschäftigungsmotor für die Österreichische Wirtschaft und bietet gerade während der Saisonspitzen zusätzliche Arbeitsplätze. Die Branche hat in den letzten fünf Jahren 12.000 Arbeitsplätze geschaffen und nimmt zusätzlich viele Saisonarbeiter auf.

Denn der Tourismus ist in vielen Fällen ein saisonales Geschäft.
Neben den rund 134.000 ganzjährig beschäftigten Arbeitnehmern werden
rund 43.000 Mitarbeiter zur Abdeckung der Saisonspitzen benötigt.
"Damit bietet die Branche wenigstens einem Teil der Arbeitnehmer
während des Jahres Beschäftigung. Für diese Leistungen erwarten die
Unternehmer und Mitarbeiter Anerkennung und nicht ständiges
‚Schlechtmachen’," nimmt der Obmann der Bundessparte Tourismus und
Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat
Johann Schenner, zur aktuellen Arbeitsmarktsituation Stellung.

Die Tourismuswirtschaft erzielt (ohne Freizeitkonsum) eine direkte
und indirekte Wertschöpfung von rund 22,5 Milliarden Euro, also knapp
10 Prozent des BIP. "Es ist unverständlich, warum eine Branche von
mancher Seite dafür gescholten wird, dass sie die Saisonspitzen
abdeckt, damit Wertschöpfung generiert und so Einkommen und Wohlstand
für viele sichert. Auch in anderen Wirtschaftsbereichen werden
Zusatzaufträge durch vermehrte Beschäftigung abgewickelt. Diese
Betriebe werden dafür gelobt und stehen als positive Beispiele für
erfolgreiches Wirtschaften da", verteidigt Schenner die
Tourismusbranche. Außerdem werde derzeit in den Betrieben und im
Tourismusmarketing intensiv an Gesamtjahresangeboten gearbeitet, denn
"es ist auch für die Betriebe interessanter, eine ganzjährige
Auslastung zu erzielen".
Der Tourismus steht darüber hinaus durch neue gesetzliche Regelungen
neuen Herausforderungen gegenüber: Mit der Verschärfung der
Zumutbarkeitsbestimmungen ist die Vermittlung einer neuen Stelle auch
dann zumutbar, wenn eine Wiedereinstellungszusage von einem früheren
Arbeitgeber erteilt wurde oder sich die arbeitslose Person schon zur
Aufnahme einer Beschäftigung in Zukunft verpflichtet hat. Schon
bisher war es rechtlich möglich, Arbeitslose trotz
Wiedereinstellungszusage zu vermitteln. In den regionalen AMS-Stellen
wurde de facto eine Wiedereinstellungszusage aber weitgehend als
Vermittlungshindernis anerkannt, weshalb es in der Praxis in diesen
Fällen zu keiner Vermittlung kam und das Arbeitslosengeld weiter
bezogen werden konnte. "Es ist uns bewusst, dass von einem
Saisonarbeiter, dem Ganzjahresbeschäftigung angeboten wird, diese
auch angenommen wird. Damit wird aber der Pool der
Saisonbeschäftigten kleiner.", so Schenner.

Die Betriebe werden auch in Zukunft bestrebt sein, gute Fachkräfte
durch eine Wiedereinstellungszusage an sich zu binden oder in der
nächsten Saison wieder für sich zu gewinnen. Die saisonalen
Schwankungen in der Arbeitslosenstatistik werden sich trotz der neuen
gesetzlichen Regelung voraussichtlich nicht dramatisch ändern, da in
der Nebensaison die Zahl der offenen Stellen im Beherbergungs- und
Gastgewerbe nicht sehr hoch ist. Dazu Schenner abschließend:
"Tatsache ist: Während der Saisonspitzen brauchen wir zusätzliche
Arbeitnehmer, um den Arbeitskräftebedarf abdecken und den Gästen ein
perfektes Service bieten zu können. Denn im Endeffekt ist und bleibt
der Tourismus ein saisonales Geschäft. Ehrlich gefragt: Wann fahren
Sie auf Winterurlaub?"

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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