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Schladming für Postmaterielle

09.09.2008

Ein großer Wurf könnte der List-Tourconsult mit der Hotelmarke "aqi" gelungen sein. TUI will das Konzept international ausrollen

Ursprünglich hat sich die im niederösterreichischen Bad Erlach beheimatete Firma List als Interieurausstatter von Lear Jets und Schiffen einen Namen gemacht. In den Achzigerjahren erfolgte der Sprung in die Hotelausstattung. Nachdem man an die 150 Hotels ausgestattet hatte, kam der nächste Schritt, Hotels auch zu betreiben, nicht unbedingt überraschend. Unter dem Dach der List-Tourconsult konzentrierte sich das Unternehmen zunächst auf den boomenden Bereich der "Budget Hotels" und lancierte die Hotel-Marke Orange Wings. Dieser Tage präsentiert die Firma List ihr bisher größtes Tourismusprojekt, die Linsberg Asia Therme in Bad Erlach.
Unter der Markenbezeichnung "aqi" könnte List ein noch größerer Wurf gelungen sein. "Eigentlich wollten wir für den Standort Schladming ein neues, smartes Hotelangebot verwirklichen", erzählt Günter Domenig, Geschäftsführer von List-Tourconsult. Getüftelt wurde an einem Hoteltyp auf 3-Sterne-Standard mit attraktivem Life-Style-Charakter, einem darauf abgestimmten Gastronomie-Konzept und das zu einem starkes Preis-Leistungs-Verhältnis, ohne jedoch einerseits als pures Design-Hotel oder andererseits als typisches Budget-Hotel in Erscheinung zu treten.
Unter der Markenbezeichnung "aqi" wurde schließlich eine Lösung präsentiert, die konsequent darauf abgestellt ist, den Gästen alle "Musts" für ein Wohlbefinden zu erfüllen, während jedes "Nice to have" einer Kostenanalyse unterzogen und durchaus auch weggelassen wurde. So ist das Raumangebot mit 23 m2 pro Doppelzimmer optimiert. Ähnliches gilt für den Wellnessbereich, dessen 200 m2 vornehmlich als attraktive Ruhezone mit diversen Saunen konzipiert ist, auf einen Pool und umfangreiche Treatments wird verzichtet. Rezeption und Bar sind miteinander verknüpft und helfen damit Personalkosten zu senken.
Als "postmateriellen" modernen Aktivurlauber, vornehmlich Paare oder Singles, definiert Domenig die Kernzielgruppe, die mit "aqi" angesprochen werden soll. "Entscheidende Komponenten sind Top-Betten und ein Top-Frühstück", weiß der Tourismusmanager.
Start in vier Monaten
Vor diesem Hintergrund will der Betrieb bei insgesamt 107 Zimmern mit 30 Mitarbeitern auskommen. Das Preisband ist mit 39 bis 79 ? attraktiv. Auf dieser Basis gilt es ab Dezember 2008, die rund 8,2 Mio. ? Investionskosten hereinzuspielen, bevor es ans Verdienen geht.
Nun ist eben dieses aqi-Konzept schon vor der Realisierung beim großen deutschen Tourismuskonzern TUI auf große Begeisterung gestoßen. Zum Betrieb des Hotels wurde eine österreichische Betriebgesellschaft gegründet, an der die TUI AG 51 Prozent und die List-Gruppe 49 Prozent halten. Des Weiteren wird ein Joint Venture mit der List-Gruppe eingegangen, um zukünftige Projekte zu entwickeln.
"Das Geschäftsmodell basiert auf der Idee, Budgetkonzepte, die bislang fast ausschließlich in der Business-Hotellerie Anwendung finden, für die Ferienhotellerie zu entwickeln. Damit setzen wir in der Ferienhotellerie neue Akzente", so der Österreicher Karl J. Pojer, Bereichsvorstand TUI Hotels & Resorts der TUI AG. "Weitere Standorte werden bereits evaluiert", freut sich Domenig. Gefragt sind Ganzjahres-Tourismusregionen, die mit einer buchungstauglichen Infrastruktur in Hotelnähe aufwarten. kof

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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