Direkt zum Inhalt

Schlafen im Musterzimmer

16.06.2011

Die HotelDesignWerkstatt in Salzburg nutzen Firmen, um ihre Produkte rund um das Hotel, vom Fundament bis zur Tischdecke, zu präsentieren, und in den Vier-Sterne-Standard-Musterzimmern können die Kunden übernachten

ie Kunden können in sechs verschiedenen Musterzimmern übernachten und Produkte ausprobieren

Der Ursprung der HotelDesignWerkstatt im Gusswerk in der Stadt Salzburg geht auf eine Idee zurück, die in Markus Maschas beruflicher Vergangenheit liegt, als er noch Geschäftsführer der Firma Kaldewai Badewanne war. Dadurch hatte er immer Kontakt zur Hotellerie und sah, wie viel Zeit in die Detailplanung eines Hotels investiert wird. „Für mich stellte sich die Frage: Wie kaufen die Hoteliers ein? Sie checken irgendwo anonym ein und schauen, was gut und was schlecht ist, gehen zum Architekten, treffen sich mit Branchenkollegen und bilden kleine Netzwerkplattformen, tauschen Kontakte aus und gehen dann auf Shopping-Tour. Diese Form des Einkaufs könnte einfacher erfolgen, so der Grundgedanke. In der HotelDesignWerkstatt gibt es vom Hotelfundament bis zur Tischdecke alles unter einem Dach. Ich möchte Gastronomen und Hoteliers aus der Anonymität holen und mit Baufirmen und Ausstattern auf einer Plattform zusammenführen", erklärt Markus Mascha, Geschäftsführer der HotelDesignWerkstatt.

Einkaufsplattform

Für die Umsetzung des Konzepts suchte Mascha noch einen idealen Ort. „Mit den Inhabern des Gusswerks verbindet mich eine jahrelange Freundschaft und ich präsentierte ihnen meine Idee; schließlich bin ich in die Betreibergesellschaft eingestiegen und bin gleichzeitig Vermieter der Gebäude und Betreiber der HotelDesignWerkstatt", so Mascha.

Für das Projekt akquirierte Markus Mascha selbstständig Firmen, die ihre Produkte in der HotelDesignWerkstatt präsentieren wollen. Zum Eröffnungstermin im November 2010 hatte er 36 Firmen unter Vertrag, heute, sieben Monate später, sind es bereits 85 fixe Partner; und er bekommt jetzt täglich bis zu 12 Anfragen von Firmen, die die HotelDesignWerkstatt als Plattform für ihre Produkte nutzen möchten.

„Wir haben einen großen Multiplikator, und das sind die Außendienstmitarbeiter unserer Partnerfirmen, die den Gastronom und Hotelier zu uns in die nicht alltäglichen Schauräume bringen, wo die Kunden in den eingerichteten Zimmern auch übernachten können. Die Schauräume sind täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Hier können Kunden unserer Partner zum Beispiel eine Schankanlage ausprobieren und sehen gleichzeitig auch andere Produkte. Alle drei Tage gibt es B2B-Veranstaltungen, die für zusätzliche Frequenz sorgen; wir konnten dadurch im ers­ten Halbjahr über 4.000 Kunden in der HotelDesignWerkstatt begrüßen. Derzeit kommen 80 Prozent der Kunden aus Westösterreich, aber auch Kunden aus Südtirol und dem süddeutschen Raum finden zu uns", freut sich Markus Mascha.

„Aufgrund der vielen Anfragen weiten wir derzeit das Projekt weiter aus und bauen die zweite Halle mit einer Bar und einem Restaurant dazu, die im Juli fertig sein sollte – und dann ist schon der Umbau der dritten Halle geplant. Bis Jahresende soll der Bau der HotelDesignWerkstatt im Hauptgebäude des Gusswerks, das aus vier Hallen besteht, abgeschlossen sein", meint Mascha. Weiters plant er am Parkplatz des Gusswerks eine Büro- und Ausstellungsfläche von 12.000 Quadratmetern und für 2012 den Bau eines eigenen Hotels.

Schlafen im Schauraum

Die HotelDesignWerkstatt verfügt derzeit über sechs komplett eingerichtete Zimmer im Vier- und Fünf-Sterne-Standard, die die Kunden auch zum Nächtigen nutzen können. „Dies funktioniert wie im klassischen Hotel. Wir verfügen über eine Rezeption, zum Reservieren und Einchecken. Die Hotelzimmer werden an unsere Partner zum Selbstkostenpreis von 27 Euro inklusive Frühstück vermietet. Wir möchten, dass der Hotelier Produkte, die ihn interessieren, auch benutzt und ausprobiert. Wir haben alles, was ein Hotel sonst noch braucht, vom Wellnessbereich über Café-Lounge und Großküche bis zum Konferenzraum. Anders als üblich kann der Gast erst um 18 Uhr einchecken, muss aber bis 9 Uhr das Zimmer wieder verlassen, damit es gereinigt werden kann und wieder als Schauraum zur Verfügung steht", so Maschas Konzept.

Hausmessen

In die HotelDesignWerkstatt wurde derzeit eine knappe Million Euro investiert, und im Zuge der Erweiterung wird eine weitere Million in das Projekt fließen. „Für die Büro- und Ausstellungsfläche haben wir 14 Millionen budgetiert und für das Hotel ohne Inneneinrichtung 5,6 Millionen Euro. Wir möchten mit der HotelDesignWerkstatt vorrangig Kunden von privat geführten Vier- und Fünf-Sterne- Hotels andsprechen, haben aber auch Kontakte zur Low-Budget Hotellerie", sagt Mascha.

Bei der ersten Hausmesse, die im Anschluss an die großen internationalen Möbel-, Bad- und Sanitär- sowie Gastronomiemessen stattfand, registrierte man an zwei Messetagen 780 Besucher. „Unser Ziel ist es, in Zukunft bei Hausmessen bis zu 3.000 Besucher begrüßen zu können. Im Herbst werden wir mit der Messe „Alles für den Gast" kooperieren und abends Sideevents veranstalten. Wir planen nicht nur Parties, sondern zum Beispiel ein Kochevent", ergänzt Markus Mascha. Irene Stelzmüller

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Die März-Hilfe wird für Gastronomie und Hotellerie verlängert. Für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gibt es eine Notstandshilfe.
Gastronomie
08.04.2021

Keine Frage: Unverschuldet sind Gastronomie und Hotellerie die Hauptleidtragenden der Krise. Um die zwangsgeschlossenen heimischen Tourismus-Betriebe mit ihren Mitarbeiterinnen und in der ...

In Vorarlberg hat die Gastronomie seit 3 Wochen teils geöffnet. So soll es auch bleiben.
Gastronomie
08.04.2021

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner sieht die Modellregion für die Gastro-Öffnung als Erfolg. Derzeit gebe es keinen Grund vom Weg abzuweichen - aber auch wenig Hoffnung auf weitere ...

Branche
08.04.2021

Die nächste Eiszeit kommt bestimmt! Gastronomen fragen sich, wie man mit einfachen Mitteln und ohne großen Aufwand seine Eisbecher auf einen neuen Level heben kann: Wir haben dem Wiener ...

Natura startet mit 100 Bio-Artikeln.
Gastronomie
08.04.2021

Unter der Marke „Natura“ baut der Großhändler Transgourmet ein Bio-Vollsortiment in Großgebinden zu leistbaren Preisen auf. Zunächst sind 100 Produkte verfügbar.

Das ist die neue Red Bull Summer Edition.
Produkte
07.04.2021

Die neue, limitierte Summer Edition ist ab sofort erhältlich.

Werbung