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Schönbrunn: Investitionen bringen deutliche Besucherzuwächse

23.07.2004

Die Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (SKB) verbucht in der ersten Hälfte des laufenden Jahres im Schloß und in der Hofburg starke Besucherzuwächse. Und das, obwohl die Museumslandschaft in Wien immer dichter wird. Zurückzuführen ist diese erfreuliche Entwicklung auch auf viele gelungene Investitionen der letzten Jahre.

Dieser Erfolg macht es möglich, Großprojekte zur Erhaltung und Attraktivierung des Weltkulturerbes zu finanzieren.
Im schwierigen Tourismusjahr 2003 konnte die Schönbrunner Schlossgesellschaft zwar keinen Besucherrekord, dafür aber mit einem operativen Ergebnis von 8,4 Mio. € und einer Umsatzsteigerung von 5,1 Prozent (auf 21,5 Mio. €) das bislang beste wirtschaftliche Ergebnis ihrer Geschichte erzielen. Im laufenden Jahr werden nun auch stark steigende Besucherzahlen verzeichnet: Zuwächse von 20 Prozent bei den Schauräumen im Schloss und von 30 Prozent (bzw. seit Eröffnung des Sisi Museums sogar von bis zu 47 Prozent) in der Hofburg.
Sicherlich tragen äußere Faktoren zur erfreulichen Entwicklung bei. Der Trend zu Kurzurlauben in Städten hält weiter an, Gäste aus Übersee kommen wieder vermehrt. Im Wien-Tourismus wurde im ersten Halbjahr 2004 ein stattliches Nächtigungsplus von 10,6 Prozent registriert. Schönbrunn und die Hofburg verzeichnen jedoch doppelt bis dreimal so hohe Zuwachsraten, obwohl die Wettbewerbssituation im Wiener Kulturangebot durch zahlreiche Neueröffnungen – Liechtenstein Museum, Albertina, Wien Museum – wesentlich härter geworden ist.
Die Gründe dafür sind vielschichtig. „Einerseits schaffen wir laufend neue Attraktionen (Kronprinzengarten, Irrgarten etc.) und steigern damit die Attraktivität und Aufnahmekapazität unserer Einrichtungen, andererseits haben wir in den letzten Jahren einen klaren Akzent auf die Verbesserung der Besucherservices gesetzt“, so Geschäftsführer Wolfgang Kippes. Online-Booking und Besucher-Strom-Management machen die Wartezeiten planbar und verhindern überfüllte Schauräume. „Reiseveranstalter können schon Monate im vorhinein exakt auf die Minute buchen, sinnloses Warten oder gar Schließtage existieren bei uns nicht“, ergänzt Geschäftsführer Franz Sattlecker. Viel Wert wird weiters auf geschultes Personal und Audioguides in elf Sprachen gelegt. Nicht zuletzt zeigt das vor Jahren begonnene internationale Direct Marketing in Hoffnungsmärkten wie Osteuropa oder Fernost jetzt Wirkung.

Als wahrer Publikumsmagnet hat sich das im April eröffnete Sisi Museum in den Kaiserappartements der Hofburg herausgestellt. Allein im Mai 2004 verzeichnet die Hofburg einen Zuwachs bei den Eintritten von 47,1 Prozent. Aus einer unlängst durchgeführten Besucherherkunftsbefragung geht hervor, dass hier besonders das heimische Publikum angesprochen werden konnte. Nach deutschen Gästen (25,21 Prozent) wurden mit 13,9 Prozent die meisten Eintritte an österreichische Museumsbesucher verkauft.
Grundvoraussetzung für die genannten Erfolgsfaktoren ist aber in jedem Fall die gut erhaltene historische Substanz. Kernaufgabe der Schlossgesellschaft ist es, das Kulturerbe bestmöglich für die Zukunft zu bewahren. Konkret heißt das, durch sensible Vermarktung die ökonomische Basis für seine Erhaltung und Sanierung zu schaffen. Deshalb fließt der Großteil der Erträge auch weiterhin in anstehende Renovierungen, authentische Restaurierungen, aber auch in Sicherheitsprojekte.
Bislang wurden bereits 90 Mio. Euro aus eigenen Mitteln in die Anlagen investiert. Weitere Großprojekte stehen nun an. In Punkto Sicherheit soll das Brandschutz- und Sicherheitsprogramm weiter ausgebaut werden. In den kommenden 8 Jahren ist die Fassadensanierung permanenter Schwerpunkt. Alle Fassaden – mit einer Gesamtlänge von 6.800 Metern – werden komplett renoviert. Die Kosten allein hierfür belaufen sich auf 20 Millionen Euro. Auch innen ist man längst noch nicht fertig. Vorgesehen ist als wirkliches Großprojekt die Restaurierung der Großen Galerie. Dazu kommen Arbeiten im Zeremoniensaal und weiters in den Franz-Joseph-Appartements der Hofburg. Im Garten wird noch bis 2005 am Obelisk-Brunnen gearbeitet. Außerdem steht das Mammut-Projekt Vorplatz-Gestaltung vor seiner Umsetzung.
Ein inzwischen nicht unerheblicher Teil der Erträge wandert aber direkt in die Staatskassa. Allein im letzten Jahr mussten über 1 Mio. Euro an Fruchtgenusszahlungen an den Eigentümer Bund abgeführt werden. Seit 2002 sind aber auch die eigenen Mitarbeiter/innen am Erfolg beteiligt. 500.000 Euro wurden nur für das Jahr 2003 an Erfolgsprämien an die 159 Bediensteten ausgeschüttet.
Investiert wird weiter ins internationale Marketing. Für 2006 steht eine Maria-Theresien-Ausstellung in Vorbereitung, mit der 9 Monate lang durch Fernost getourt werden soll. Dabei werden auch für das Mozartjahr in Österreich kräftig die Werbetrommeln gerührt.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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