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Schutz vor sexueller Belästigung

27.06.2019

Initiative: „Luisa“ geht in Grazer und Innsbrucker Lokalen gegen sexuelle Belästigung vor.

Ist Luisa da? Mit dieser als Code verstandenen Frage können sich Frauen in vielen europäischen Gaststätten vor sexueller Belästigung schützen. Nun wird diese Initiative auf Betreiben des Fachverbandes Gastronomie und Frauenstadträtin Judith Schwentner (Grüne) auch in Graz eingeführt. Und wie funktioniert es? Durch den Code „Ist Luisa da?” wissen die geschulten Mitarbeiter, dass sich eine Frau sexuell belästigt, bedrängt oder bedroht fühlt. Es wird dann dafür gesorgt, dass das Belästigungsopfer in einem geschützten Raum die entsprechende Hilfe bekommt. Dort wird dann beispielsweise in aller Ruhe ein Taxi organisiert, oder es werden Vertrauenspersonen verständigt. 

Mehr Sicherheit

„Wir wollen mit diesem Projekt eine höhere Sensibilisierung und mehr Sicherheit im Umgang mit sexueller Belästigung in Nachtlokalen bewirken“, erläuterte die Frauenstadträtin ihre Motivation zur Umsetzung einer Initiative, die ihre Vorbilder in den USA, England und Deutschland hat. Plakate auf der Damentoilette weisen Lokale als Luisa-Partner aus, Infos über Beteiligte liefern auch die Webseiten der Frauennotrufe. Luisa ist vielerorts einer von mehreren Präventionsbausteinen, die Palette reicht von der Aufklärung über K.-o.-Tropfen bis hin zum Einsatz von Partyguides. 

60 deutschsprachige Städte nehmen bereits daran teil. In Österreich ist Graz nun nach Innsbruck die zweite Stadt, die eine solche Initiative startet. Dort ist beispielsweise der Innsbrucker Club „Dachsbau“ einer der teilnehmenden Betriebe. Mitbetreiber Fred Lordick erklärt, warum das Projekt für die Gastronomiebetriebe selbst viel Positives hat: „Manche Lokalbetreiber sagen, das Personal hätte ja gar keine Zeit für so was während der Geschäftszeit. Aber was jede Bar will, ist gute Stimmung und angenehme Lokalbesucher. Da haben alle viel mehr davon, wenn man nach einem Übergriff den Störenfried entfernt und eine sichere Atmosphäre für alle anderen schafft.“

Problem: Belästigung

„Drei Viertel der Frauen in Österreich haben im Laufe ihres Lebens sexuelle Belästigung erfahren. Die meisten im Alter zwischen 14 und 25 Jahren“, erklärte Ina Mastnak von der Beratungsstelle TARA, die das Grazer Projekt begleiten und die entsprechenden Informationsveranstaltungen für die Gastronomiebetriebe gemeinsam mit der Polizei leiten wird. Im ersten Schritt geht es jetzt darum, die Lokale zum Mitmachen zu motivieren.

„Die Mitarbeiter der Lokale erhalten von uns eine profunde Schulung, die Betriebe werden als Luisa-Lokale gekennzeichnet und können so ein deutliches Zeichen gegen sexuelle Belästigung und Gewalt in ihrem Lokal setzen“, erklärte Schwentner. Erste Lokale, die mitmachen wollen, gebe es schon. Am 2., 10. und 15. Juli gibt es kostenlose Info-Veranstaltungen für die Gastronomen im Grazer Rathaus. Ab Herbst soll die Initiative von den ersten Lokalen umgesetzt werden. 

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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